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Entwicklungshilfe

„Goldener Schlüssel“ war nur aus Papier

Die Kirchmann-Stiftung weihte in Nigeria ein Projekt ein, das nicht leicht zu stemmen war. Nun geht es in Mauretanien voran.
Von Manfred Forster

  • Die Dorfjugend aus Sina Gali blickt erwartungsfroh durch das Schultor Fotos: Kirchmann
  • Mit Stammestänzen und Musik wurde die Einweihung der Schule gefeiert. Foto: Kirchmann
  • Den symbolischen „Goldenen Schlüssel“ gab es nur in Papierform. Foto: Kirchmann

Abensberg. Abensberg. „Wer helfen will muss wissen worum es geht“, sagt Hanns-Peter Kirchmann. Das ist einer der Gründe, warum er mehrmals im Jahr in Afrika unterwegs ist. Erst vor wenigen Tagen sind er und seine Frau Felicitas aus dem hintersten Winkel in Nigeria zurückgekehrt.

Jetzt, am Donnerstagabend, richten sie den Fokus auf Mauretanien. Unter dem Titel „Wind, Sand und Sterne – Bilder und Berichte aus der Sahara“ berichten die Kirchmanns über das Engagement ihrer Stiftung in Mauretanien. In der Oase Atar betreibt die Stiftung Kirchmann für Afrika ein Jugendzentrum mit Förderschule für besonders benachteiligte Kinder.

Auf dem Weg nach Atar in Mauretanien Foto: Kirchmann
Auf dem Weg nach Atar in Mauretanien Foto: Kirchmann

Die Regensburgerin Susanne Heckmann, 84 Jahre alt, hat das Projekt ins Leben gerufen. Sie hat es der Stiftung aus Altersgründen anvertraut.

Um zu wissen, worum es geht, muss man Land und Leute kennen, sagt Stiftungsvorstand Hanns-Peter Kirchmann. Daher hatten Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann beschlossen, das Land Mauretanien, das zu 90 Prozent zur Sahara gehört, zu erkunden. Heilige Städte, fast im Sand versunken, Felszeichnungen der Menschen, die die Sahara einst bevölkerten, Seen, die noch weit bis in das erste nachchristliche Jahrtausend hinein mit Wasser gefüllt waren, der gigantische Landmark Guelb el Rischat werden Themen des Berichtes sein, ebenso wie Geschichten, die sich die Beduinen an den Lagerfeuern erzählen, ihre Bräuche und natürlich auch Informationen zum Jugendzentrum in Atar.

Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann waren die Ehrengäste der Einweihung. Foto: Kirchmann
Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann waren die Ehrengäste der Einweihung. Foto: Kirchmann

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen und werden für das Berufsbildungswerk für junge Mädchen in Atar verwendet, das die Stiftung in Atar aufmachen will.

Ihre jüngste Reise hatte die Kirchmanns in das Grenzgebiet von Nigeria und Kamerun geführt, wo die Stiftung am Bau einer Schule in dem Dorf Sina Gali beteiligt ist – und deren Einweihung nun im Beisein der beiden Abensberger gefeiert werden konnte.

Auf dem Weg nach Sina Gali in Nigeria  Foto: Kirchmann
Auf dem Weg nach Sina Gali in Nigeria Foto: Kirchmann

„Schon der Weg dahin war ein Abenteuer und teilweise nur zu Fuß zu machen“, so Felicitas Kirchmann, „das Fest war großartig. Alles, was Rang und Namen hatte, kam. Von der Provinzregierung von Yola in der Provinz Adamawa kamen viele Offizielle. Mit Nationalhymne und Tänzen der Dorfbewohner aus Sina Gali wurde ausgiebig gefeiert. Wir durften das weiße Band durchschneiden und die Schule offiziell überreichen. Den Goldenen Schlüssel konnten wir leider nur in Papierform übergeben.“

Bilder und Berichte aus der Sahara

  • Stiftung:

    Seit 2008 sind Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann in Westafrika als Entwicklungshelfer engagiert. Das erste Projekt, die Erweiterung des Gesundheitszentrums in Sabou wurde heuer abgeschlossen.

  • Aktion:

    Nach 2009 und 2012 findet vom 10. bis 18. März 2018 in Abensberg wieder ein Kultur- und Begegnungsprojekt mit Ausstellung, Vorführungen und Workshops an Schulen mit Künstlern aus Burkina Faso und Mauretanien statt.

  • Vortrag:

    Am Donnerstag ab 19.30 Uhr, berichten Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann im Pfarrsaal St. Barbara über das Land und ihr Projekt in Mauretanien.

Aber es gibt noch viel zu tun dort. Das Dorf und die Kinder brauchen einen Brunnen. Sie müssen das Wasser aus zehn Kilometer Entfernung holen, mit der Folge, dass die Eltern sie nicht in die Schule , sondern zum Wasserholen schicken. Und von der Schule müssen noch drei Klassenräume wieder hergestellt werden.

Die Arbeit geht der Kirchmann-Stiftung in nächster Zeit auf jeden Fall nicht aus.

Weitere Berichte aus Abensberg finden Sie hier.

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