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Versammlung

Gemeinde braucht viel Geld

Bürgermeister Rumpel listet die Aufgaben in Rohr auf. Schule, Rathaus und Freibad müssen saniert werden.
Von Edith Vetter

An der Grundschule Rohr nagt auch der Zahn der Zeit und benötigt an einigen Stellen eine dringende Sanierung. Foto: Vetter
An der Grundschule Rohr nagt auch der Zahn der Zeit und benötigt an einigen Stellen eine dringende Sanierung. Foto: Vetter

Rohr.Die Bürgerversammlung im Sportheim war mäßig besucht und ging zügig über die Bühne. Bürgermeister Andreas Rumpel berichtete, breiten Raum nahmen die Themen Familie, Kinder und Gemeindeentwicklung ein. Besonders stolz sei die Gemeinde auf die neue „Kinderkrippe Rohrspatzen“, die ab April ihren Betrieb aufnehmen könne, so Rumpel.

Mit einer zweizügigen Krippe mit 24 Kindern unter drei Jahren sei man gut aufgestellt und die Nachfrage groß. Im Sektor Bildung und Schule werde sich noch einiges tun. Die Schulen und Kitas seien mit die wichtigsten Kriterien, nach denen ein Ort beurteilt werde.

Speziell an der Grundschule sei Handlungsbedarf vonnöten. Vor allem in der Aula, im kompletten West-Flügel und im ehemaligen Hauptschultrakt seien dringende Renovierungsarbeiten zu erwarten. Neben der Schule würden auch Sanierungsarbeiten im Kindergarten St. Elisabeth oder im Rathaus anstehen. Rumpel wies auf ein neues staatliches Förderprogramm für finanzschwache Kommunen zur Schulsanierung hin. Für Niederbayern seien das 37,5 Millionen Euro. Rohr habe für dieses „KIP-S-Programm“ bereits ein Fördergespräch vereinbart.

Fenster undicht

Der Bürgermeister zeigte viele Fotos vom desolaten Rathausgebäude. Nicht nur die Beengtheit der Mitarbeiterräume, undichte Fenster, veraltete Toilettenräume oder Parkplatzprobleme, sondern auch die Tatsache, dass größere Flächen im Rathaus nicht benutzbar seien, trieben ihm die Sorgenfalten ins Gesicht. Den Sanierungsaufwand bezifferte er auf 1,8 Millionen Euro. Dieses Damoklesschwert schwebe ebenso über dem Sportheim und dem sanierungsbedürftigen Freibad.

Statistik

  • Rohr hat

    derzeit eine Einwohnerzahl von 3473. Im vorigen Jahr wurden 41 Geburten und 58 Sterbefälle sowie 25 Eheschließungen registriert. Das Straßennetz der Gemeinde erstreckt sich über 80 Kilometer.

  • Die Finanzen

    Rohrs: 687 078 Euro Gewerbesteuer, 1,59 Millionen Einkommenssteuer, 1,28 Millionen Euro Kreisumlage, Verbindlichkeiten: 1,27 Millionen Euro, Pro-Kopf-Schulden: 378,41 Euro, Allgemeine Rücklagen: 1 Million Euro.

Zum verwaisten Sportheim, das noch ohne Pächter ist und derzeit vom Sportverein betreut wird, meldete sich Heinz Sixt und wollte wissen, ob man schon einen neuen Pächter im Visier habe. Rumpel sagte, dass die Gemeinde noch Bewerbungsgespräche führe.

Das verwaiste Sportheim sucht dringend einen Pächter. Foto: Vetter
Das verwaiste Sportheim sucht dringend einen Pächter. Foto: Vetter

Rumpel ging auch auf den Städtebau ein. Rohr sei eine attraktive Gemeinde geworden. So habe man bereits alle Parzellen im Neubaugebiet Hofbauerfeld in wenigen Tagen verkauft, und im Neubaugebiet Alzhausen seien 15 Bauparzellen ab 2019 bebaubar. Die Bauleitplanung für das Gewerbegebiet an der Hochkreppen sei in Kraft gesetzt und zwei Bauherren hätten bereits begonnen. Ebenso erfreulich sei die Betriebsansiedlung von MGM Medizintechnik in Bachl und eines Speditionsbetriebs mit zehn Arbeitsplätzen. Ein dritter Betrieb befinde sich in der „Warteschleife“, so Rumpel. Zum Bau des neuen Rohrer Feuerwehrhauses teilte er mit, dass mit dem Tiefbau am 4. August begonnen wurde und man mit dem Hochbau Anfang April starten werde (Gesamtbausumme rund 3 Millionen Euro).

Kritik am Volksbegehren

Kritisch äußerte sich der Rathauschef zum Volksbegehren „Abschaffung der Straßenausbaubeiträge“. In Rohr müssten Anlieger von Siedlungsstraßen 80 Prozent und Anlieger von Haupterschließungsstraßen 50 Prozent der Kosten tragen. Er befürworte im Prinzip die Abschaffung. Aber für die Defizite müsse dann der Freistaat Bayern aufkommen. Und dazu lägen bisher noch keine Aussagen der Staatsregierung vor. Für Rohr sei die Instandhaltung des Straßen- und Wegenetzes ohne staatliche Hilfe unmöglich.

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