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Verfahren

Heilquelle soll geschützt sein

Die Planung für das Gebiet in Bad Abbach liegt nun vor. Die Betroffenen können ab sofort ihre Einwendungen geltend machen.
Von Gabi Hueber-Lutz

Das Luftbild aus dem Jahr 2005 zeigt das geplante Heilquellenschutzgebiet in Bad Abbach. Es umfasst im Wesentlichen die Äcker und Wiesen im oberen Teil des Bildes, zum Teil aber auch die Siedlung am Weichser Weg zwischen Kurallee und der Straße zum Tunnel. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Das Luftbild aus dem Jahr 2005 zeigt das geplante Heilquellenschutzgebiet in Bad Abbach. Es umfasst im Wesentlichen die Äcker und Wiesen im oberen Teil des Bildes, zum Teil aber auch die Siedlung am Weichser Weg zwischen Kurallee und der Straße zum Tunnel. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach.Lange Zeit war es still um die geplante Ausweisung eines Heilquellenschutzgebiets für das Asklepios Klinikum. Nun läuft die öffentliche Auslegung für die ausgearbeitete Planung. Im Sommer 2016 hatte das Klinikum die Betroffenen über die Pläne informiert und bei den Anliegern teilweise wenig Begeisterung geerntet.

Zur Vorgeschichte: Der Schwefelwasser-Brunnen, um den es geht, liegt an der Straße, die zur östlichen Einfahrt eines Tunnels führt. Bis dato gibt es noch kein Schutzgebiet für diesen Brunnen. Seit dem Ende der 1990er-Jahre gab es eine wasserrechtliche Genehmigung für die Nutzung des Schwefelwassers. Diese sei aber ausgelaufen, hieß es 2016. Das Landratsamt forderte damals, dass ein Schutzgebiet ausgewiesen werden muss, wenn das Schwefelwasser weiter genutzt werden soll. Nun ist die Planung für dieses Schutzgebiet fertig. Noch bis zum 9. März wird diese sowohl beim Landratsamt als auch im Rathaus Bad Abbach ausliegen. Jeder, der von der Planung betroffen ist, kann nun eine Stellungnahme dazu abgeben, ebenso wie die betroffenen Behörden.

Umfang steht fest

Bei dem Treffen im Sommer 2016 war noch nicht klar gewesen, welchen Umfang das Schutzgebiet haben soll und welcher Art der jeweilige Schutz sein soll. Grundstücksbesitzer befürchteten damals Beeinträchtigungen und Wertminderungen für ihre Grundstücke. Nun liegen genaue Angaben über den Umfang vor.

Dabei muss man zwischen zwei Schutzzonen unterscheiden: der qualitativen und der quantitativen. Die quantitative Schutzzone ist größer. In ihr geht es darum, dass die Quelle mengenmäßig nicht beeinträchtigt wird. Es soll also vermieden werden, dass der Quelle quasi das Wasser abgegraben wird. Diese Zone beginnt oberhalb der Straße, die zum Tunnel führt, und hat im Osten die Peisinger Straße und die Talstraße bis zum Wiesenweg als Begrenzung. Laut Verordnungsentwurf sind hier zum Beispiel in der Siedlung am Weichser Weg Eingriffe verboten, die mehr als fünf Meter unter das Gelände gehen.

Der Titel „Bad“

  • Vergangenheit:

    Bereits die Römer nutzten die Heilquellen. Seit dem 13. Jahrhundert war der Ort als Wildbad bekannt. 1934 erhielt er den Titel Bad.

  • Gegenwart:

    Um sich „Bad“ nennen zu dürfen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Bezeichnung hänge in Bad Abbach an der Schwefelquelle, hieß es bei einer Informationsveranstaltung im Sommer 2016. (lhl)

Die qualitative Schutzzone ist enger gefasst. In ihr soll das Wasser vor Verunreinigungen geschützt werden und es soll so sichergestellt werden, dass wichtige Inhaltsstoffe, die das Wasser zum Heilwasser machen, erhalten bleiben. Die Siedlung am Weichser Weg und das landwirtschaftliche Anwesen an der Peisinger Straße sind hier nicht erhalten. Diese Zone beginnt erst südlich der Straße, die zum Tunnel führt und zieht sich entlang dieser Straße in Richtung Saalhaupt. Im Westen ist das Gebiet durch die Stinkelbrunnstraße und deren Verlängerung den Berg hinauf in Richtung Süden begrenzt. Die südliche Begrenzung endet für die qualitative Schutzzone beim Wiesenweg, für die quantitative ein Stück weiter südlich.

Auswirkungen vor Ort

Ob die Ausweisung des Schutzgebiets für die Betroffenen problematisch ist, könne man beim derzeitigen Stand des Verfahrens nicht einzuschätzen, hieß es auf Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung vonseiten des Landratsamtes. Das werde das Verfahren zeigen. Man könne auch noch nicht einschätzen, wie lange das Verfahren dauern werde. Zunächst müssten nun die aktuell laufenden Beteiligungen der Öffentlichkeit und der betroffenen Fachstellen zu dem Entwurf abgewartet werden.

Das Asklepios Klinikum wollte sich nicht zur Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung äußern, welche Wichtigkeit die Schutzzone für die Klinik hat.

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