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Radspektakel

Große Geste des Champions

Fünffach-Sieger Markus Rieber rollt mit dem Mainburger Hubert Liepold ins Ziel. Blitzeinschlag in Turm setzt krachendes Ende.
Von Benjamin Neumaier, Emily Buchner, Dietmar Krenz und Martin Rutrecht

  • Es regnete, als der riesen Pulk startete. Aber danach hatten die fast 1200 Teilnehmer bestes Wetter. Fotos: Krenz
  • Markus Rieber (l.) und Hubert Liepold kamen gemeinsam nach 47 Runden (= 770 km) ins Ziel. Foto: Rutrecht
  • Geschafft und dennoch glücklich zeigten sich die Fahrer nach 24 Stunden Rundenjagd. Foto: Krenz
  • RSC-Chef Klaus Roithmeier dankt mit der 22. Ausgabe des Race24 als Vorsitzender ab. Foto: Rutrecht

Kelheim.Es regnete, als knapp 1200 Teilnehmer das Rennen in Angriff nahmen – und es schüttete, als das 22. Race24 vorüber war. Wenige Minuten nach Ende des 24-Stunden-Radrennens tat es einen riesen Kracher: Ein Blitz schlug beim Turm am Altmühltor ein, mehrere Ziegel gingen zu Bruch.

Zwischen dem Auftakt und dem krachenden Einschlag lagen bestes Radsportwetter, super Stimmung, starke Leistungen und ein neuer Rekord: Zum fünften Mal gewann Markus Rieber aus Güglingen bei Heilbronn das Kelheimer Spektakel. Aber nicht alleine: Gemeinsam mit dem Mainburger Hubert Liepold rollte er ins Ziel. Sie teilten sich mit absolvierten 47 Runden (= 770 Kilometer) Platz eins.

Eindeutig waren die Verhältnisse bei den Teams. Bei den Herren-Quintetten wiederholte die Kreissparkasse Kelheim (57 Runden) ihren Vorjahressieg. Ein ebensolcher Streich gelang den Kelheimer Keldorado-Badenixen (50) bei den Frauen-Auswahlen. Im Mixed setzte sich das Team xc-ski.de A|N Skimarathon, im Senioren-Reigen Radsport Gaimersheim (je 54) durch. Die Hackordnung war bei den Mannschaften relativ früh im Rennen geklärt, auch bei Damen-Einzelsiegerin Andrea Friesinger (36 Rd.) aus Ammerang bei Wasserburg.

Unfall: Pkw rammt Teilnehmer

Einen kleinen Schatten auf das Rennen warf ein Unfall am Sonntagvormittag. Eine junge Dame fuhr am Alten Hafen mit ihrem Pkw aus einer Nebenstraße kommend in einen Teilnehmer, der über die Motorhaube flog. BRK-Bereitschaftsleiter Andreas Ober sprach zunächst von „schweren Verletzungen“ beim Race24-Starter, da Kopf und Brust betroffen sein könnten. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus wurden „glücklicherweise nur“ Prellungen, so Ober, festgestellt. Eine Ellbogenfraktur nach einem Sturz registrierte der Rettungsdienst zudem.

Tausende Zuschauer säumten den Stadtplatz und die Strecke während des Rad-Ausnahmezustandes in der Kreisstadt. Frenetisch gefeiert wurden Rieber (49) und Hubert Liepold (50) bei ihrer Zielankunft. Der nunmehrige Fünffach-Champion hatte den Mainburger schon abgehängt, ließ ihn aber wieder rankommen. „Der Hubert ist so ein sympathischer Bursch’, ich wollte mit ihm gewinnen“, so Rieber. Der Hallertauer Liepold kämpfte gegen Schmerzen an: „Irgendwann hat das Knie angefangen weh zu tun. Zweimal habe ich Rieber trotzdem wieder eingeholt. Ein drittes Mal hätte ich es wohl nicht mehr geschafft.“

Bei den Herren-Teams kristallisierte sich ein Zweikampf zwischen der Kreissparkasse und www.private-racing.com – beide Reihen besetzt mit Lokalmatadoren – heraus. Der Vorjahressieger schickte eine gute Stunde nach Mitternacht mit Maximilian Hornung „eine Rakete“, so Teamchef Benedikt Schäffer, raus, der die entscheidende Attacke ritt. Pech hatte das Team WINAX-food artists, das nach herausgesprungener Kette abreißen lassen musste. Die Keldorado-Badenixen wurden anfänglich vom Team Roll-Profi beharkt, spielten aber die „konstante Ausdauerqualität“, so Fahrerin Monika Dietl, gekonnt aus. Damen-Gewinnerin Andrea Friesinger stahl sich früh davon, hatte aber zwischendurch „zu kämpfen, manchmal dachte ich ans Aufgeben“.

„Fleischi“ keucht über die Runde

Besonders gespannt waren die Besucher auf das neue Unterhaltungskonzept mit Moderator Bernhard Fleischmann, dem es in Kelheim „super“ gefiel. Johannes Raab von Veranstalter RSC Kelheim meinte nach dem ersten Race24 mit „Fleischi“: „Ich denke, es war ein guter Ansatz. Der Moderator hat sehr viel mit dem Publikum und den Fahrern interagiert.“

Fleischmann kurbelte selbst zwei Runden ab. „Ich wollte die 30 Minuten angreifen, hatte aber mit 37 Minuten keine Chance“, gestand er. Für RSC-Vorsitzenden Klaus Roithmeier war es die letzte Ausgabe des 24-Stunden-Radrennens, er gibt sein Amt als Vereinschef ab. „Wir sind auch heuer wieder sehr zufrieden. Auch wenn die Feuerwehr alles vorbildlich absperrt, lassen sich Unfälle leider nicht vermeiden, wie man sieht. Aber gemessen an 1200 Startern ging es glimpflich ab.“

Seiten 24 bis 29

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