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Baustelle

Grundstein für neues Rathaus ist gelegt

Jetzt haben die Arbeiten für den Neubau im Zentrum der Stadt offiziell begonnen. Schon die Baugrube war eine Herausforderung.
Von Wolfgang Abeltshauser

Bürgermeister Dr. Uwe Brandl versenkte unter Anleitung von Planer Norbert Raith (r.) die Hülse im Grundstein. Fotos: Abeltshauser
Bürgermeister Dr. Uwe Brandl versenkte unter Anleitung von Planer Norbert Raith (r.) die Hülse im Grundstein. Fotos: Abeltshauser

Abensberg.Das Sanierung und Neubau des Rathauses mitten im Abensberger Stadtzentrum etwas Besonderes darstellen, zeigt schon allein dies: „Ich habe so etwas noch nie gemacht“, betonte Dr. Uwe Brandl. Was für den umtriebigen Bürgermeister der Babonenstadt schon etwas heißen mag. Es ist eben Tradition, bei wichtigen offiziellen Bauten einen Grundstein zu legen. Das geschah am Donnerstagvormittag auf der Baustelle vor zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft.

Immerhin handle es sich bei dem Bau für sehr viele Jahre um eine wichtige Anlaufstelle für die Abensberger. Das stellte Planer Norbert Raith fest. Da sei so ein Termin durchaus angeraten. Wie es üblich ist, mauerten die Abensberger Bürgermeister, die Geistlichen, politische Köpfe der Stadt und der Rathausnachbar Anton Schottmayer eine Metallhülse in ein vorbereitetes Geviert aus Mauersteinen ein.

Georg Birner, Barbara Dietrich und Anton Schottmayer (v. l.) nahmen die Mörtelkelle in die Hand.
Georg Birner, Barbara Dietrich und Anton Schottmayer (v. l.) nahmen die Mörtelkelle in die Hand.

Zuvor steckte Raith die Baupläne des Projekts in die Hülse – sowohl in Papier- als auch digitaler Form mittels eines USB-Sticks. Ob der jedoch noch funktioniere, wenn man den Grundstein vielleicht in einigen hundert Jahren finde, könne er nicht versprechen. Lachte der Baufachmann. Eine Stadtmünze und ein Glückscent, den Brandl schnell noch aus der Brieftasche geholt hatte, sind weitere Bestandteile des Grundsteins. Es oblag Stadtkämmerer Andreas Poschenrieder, sie in die Hülse zu stecken. Brandl schließlich tat das mit einer aktuellen Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung.

Er steckte die Hülse anschließend in das Steingeviert. Der Bürgermeister hofft, dass die Baustelle sowohl im zeitlichen als auch im Kostenrahmen bleibt. Wobei das ein „sportliches Ziel“ sei, wie er in seiner Ansprache einräumte. Danach wünschte er der Baustelle einen unfallfreien Verlauf.

Baustelle ist eine diffizile Sache

Raith betonte in seiner Ansprache, dass so eine große Baustelle auf engstem Raum schon eine Herausforderung darstelle. Es handle sich immerhin um 8000 Kubikmeter umbauten Raum. Das sei in der Innenstadt schon eine Menge. „Allein die Baugrube hat mehr als eine halbe Million Euro gekostet.“

Eine große Lücke klafft derzeit im Stadtzentrum. Auch ein Nachbargebäude ist mittlerweile abgerissen worden.
Eine große Lücke klafft derzeit im Stadtzentrum. Auch ein Nachbargebäude ist mittlerweile abgerissen worden.

Sie anzulegen, habe auch länger gedauert als gedacht. Aber der Untergrund habe die Baufachleute mehr herausgefordert als anfangs gedacht. Raith sprach von einem Canyon, bei dem der Granit einmal bei einem Meter, nur wenig entfernt davon aber bei zwölf Meter anstehe. Entsprechend schwierig sei es gewesen, die Baugrube abzustützen und die Nachbargebäude zu sichern. Selbstverständlich müsse ausgeschlossen sein, dass die Schaden erleiden. Etliche Bohrpfähle wurden gesetzt, die dann zum Teil noch einmal zusätzlich gesichert wurden.

Der Neubau entsteht direkt neben dem denkmalgeschützten Altbau, der in der kommenden Zeit saniert wird. Es wichen die verschiedenen Gebäude, in denen sich die Stadtverwaltung in den Jahren zuvor ausgebreitet hatte, weil das eigentliche Verwaltungszentrum längst zu klein geworden war. Dem Erdboden gleichgemacht wurden das ehemalige Kassenhäusl, das Rathaus-Nebengebäude, das ehemalige Holzapfel-Haus und das ehemalige Moser-Haus.

Der Bau aus dem 16. Jahrhundert

  • Ruhe:

    Der denkmalgeschützte Altbau aus dem 16. Jahrhundert hat derzeit noch Ruhe vor den Arbeitern. Die Sanierung dort wird aller Voraussicht nach erst im kommenden Jahr beginnen.

  • Maßnahmen:

    Vorgesehen ist eine Generalsanierung. Neu werden Fenster und Türen, Bodenbeläge, Heizung, Treppe und der Aufzug. Komplett erneuert wird zudem der Dachstuhl. (wo)

Die publikumsintensiven Abteilungen des Rathauses werden auch nach Vollendung des Projekts im Altbau untergebracht. So sagte es Raith. In den Neubau kommen Kasse, Kämmerei, Steueramt, Friedhofsverwaltung und Teile des Bauamts. Das Archiv wird dort untergebracht. Die Polizei, die Verkehrsüberwachung, die Stadtwerke und die Volkshochschule erhalten darin Büros. Raith berichtete ferner, dass auch Parkflächen für Dienstfahrzeuge vorgesehen sind. Barrierefreiheit ist für den gesamten Bau ein wichtiges Stichwort.

Den eigentlichen Startschuss für das Großprojekt gab es bereits am 24. November vergangenen Jahres. Da zogen die Rathausmitarbeiter um in ihr Übergangsdomizil.

Asyl an Münchner Straße

Das befindet sich, wie mehrfach berichtet, im Verwaltungsgebäude der Baufirma Stanglmeier an der Münchner Straße. Dort hat die Kommune bis zum angepeilten Einzug in die neu gestalteten Räume im Jahr 2020 drei Stockwerke zur Verfügung.

Nachdem die alten Mauern endgültig entrümpelt waren, fuhren am 20. Februar schließlich die Abrissbagger auf. Allein diese Arbeiten benötigten einige Wochen. Seither müssen die Abensberger auch Umwege in Kauf nehmen, weil die Dollinger Straße für Autos gesperrt ist. Fußgänger und Radfahrer können weiter passieren.

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