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Natur

Gemeinsam für das Klima

Am Samstag ließen sich Kinder zu Klimabotschaftern ausbilden und pflanzten mit den Spitzen der Kommunen Bäume.
Von Gabi Hueber-Lutz

Gemeinsam mit den Kindern pflanzten Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Landrat Martin Neumeyer und Landrätin Tanja Schweiger (von links) in Bad Abbach 500 Bäume.  Fotos: Hueber-Lutz
Gemeinsam mit den Kindern pflanzten Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Landrat Martin Neumeyer und Landrätin Tanja Schweiger (von links) in Bad Abbach 500 Bäume. Fotos: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Intensiv, ernsthaft, fröhlich und effektiv - so war die Akademie, die am Wochenende in der Bad Abbacher Angrüner-Mittelschule stattfand. Über 90 Kinder und Jugendliche aus den Landkreisen Kelheim und Regensburg und aus der Stadt Regensburg reihten sich in eine riesige Gruppe von Kindern auf dem ganzen Erdball ein. Alle haben sie ein gemeinsames Ziel: Durch das Pflanzen von Bäumen die Erderwärmung aufzuhalten. Plant-for-the-Planet heißt die Aktion, pflanzen zugunsten des Planeten also. Sie geht zurück auf ein Referat des damals neunjährigen Felix im Jahr 2007, der die Idee hatte, dass Kinder auf der ganzen Welt Bäume pflanzen könnten, um für eine faire Zukunft zu kämpfen. Mittlerweile gibt es in über hundert Ländern junge Klimabotschafter. Seit dem Wochenende sind es wieder mindestens 90 mehr. Denn alle Kinder, die an der eintägigen Akademie teilgenommen haben, wurden am Ende zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ernannt. 

Kinder und Politiker

Das große Engagement der Kinder hat natürlich auch viele erwachsene Unterstützer, die das Seminar organisiert haben. Und auch die Spitzenvertreter der Kommunen zeigten, wie wichtig ihnen das Anliegen ist. Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger und ihr Kelheimer Kollege Martin Neumeyer trafen sich mit den Kindern in einem Stück Regensburger Stadtwald, das bei Bad Abbach liegt.

Felix Finkbeiner, Gründer der Initiative, erklärt Plant for the Planet:

Der hier vorherrschende Fichtenwald soll langfristig gesehen mit 500 Buchen, Lärchen, Tannen und Douglasien in einen Mischwald verwandelt werden. Dabei bekamen die jungen und die erwachsenen Pflanzer kompetente Unterstützung von Förster Wolfgang Lehner und seinem Kollegen Herbert Ebneth aus Regensburg sowie Peter Enders und Erwin Engeßer von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Abensberg und Regensburg. Für die Kinder war die Pflanzaktion der Höhepunkt des Tages. Alles andere habe sie auch interessiert, erzählte Ludwig Friedl von der Energieagentur Regensburg. Aber immer wieder kam die Frage, „wann es denn nun mit dem Bäumepflanzen losgeht“. Nach dem Mittagessen brachen alle in den Stadtwald auf. Mit Feuereifer griffen die Kinder zu den Spaten. Und auch ihre „Mitarbeiter“ aus der Politik legten los. Nicht immer war es ganz einfach, so ein kleines Bäumchen in den Boden zu bringen. Mia aus Ihrlerstein stellte sich mit dem ganzen Gewicht ihrer jungen Jahre auf das Gartengerät, damit sie es im Boden versenken konnte. 

Großes Wissen

Cornelia Emunmboi begleitete die Kinder den ganzen Tag mit einem Notizblock. Die 23-Jährige stammt aus Kamerun und studiert derzeit in Deutschland. Sie hat begonnen, die Idee des Bäumepflanzens in ihre Heimat zu tragen. „Ich möchte, dass mein Land von der schönen Idee profitiert“, sagte sie und machte sich viele Notizen. Über ihre jüngere Schwester in Kamerun hat sie bereits mit ersten Planungen begonnen. Bei dem Seminar war sie sehr erstaunt darüber, dass die Kinder schon so ein großes Wissen über Erderwärmung und Klimaschutz haben und dass so viele mithelfen wollen, etwas zum Guten zu bewegen. Wenn man sich für etwas einsetzen will, ist es natürlich wichtig, dass man viel Sachkenntnis hat.

Aktion "Plants for the planet"

Zum Beispiel davon, dass der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid nicht dort am größten ist, wo die meisten Menschen wohnen, sondern dort, wo die meiste Industrie ist. Oder darüber, dass das Einkommen in der Welt absolut nicht gleich verteilt ist. Auch die jungeren Kinder sind zum Teil schon erstaunlich gut informiert und wussten beim Weltspiel Bescheid über Wirbelstürme, Überschwemmungen, Wüstenbildungen und Waldbrände rund um den Globus.

Daneben ist es aber auch sehr wichtig, dieses Wissen und seine Botschaft gut rüberzubringen. Ein Teil der Akademie war deshalb dem Rhetoriktraining gewidmet. Auch die Planung eines eigenen Projektes wurde in Angriff genommen. Drei Mädchen vom Lappersorfer Gymnasium wollen beispielsweise die „Gute Schokolade“ von Plant-for-the-Planet verkaufen. Der Erlös trägt dazu bei, dass neue Bäume gepflanzt werden können. 

Übrigens: Man muss nicht selber Schaufel und Spaten in die Hand nahmen oder Schokolade verkaufen, um etwas für den Klimaschutz zu tun. Auf der Website der Organisation kann man einen virtuellen Baum pflanzen, dafür Geld spenden und Plant-for-the- Planet pflanzt dann einen Baum in der realen Welt.

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