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Kultur

Heiterkeit, Gefühl und Nachdenkliches

Die „Literaturtage im Oberpfälzer Jura 2019“ in Kelheim bieten einen bunten Mix an Stilformen und Inhalten.

Akteure des 2. Literaturabends im Landratsamt: von links Ulrich Böken, Maria Reiser, Claudia Böken, Lilo Straßer, Andreas Dick und Landrat Martin Neumeyer Foto: Sonja Endl Landratsamt Kelheim
Akteure des 2. Literaturabends im Landratsamt: von links Ulrich Böken, Maria Reiser, Claudia Böken, Lilo Straßer, Andreas Dick und Landrat Martin Neumeyer Foto: Sonja Endl Landratsamt Kelheim

Kelheim. Bereits zum fünften Mal finden heuer die „Literaturtage im Oberpfälzer Jura“ statt. Die Veranstaltungsreihe will Autoren, Musiker und kreative Köpfe der Gegenwart und Vergangenheit aus Ostbayern bekannter machen, aber auch Jugendliche und Erwachsene ermuntern, ihren eigenen Gedanken schriftlich und bildlich Ausdruck zu verleihen. Das Ergebnis zeigte sich jetzt wieder.

Lustig waren sie, die Gedichte, Verserl und Geschichten, die man am zweiten Veranstaltungsabend der Literaturtage im Oberpfälzer Jura im Landratsamt Kelheim hören konnte. Aber auch zum Nachdenken gab es etwas und manchmal war es sogar ein bisschen traurig.

Breite Palette einer älteren Dame

Lilo Straßer aus Weltenburg eröffnete mit ihren „Verserln“ über das Leben und die Herausforderungen des Alltags den Abend mit Autoren aus dem Landkreis Kelheim. Die breite Palette der Werke dieser älteren Dame ist wirklich bewundernswert, teilt Sonja Endl vom Landratsamt Kelheim mit. So erzählte sie vom Kirchgang oder dem Geburtstagsbesuch von Klein Everl bei der Oma, die dafür lieber einen gebrauchten Geldschein zum Dank erhalten hätte. Und im Gedicht „Es herbst´ld halt“ machte sie sich ihre Gedanken zur aktuellen Jahreszeit.

Förderung

  • Nachwuchs:

    Außerdem sollen Jugendliche und Erwachsene zu eigenem literarischen Schaffen angeregt werden, ihren eigenen Gedanken schriftlich und bildlich Ausdruck zu verleihen.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte der Autor Gerd Maier leider nicht selbst an der Veranstaltung teilnehmen. Sein Verleger und Freund Andreas Dick übernahm dies für ihn und brachte mehrere Geschichten aus den bisherigen drei Werken des Autors dar. Da hörte man von bayerischen Originalen und von komischen Käuzen, von der Hoamat und den Bräuchen: Die Mutter wusste nicht, wie sie den Pfarrherrn würdig anreden sollte und machte den bischöflichen Kämmerer zum Herrn Zimmerer. Und die Magd vom Müllner-Bauern, gepeinigt von einer funktionierenden Verdauung auf dem Weg in die Kirche, blamierte sich so vor allen Leuten, dass sie für mehrere Wochen auf den Kirchgang verzichtete.

Sogar Theaterstücke geschrieben

Eine Kulturschaffende der besonderen Art war die 2015 verstorbene und frühere Kelheimer Redaktionsleiterin der Mittelbayerischen, Sigrid Manstorfer aus Ihrlerstein. Unvergessen sind die Aufführungen ihrer selbst geschriebenen Theaterstücke des Ihrlersteiner Theaterspielkreises. Ihre Tochter Claudia Böken mit Ehemann Ulrich trugen Lieblingsgeschichten und Gedichte aus der Feder ihrer Mutter vor. Da kam die Befreiungshalle zu Wort über den Lauf ihrer Geschichte und die Geschichte vom Bombenfund im Landratsamt und die daraus resultierende Sensationsgier der Presse wurde erzählt.

Die stellvertretende Landrätin Hannelore Langwieser klagte anschließend über die Probleme mit der weiblichen Figur und ließ ein kleines Lichterl für alle brennen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Maria Reiser aus Mainburg. Auch sie sorgte mit ihren Liedtexten auf bayrisch mit den Themen „Hoamat, Weißbier und vial G’fuil“ für beste Unterhaltung.

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