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Goldberg-Klinik: Neue Gehälter sind Verhandlungssache

Alle Klinikmitarbeiter, die es wünschen, können wieder Vollzeit arbeiten.

Der 6,5-prozentige Gehaltsverzicht der Klinikmitarbeiter läuft aus. Geschäftsführerin Dagmar Reich sieht den Verhandlungen gelassen entgegen. 2005 hatten sich wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der damaligen Kreiskliniken 93 Prozent der Beschäftigten bereit erklärt, auf 6,5 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, gleichzeitig wurde die Stundenzahl um denselben Prozentsatz reduziert. Am 29. Februar 2008 endet die Frist. Wie geht es weiter?

„Wir wollen erreichen, dass es möglichst wenig knirscht, wenn der Einspareffekt wegfällt“, sagte Personalratsvorsitzender Hans Kleehaupt zur MZ. Gegenwärtig sehe es so aus, dass bis zu 20 Prozent der Mitarbeiter freiwillig weiterhin weniger Stunden arbeiten wollen und dafür mit weniger Einkommen zufrieden sind. Auch habe die Geschäftsführung in den drei Jahren viele neue Beschäftigte nur befristet eingestellt.

Derzeit arbeiten an der Goldberg-Klinik 500 Menschen, zahlreiche in Teilzeit (rein rechnerisch sind das 300 Vollzeitstellen). Mit dem Gehalts- und Stundenverzicht seien de facto 20 Vollzeitstellen eingespart worden, sagt Kleehaupt. Auch dem Personalrat sei klar, dass man nicht einfach wieder um 20 Jobs aufstocken könne. Kleehaupt sagt, die Verhandlungen gestalteten sich schwierig, weil einerseits Landrat Dr. Hubert Faltermeier eine Nullrunde fordere, andererseits gleichzeitig die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst laufe.

„Sofern die Mitarbeiter es wünschen, können sie wieder Vollzeit arbeiten“, versicherte Klinik-Geschäftsführerin Dagmar Reich auf Anfrage der MZ. Sie bestätigt, dass einige Anträge auf Stundenreduzierung vorlägen. „20 Prozent sind es nicht ganz.“ Wie wird die Geschäftsleitung reagieren, wenn der Einspareffekt wegfällt? „Wir haben diesen Zeitpunkt seit drei Jahren im Blick“, wiegelt Reich ab. Seit 2005 habe es deshalb nur befristete Einstellungen gegeben.

Von einer Explosion der Personalkosten könne keine Rede sein. „Da geht es nur um 6,5 Prozent.“ Wesentlich schwieriger gestalte sich die Situation durch die Tarifverhandlungen der Ärzte im Öffentlichen Dienst. „Da kann die Wirtschaftlichkeit schon in Gefahr kommen. Da habe ich ein paar Sorgenfalten auf der Stirn.“ Der Tarifabschluss werde ganz klar eine Kostensteigerung mit sich bringen. Der Gesetzgeber erlaube den Krankenhäusern heuer eine maximale Budgeterhöhung von 0,64 Prozent. „Alles, was drüber geht, ist defizitär“, betont Geschäftsführerin Reich. Dann bleibe nur noch das Mittel, bei Fluktuation Stellen nicht mehr zu besetzen und weitere Anträge auf Teilzeit zu berücksichtigen.

Allerdings sieht die Geschäftsführerin auch das erweiterte Leistungsangebot, beispielsweise bei den orthopädischen Operationen. Der zusätzliche Operateur Dr. Wolfram Campe mache „zusätzliche Arbeit“ im Klinikbetrieb. „Ich hoffe, dass die Kassen das einsehen“, sagt Reich.

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