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Tradition

Hellring: Pilgern, beten und gut essen

In Hellring gehen die Uhren fünf Tage lang anders. Am Donnerstag beginnt das berühmte Fest, das die Massen anzieht.
Von Gabi Hueber-Lutz

Viele Pilgergruppen machen sich jedes Jahr auf zur Heiligen Ottilie nach Hellring. Fotos: Gabi Hueber-Lutz
Viele Pilgergruppen machen sich jedes Jahr auf zur Heiligen Ottilie nach Hellring. Fotos: Gabi Hueber-Lutz

Hellring.Der Duft von gebratenen Gänsen und Enten liegt quasi schon über der kleinen Gemeinde in Niederbayern. Ab dem heutigen Donnerstag feiert sie wieder ihre eigene fünfte Jahreszeit. Mit Fasching hat das nichts zu tun, sondern mit Glauben, Tradition und gutem Essen. Hellring, das ist ein Ort, Hellring ist aber auch ein Zustand. Das Fest heißt so wie der Ort, denn es umspannt ihn an diesem zweiten Wochenende im Oktober vollkommen.

Seit über 750 Jahren gibt es den Hellring. Ausgangspunkt war die Wallfahrt zur Heiligen Ottilie. Ihr ist die imposante Wallfahrtskirche geweiht. Zu ihr kamen die Gläubigen immer schon, wenn sie um Heilung von ihren Augenleiden baten. Denn die Heilige Ottilie wurde der Legende nach blind geboren und bekam in der Taufe ihr Augenlicht zurück. Die Wallfahrer, die schon vor Jahrhunderten hierher kamen, waren zahlreich und sie waren hungrig und durstig. Mit der Zeit bekamen die Privathäuser in dem Dorf deshalb das Schankrecht.

Herzstück der Speisekarte

Früher waren es mehrere Häuser, die am Wochenende von Hellring ihre Stuben öffneten und den Menschen Stärkendes servierten. Heute sind es noch drei Wirte: die Familie Brunner, die Familie Hirthammer und die Familie Pernpaintner. Enten- und Gänsebraten machen nach wie vor das Herzstück der Speisekarten aus. Und bei jeder der Wirtsfamilien steht auch das Geflügeljung auf der Karte. Für viele Besucher eine Delikatesse, und mancher hat einen Behälter dabei, um noch eine Portion davon mitzunehmen.

Ohne Enten und Gänse ist der Hellring nicht denkbar. Foto: Hueber-Lutz
Ohne Enten und Gänse ist der Hellring nicht denkbar. Foto: Hueber-Lutz

Am Donnerstag beginnt das Fest mit dem traditionellen Anzapfen durch Bürgermeister Herbert Blascheck. Dieses Jahr um 18 Uhr beim Brunner. Schon am ersten Abend sind die Wirtshäuser immer bestens gefüllt. Beim Hirthammer gibt es dazu noch ein Wettsag’ln, bei dem nicht nur starke Männer ihre Kräfte beweisen können. Der Tag mit den meisten Besuchern ist der Sonntag. Etliche Gruppen pilgern dann auch aus entfernteren Dörfern zur Heiligen Ottilie und halten in der Kirche eine kleine Andacht, bevor sie sich die Stärkung in einem Wirtshaus redlich verdient haben. Den Besuch am Brunnen im hinteren Teil der Kirche lassen die meisten Besucher an diesem Tag auch nicht aus. Dort füllen sie das heilende Wasser ab und nehmen es mit nach Hause.

Gottesdienste

  • Freitag und Samstag:

    18 Uhr Pilgermesse zu Ehren der Hl. Ottilie;

  • Sonntag:

    8.30 Uhr Rosenkranz und Beichtgelegenheit, 9 Uhr feierliche Messe mit Ottiliensegen, 14 Uhr: Andacht mit Ottiliensegen;

  • Montag:

    19 Uhr Pilgermesse;

  • Darüber hinaus:

    Die Kirche ist am Wochenende auch zu anderen Zeiten für die Gläubigen geöffnet. (lhl)

Diakon Johann Graf zum Beispiel wird auch heuer wieder mit einer Pilgergruppe aus Bad Abbach kommen und freut sich schon drauf. „Es ist einfach schön, in einer Gemeinschaft unterwegs zu sein, in den Tag hinein zu gehen, die Natur zu erleben, anzukommen und dieses Fest mit seiner ganz besonderen Atmosphäre zu erleben“, schwärmt er.

Am Sonntag auf die Dult

Zum Hellring gehört am Sonntag traditionell auch die Dult. Schausteller und Fieranten freuen sich dann, wenn auf der Festwiese viel los ist. Dort warten das Kinderkarussell, ein Bungee Trampolin, sowie Losbude und Schießstand auf Besucher. Die Warendult ist bereits am Weg zur Kirche aufgebaut. Dort gibt es Köstliches und Schönes, Hochprozentiges und Gesundes, Praktisches und Überflüssiges zu kaufen.

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