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Region Kelheim
Freitag, 20. April 2018 27° 2

Aktion

Geschenke, die von Herzen kommen

Die Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Thaldorf organisierten eine Päckchenaktion für Kelheimer Flüchtlinge.

Christiane Lettow-Berger (Mitte) stellte den Kontakt zu den Flüchtlingen und zum Rathaus her. Foto: Ammer

Thaldorf.Es ist mittlerweile Tradition an der Eduard-Staudt-Schule, dass die Schüler im Dezember eine Weihnachtsaktion durchführen, um Menschen eine Freude zu Weihnachten machen zu können, die die Festtage mit Sorgen oder Ängsten verbringen müssen. In diesem Jahr hatte Schülersprecherin Immacolata (15) eine besondere Idee. „Es gibt doch auch hier bei uns Menschen, die kein schönes Weihnachtsfest haben. Wir könnten doch dieses Jahr einmal hier bei uns im Landkreis etwas Gutes tun“, so die engagierte Schülerin. Sie sprach ihre Klassenleiterin Verena Weber an, ob man nicht die Flüchtlinge in Kelheim unterstützen könne. Sowohl bei der Lehrerin als auch bei der Schulleiterin Christine Jochheim fand dies großen Anklang.

Die Klasse 7/8 des Sonderpädagogischen Förderzentrums verfasste Briefe an die Eltern der Schüler und organisierte die Spenden. Da die Schüler gerne jedem einzelnen Flüchtling in Kelheim eine Freude bereiten wollten, sammelten sie vor allem Gebrauchs- und Hygieneartikel, wie Zahnbürsten, Duschgels, etc. Insgesamt kamen weit über 250 Einzelspenden zusammen und die Schüler begannen jeweils zwei Spenden zu einem Päckchen zu schnüren, sowie eine kleine Grußkarte und eine kleine Duftkerze dranzubinden. Weil den Jugendlichen besonders die Kinder am Herzen lagen, fielen hier die Päckchen etwas größer aus. Spielsachen, Bücher und Babynahrung wurden noch mit eingepackt.

Am vergangenen Freitag wurden die Geschenke von der ganzen Klasse übergeben. Mit Unterstützung von Christiane Lettow-Berger konnten die Schüler dafür den Sitzungssaal des Kelheimer Rathauses nutzen. Auch Bürgermeister Horst Hartmann war dabei und fand lobende Worte für die Aktion.

Nachdem die Pakete überreicht worden waren, hatten die Jugendlichen noch Gelegenheit sich mit den Asylbewerbern zu unterhalten. Die Empfänger haben sich sehr über die Geschenke gefreut.

Die Schüler fanden die Aktion ebenfalls sehr gelungen. „Ich war sehr froh darüber, dass die Flüchtlinge sich so gefreut haben“, findet Kristin (13) und Elias (13) erzählt: „Es war schön, anderen eine Freude zu bereiten, die so viel mitgemacht haben.“ „Ich hoffe, dass das Weihnachtsfest der Flüchtlinge durch uns ein kleines bisschen schöner wurde und dass sie hier bei uns eine neue Heimat finden können“, wünscht sich Florian (13). Auch die Schülersprecherin Imma war sehr bewegt: „Ich war am Schluss einfach glücklich, dass ich solchen Menschen, die Schlimmes erlebt haben, sagen konnte, dass sie mir sehr am Herzen liegen und ich an sie denke und sie mir nicht egal sind. Ich bin froh, dass ich nicht so viel Leid ertragen musste“.Enttäuschung empfanden die Schüler darüber, dass manchen Menschen die Flüchtlinge egal sind oder sie sogar offen ablehnen. Umso mehr war es ihnen wichtig zu zeigen, dass es viele junge Menschen gibt, die offen und tolerant allen Menschen gegenüber sind, egal wo sie herkommen, welche Hautfarbe sie haben oder welche Sprache sie sprechen.Immacolata äußerte noch einen besonderen Weihnachtswunsch: „Ich wünsche mir, dass alle Menschen ihre Vorurteile überwinden können und erkennen, dass alle Menschen gleich sind.“

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