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Rückenwind für die Ausweitung des RVV-Tarifgebietes: Jetzt unterstützt auch Neustadts Bürgermeister Reimer die Forderung.
Von Jochen Dannenberg

Ein Zug fährt am Bahnhof Neustadt ein. In Neustadt endet das Tarifgebiet des RVV. Politiker fordern eine Ausweitung. Foto: Dannenberg
Ein Zug fährt am Bahnhof Neustadt ein. In Neustadt endet das Tarifgebiet des RVV. Politiker fordern eine Ausweitung. Foto: Dannenberg

Neustadt.Seit Jahren setzt sich Stadtrat Günter Schweiger für eine Ausweitung des Tarifgebietes des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) nach Münchsmünster ein. Bisher vergeblich. Doch jetzt erhält Schweiger Rückendeckung – von Bürgermeister Thomas Reimer. Der scheint Schwung in die Sache zu bringen.

Ein Bahnhof ganz nahe

Von der Ausweitung des Tarifgebietes würden primär die Einwohner des Neustädter Ortsteils Schwaig profitieren. Wenn sie mit der Eisenbahn im Landkreis Kelheim unterwegs sein wollen oder beispielsweise nach Regensburg fahren wollen, können sie dies nur vom sechs Kilometer entfernten Bahnhof in Neustadt, nicht aber vom wenige hundert Meter entfernten Bahnhof in Münchsmünster. Er liegt bereits im Tarifgebiet des Ingolstädter Verkehrsverbundes (IVV). Für die Strecke von Münchsmünster nach Neustadt müssen die Einwohner von Schwaig ein zusätzliches Ticket kaufen.

Die Ausweitung des RVV-Tarifgebietes nach Münchsmünster war bisher vom zuständigen Landratsamt in Kelheim u.a. mit Hinweis auf mögliche Mehrkosten für den Landkreis abgelehnt worden. Per Vertrag ist der Landkreis gegenüber den Bahnbetreibern einen Teil der Kosten zu übernehmen. Sie würden bei einer Ausweitung des Tarifgebietes steigen.

Seit 2009

  • Bereich:

    Seit 2009 gelten die Tarife des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) für Bahnfahrer im Landkreis Kelheim bis Abensberg und Neustadt sowie für Anschlussfahrten auf der Buslinie Saal-Kelheim.

  • Kosten:

    Bis Ende 2008 war für Landkreisbürger mit RVV-Ticket Endstation in Bad Abbach, Painten bzw. Langquaid. Die Gebietsausweitung kostete den Landkreis anfangs rund 80 000 Euro jährlich.

Bürgermeister Thomas Reimer ficht das nicht an. Er weiß um die Rechnung, hält aber mit mehreren Argumenten dagegen. So stellt Reimer in einem Brief an Landrat Martin Neumeyer fest: „Eine solche Ausweitung im Sinne des Wirtschaftszentrums Neustadt/Münchsmünster ist im Sinne beider Gemeinden und allein deshalb schon müsste dies auch im Sinne der beiden Landkreise sein.“

Anschließend zählt Neustadts Bürgermeister auf, wer von einer Ausweitung des Tarifgebietes profitieren würde. Es gehe dabei nämlich nicht nur um die Möglichkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, mit der Bahn kostengünstig zum Arbeitsplatz zu kommen. „Durch eine Ausweitung der Tarifzonen wäre auch eine kostenfreie Fahrt für Studentinnen und Studenten der beiden Hochschulstandorte Ingolstadt und Regensburg zu den Firmen unserer Region gegeben, was nicht nur Praktika vor Ort begünstigt, sondern durchaus auch die Firmen in ihrer künftigen Suche nach qualifizierten Arbeitskräften begünstigen könnte.“

9000 Arbeitnehmer in der Region

Damit bringt der Bürgermeister neue Argumente in die Diskussion. Er betont die Bedeutung des Wirtschaftszentrums Neustadt / Münchsmünster. Rund 9000 Arbeitnehmer sind hier beschäftigt. Etliche Firmen sind weltweit tätig und nehmen mit ihren Produkten wie beispielsweise die Scheugenpflug AG oder Intertec Hess auch international herausragende Stellungen ein. Reimer verknüpft mit Praktika von Studenten auch die Hoffnung, dass aus den Praktika mehr werden könnte. „Warum sollte daraus nicht auch ein Job bei den hiesigen Firmen und ein Wohnort im Landkreis werden“, sagt er.

Bereicherung für die Region

Schließlich greift er das Kostenargument, das vom Landkreis bisher verwendet wurde, um die Ausweitung des Tarifgebietes abzulehnen, auf, um für die Ausweitung zu werben. „Es wäre sicherlich nicht nur im Sinne der beiden Kreisumlagen-Nettozahler Neustadt und Münchsmünster von Interesse, sondern diese Ausweitung wäre auch eine Bereicherung für die gesamte Wirtschaftsregion“, sagt Thomas Reimer.

Aus dem Landratsamt gibt es nicht viel Neues zum Thema. Landrat Martin Neumeyer teilt mit: „Die Problematik des außerhalb des Landkreis Kelheim liegenden Bahnhofes in Münchsmünster ist uns bekannt und wurde und wird immer wieder thematisiert. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine neuen Erkenntnisse, wir arbeiten an einer Lösung und werden zu gegebener Zeit darüber informieren. Da der Bahnhof in Münchsmünster aber im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm liegt, sind Gespräche mit mehreren Beteiligten nötig, dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen.“

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