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Sicherheit

Gefährliche Stellen für die Radler

Radfahrer beklagen Gefahren an Radwegen. Besonders bei Kelheimwinzer passieren Unfälle. Die Stadt Kelheim reagiert.
Von Roland Kugler

Die Abfahrten am Donaudamm mit Steinen und Schotter sind gefährlich. Barrieren nützen nichts, die Radler fahren links und rechts vorbei.  Foto: Kugler
Die Abfahrten am Donaudamm mit Steinen und Schotter sind gefährlich. Barrieren nützen nichts, die Radler fahren links und rechts vorbei. Foto: Kugler

Kelheimwinzer.Man fährt auf dem Fahrrad durch eine schöne Landschaft. Genießt die Sonne und die Natur, die Wiesen entlang der Donau. Der Traum eines Radwanderers, der binnen Sekunden zum Alptraum werden kann: eine steile Abfahrt mit Kurve, grobe Steine und weicher Schotter. Wer zu schnell dran ist, einen Moment zu spät reagiert, oder einen Tick zu fest bremst kann böse stürzen. Das geschieht am Donaudamm bei Kelheimwinzer seit Jahren immer wieder.

Einige Bürger haben sich deshalb an die Stadt gewandt, und fordern Verbesserungen der Radwege. Bei einem Termin vor Ort zeigen die Kelheimer Radler Bernhard Kirschner, Ludwig Mohr und Ulrich Scheid den schlechten Zustand der Auf- und Abfahrten am Donaudamm. „Ich bin vor einigen Jahren zufällig hier gewesen, als ein Radfahrer aus Köln gestürzt ist. Er wollte keinen Notarzt, ich hab‘ ihn mit meinem Auto ins Krankenhaus gefahren.

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Er hatte einen doppelten Beckenbruch“, erzählt Ludwig Mohr. „Erst vor kurzem hab ich erfahren, dass wieder Radfahrer hier gestürzt sind“, sagt Bernhard Kirschner. Er hat schon mehrmals bei der Stadt angerufen und auf die Situation hingewiesen. Diese hat auch Barrieren errichtet, damit die Radfahrer absteigen und schieben. Aber nur an einer gefährlichen Abfahrt, und auch dort tut das kein einziger: sämtliche Radfahrer fahren einfach links oder rechts daran vorbei.

Barriere wird umfahren

Anita Brickl aus Altmannstein kommt mit ihrer Schwester Anne gerade zufällig vorbei. Sie machen eine Mehrtagestour auf dem Donauradweg. „Das ist wirklich gefährlich hier“, sagt sie, nachdem sie die Abfahrt durch den Schotter gerade noch bremsen konnte. Auf der anderen Seite steht keine Barriere, auch Schilder warnen nirgends vor den Gefahrenstellen. Immer wieder kommen Radfahrer an die Barriere, oder fahren auf der gegenüberliegenden Seite den Damm hinunter. Selbst in einer halben Stunde an einem Werktagmorgen Anfang September sind es Dutzende.

Die meisten sind Touristen, der Donauradweg ist international bekannt. Gerade kommt eine fünfköpfige Gruppe aus Belgien vorbei. Sie haben ihre Räder voll mit Gepäck beladen, und fahren ungewarnt in die Gefahrenstellen hinein. „Für eine Fremdenverkehrsstadt wie Kelheim ist das verantwortungslos“, sagt Bernhard Kirschner. „Nirgends sind die Radwege so schlecht wie in Bayern, und im Landkreis Kelheim sind sie am schlechtesten.“ Er ist schon seit Jahrzehnten in ganz Deutschland mit dem Rad unterwegs. In Kelheim ist er seit 15 Jahren mit der Gruppe „Donnerstagsradler“ im und außerhalb des Landkreises auf Tour.

Nachdem er vergangenes und dieses Jahr erneut im Rathaus angerufen und darauf hingewiesen hat, hat er damit jetzt erste Konsequenzen erreicht. „Ich kenne die Gefahrenstelle“, sagt Bürgermeister Horst Hartmann auf Nachfrage der Mittelbayerischen. „Ich bin vor Kurzem selbst mit dem Rad dorthin gefahren und habe es mir angesehen. Es ist eine gefährliche Situation, die entschärft werden muss.“

Asphaltierung soll kommen

Deshalb hat er veranlasst, dass das Bauamt Gespräche über eine Asphaltierung mit dem Wasserwirtschaftsamt aufgenommen hat. Denn die Stadt ist zuständig für den Unterhalt der Radwege im Stadtgebiet, das Wasserwirtschaftsamt ist der Eigentümer des Donaudammes. Allerdings wird es dieses Jahr wohl nicht mehr zu einer Asphaltierung der gefährlichen Stellen kommen, „denn das ist auch mit entsprechenden Kosten verbunden und muss im Haushalt integriert werden“, sagt Bürgermeister Hartmann. Dafür will er veranlassen, dass baldmöglichst Hinweisschilder aufgestellt werden.

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