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Zukunft

Grünes Licht für einen Rohrer Masterplan

Die Räte stellen die Weichen für die Weiterentwicklung der Marktgemeinde – das „Röllbauer-Anwesen“ wird nicht vermietet.
Von Edith Vetter

Das Wohnhaus im „Röllbauer-Anwesen“ wird aus Kostengründen nicht vermietet. Foto: EDITH VETTER
Das Wohnhaus im „Röllbauer-Anwesen“ wird aus Kostengründen nicht vermietet. Foto: EDITH VETTER

Rohr.Die Weichen für eine Weiterentwicklung der Marktgemeinde wurden durch einen Grundsatzbeschluss gestellt. Wohin die Reise gehen soll, muss allerdings noch geklärt werden. Als ersten Schritt in Richtung Zukunft stimmten die Marktgemeinderäte in der jüngsten Sitzung für die Erstellung eines Masterplans zur Gemeindeentwicklung aus GEK und ISEK als kombiniertes Konzept mit Bürgerbeteiligung. Mit Hilfe des Plans können mittel- und langfristige Entwicklungsziele der Gemeinde definiert werden. Diese Ziele sollen auch als Orientierungsrahmen für aktuelle kommunalpolitische Entscheidungen dienen.

Zahlreiche Besucher waren bei der Sitzung anwesend. Als Referent Manfred Eibl die Räte erinnerte, dass man eine Gemeinde nur voranbringe, wenn man gemeinsam an einem Strang ziehe und politisches Geplänkel außen vor lasse, wurde Beifall geklatscht. Die Sitzungsteilnahme zeigte deutlich, dass die Bürger durchaus ein Interesse an ihrer Heimatentwicklung haben.

Politik

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Zur Marktgemeinderatssitzung begrüßte Bürgermeister Andreas Rumpel als Gastredner den ehemaligen Bürgermeister und MdL Manfred Eibl aus Perlesreut, Maria Schiederer von der Regierung Niederbayern (Städtebauförderung) und Dr. Christian Thurmaier vom Amt für Ländliche Entwicklung. Rund ein Drittel der erforderlichen Arbeit sei in der ILE Donau-Laber und durch „Vorbereitende Untersuchungen“ (VU) 1996 bereits erarbeitet worden. Das würde die Gesamtkosten erheblich senken ebenso wie der bereits erstellte Vitalitätscheck 2.1, bei dem Leerstände oder Flächenbedarf für Bauland ermittelt worden seien. Als letzter Baustein würde ein Masterplan für ein Gesamtkonzept mit Bürgerbeteiligung fehlen, so Bürgermeister Rumpel.

Voraussetzungen für Zuschüsse

Ohne Konzept flössen auch keine staatlichen Gelder, erklärte daraufhin Maria Schiederer. Das Programm „Innen statt Außen“ mit 80 Prozent Förderung setze das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für den Markt Rohr voraus genauso wie die Erstellung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes (GEK) mit 75 Prozent Förderung. Nebenbei riet sie der Gemeinde ab, das Röllbauer-Anwesen zu vermieten, da die Miete an die Regierung zurückgezahlt werden müsste.

Die Vision vom Miteinander gelebt

Manfred Eibl war 17 Jahre Bürgermeister in Perlesreut im Ilzer Land. Er sei damals gewählt worden, weil er Visionen hatte, sagte er. Perlesreut hat weniger Einwohner als Rohr und hatte auch Schulden, erinnerte er sich. Aber er lebte seine Visionen von einem „Miteinander“. So fanden sich Schule, Kindergarten, Kirche, Caritas und Gemeinde zusammen und riefen ein Bündnis für Familie ins Leben. „Mit Bürgern Schwerpunkte entwickeln, um gemeinsam die Heimat zu entwickeln, das ist unsere Aufgabe als Gemeindevertreter“, so Eibl. Man müsse in Rohr Aufbruchstimmung verbreiten für Gemeinwohl, Fortschritt und Zusammenhalt, und ebenso die Außenrepräsentation verbessern sowie die Bürger von der Zukunftsfähigkeit ihrer Heimat überzeugen. „In Perlesreut haben wir neben Bäcker, Metzger jetzt auch einen Optiker, ein Schuhgeschäft, einen Bioladen, diverse kulturelle Zentren, ein ärztliches Praxismobil und vieles mehr. 36 Ortsvereine arbeiten zusammen im Vereinsforum. Das alles war auch nur möglich mit staatlichen Zuschüssen“, erklärte Eibl, der Vorsitzender der ILE Ilzer Land e. V. ist.

Nutzungsideen fürs „Röllbauer-Anwesen“

  • Ablehnung Der Antrag von Gemeinderat Georg Riedl (SPD), das „Röllbauer-Anwesen“ günstig zu vermieten, wurde abgelehnt.

  • Ansicht Der Bauausschuss kam zum Ergebnis, das 1976 erbaute Haus aus Rentabilitätsgründen nicht zu vermietet. Es könne aber für soziale gemeindliche Zwecke (Senioren, Jugend, Mutter-Kind-Gruppe, Nachbarschaftshilfe etc.) kurzzeitig Verwendung finden. (eav)

„Nutzen Sie die Chance“

„Wenn man den Ortskern verliert, verliert man das Herz! Sie haben Bedingungen, wovon manche Orte träumen“, betonte Eibl. „Nutzen Sie die Chance. Denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ Jetzt sei noch eine gute Zeit, um die staatlichen Töpfe abzuschöpfen. Denn es zeigten sich schon dunkle Wolken am Himmel der Hochkonjunktur.

„Ein Haus braucht ein Fundament!“, sagte Karl Obermeier (FW) und befürwortete damit die Erstellung der Entwicklungskonzepte GEK und ISEK. Wie hoch die Gemeindekosten für einen Masterplan seien, denn das seien schließlich Steuergelder der Bürger, fragte Matthias Hermann (Bürgerliste). „Sie reden um des Kaisers Bart. Den Umfang entscheiden Sie als Räte“, so Eibl. Gottfried Rieger (Bürgerliste) wollte, dass das Gremium alleine die Marschrichtung vorgeben solle. Mit der Fertigstellung des Gutachtens sei frühestens in ein oder zwei Jahren zu rechnen, ergänzte Geschäftsstellenleiter Bernhard Loibl.

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