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Region Kelheim
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Jubiläum

Großes Jubelfest in Sallingberg

Floriansjünger feiern ihren 145. Geburtstag mit den Nachbarfeuerwehren. Redner erinnern an die Bedeutung dieser Vereine.
Von Wolfgang Abelthauser

Mit einem Festzug begann der Jubiläumstag der Sallingberger Feuerwehr. Foto: Abeltshauser
Mit einem Festzug begann der Jubiläumstag der Sallingberger Feuerwehr. Foto: Abeltshauser

Rohr.Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Floriansjünger aus dem Rohrer Ortsteil Sallingberg am Sonntag ihren 145. Geburtstag. Der Tag begann traditionelle mit Kirchenzug, Gottesdienst und der Ehrung langjähriger Mitglieder. Am Nachmittag ging es beim Wett-Spritzen mit der alten Feuerspritze um die Gaudi. Alle Redner erinnerten an die wichtige Aufgabe aller Feuerwehren der Region – gerade in diesen Tagen.

Die Sallingberger Feuerwehrfamilie hatte ungeplant den richtigen Zeitpunkt für ihr großes Fest ausgesucht. Die Tage vorher waren sie selbst und weitere Wehren im Landkreis fast täglich bei Unwettereinsätzen gefordert. Dafür gab es Lob von Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Andreas Rumpel.

„Die Floriansjünger stehen im Dienst des Lebens“, formulierte es beim Festgottesdienst Pfarrer Wolfgang Schillinger. Nicht zuletzt würden sie damit eine der Christenpflichten erfüllen. Denn dazu gehöre es, sich für Schwestern und Brüder in Not einzusetzen. Das geschah die vergangenen Tag mehrmals in der Region, als schwere Gewitter und Regengüsse niedergingen. Feuerwehr-Männer und -Frauen seien immer bereit, Zeit und Kraft einzusetzen.

Pfarrer Wolfgang Schillinger segnete die Fahne des Vereins. Foto: Abeltshauser
Pfarrer Wolfgang Schillinger segnete die Fahne des Vereins. Foto: Abeltshauser

Das zeigten sie jüngst mehrmals. Und so rief der Landrat beim kleinen Festakt am Sonntagnachmittag in die Runde: „Stellen Sie sich einen Ort ohne Feuerwehr vor!“ Das will derzeit wohl keiner. Wobei es laut Neumeyer nicht nur um das Retten geht. Gerade in kleinen Orten seine die Floriansjünger wichtig für das gesellschaftliche Leben. Wieder einmal lobte der Kreischef darüber hinaus das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Ohne das geht es auch bei der Feuerwehr nicht.

Helfer mit Praxiswissen

Rohrs Bürgermeister Andreas Rumpel betonte in seiner Rede den Mut zur Verantwortung, den eine Feuerwehr auszeichne. Ihre Mitglieder seien bereit, sich selbstlos einzusetzen. Eine Feuerwehr sei eben ein „Hilfeleistungseinheit aus Praktikern“.

Außerdem habe – gerade in einem Ort wie Sallingberg – die Feuerwehr großen Anteil am dörflichen Leben. Neben den traditionellen Veranstaltungen nannte das Gemeindeoberhaupt hier auch das Seifenkisten-Rennen, das die Floriansjünger schon öfter durchgezogen haben.

Rumpel vergaß nicht zu erwähnen, dass die Kommune das ihre zum Gelingen des Auftrags tue. So sei mit dem Kauf eines Löschgruppenfahrzeugs und der Anschaffung eines Anhängers die Ausrüstung auf einem guten Stand. Er und der Landrat brachten neben schönen Worten auch Geldgeschenke für das Geburtstagskind.

Landrat Martin Neumeyer hatte eine Urkunde mit dabei – und einen Scheck. Foto: Abeltshauser
Landrat Martin Neumeyer hatte eine Urkunde mit dabei – und einen Scheck. Foto: Abeltshauser

Verwendet werden soll das – so der konkrete Auftrag des Bürgermeisters an den Kommandanten – für die Jugendarbeit. Und dafür, dass künftig auch weibliche Mitglieder in die Wehr integriert werden. Zuvor war schon der Vorsitzende Martin Ettenhuber ans Mikrophon getreten. Er freute sich, dass die gesamte Dorfgemeinschaft wieder einmal zusammengeholfen habe. Wenige Minuten zuvor war ihm immer noch ein wenig die Anspannung im Gesicht abzulesen.

Vereinstreue zahlt sich aus
Was aber gar nicht mehr nötig war. Er selbst war zur Mittagsstunde denn auch mit dem Verlauf zufrieden. Der Tag begann mit einem festlichen Zug der teilnehmenden Vereine – benachbarte Feuerwehren und die Sallingberger Ortsvereine – zur Kirche. Während des Gottesdienstes segnete Pfarrer Schillinger die Fahne des Jubelvereins.

Am frühen Nachmittag nach den Ansprachen erhielten langjährige Mitglieder der Sallingberger Floriansjünger ihre Anerkennung. Darunter waren zwei Kandidaten, die schon ein halbes Jahrhundert mit dabei sind. Ettenhuber betonte jedoch, dass es sogar Mitglieder gibt, die über 60 Jahre der Wehr treu sind.

Beim Wettspritzen stand die Gaudi im Vordergrund. Foto Ettenhuber
Beim Wettspritzen stand die Gaudi im Vordergrund. Foto Ettenhuber

Danach kam die alte Handspritzenpumpe aus dem Jahr 1900, für die es Muskelkraft braucht, wieder zum Einsatz. Schon in früheren Jahren haben die Sallingberger Floriansjünger damit Wettbewerbe veranstaltet. Sonntag Nachmittag war es wieder soweit.

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Ein Blick zurück in die Geschichte

  • Start:

    Die Gründungsversammlung der Sallingberger Feuerwehr fand am 1. Juni 1873 statt. So sagt es die Vereinschronik. 25 Bürger hatten sich zur Verfügung gestellt. Chef der Truppe war Landwirt Albert Stöckl.

  • Entwicklung:

    Die erste eigene Löschmaschine gab es im Jahr 1877. 23 Jahr später kauften sich die Sallingberger ihre Handspritzpumpe. (wo)

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