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Gillamoos

Hip hip hurra, Olympia!

TSV und Stadt Abensberg ließen Bischof, Peters und Tölzer hochleben. Auf dem Programm: Eintrag ins Goldene Buch, Ehrung im Festzelt und Autogrammstunde.

Moderator Tom Meiler (re.) mit den drei Olympiasiegern von London (v.li.) Ole Bischof, Andi Tölzer und Dimitri Peters.

Abensberg. Wurde Ole Bischof anlässlich der Olympischen Spiele 2008 in Peking noch in der Rikscha transportiert, trafen er und seine ebenso erfolgreichen Kollegen Dimitri Peters und Andi Tölzer diesmal in englischen Cabrios auf der Gillamoos-Wiese ein. Zum Glück hielt das Wetter auch Samstagnachmittag beim Festprogramm. Unzähle Autogramm schrieb das Medaillentrio schon vor dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt auf Fähnchen, Judoanzüge und vieles mehr. Ein Foto mit den Athleten wollten ebensoviele ergattern. Bevor es zur Festwiese ging, scherzte Judo-Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger. „Wir haben ein Geschenk für Euch, lebenslanges Fahren in unseren S- und U-Bahnen.“ Dann bestiegen die Athleten die zwei „Morgans“ und ein Triumph-Cabrio. Angeführt von einem Teil der Abensberger Stadtkapelle machte sich der Zug - begleitet von vielen TSV-Judoka - auf den Weg zur Gillamooswiese. Dort säumten ein paar Fans die Straße, darunter Georg Schmid aus Abensberg. Er sei allgemein Sportfan und habe den Olympiaauftritt von allen Dreien natürlich live verfolgt, auch, „weil sie von da sind“. Ihn beeindrucken die „sehr guten Erfolge“ der Judoka bei den Olympischen Spielen. „Sie haben den Erwartungen, die groß waren, schon entsprochen“, sagte Schmid.

Beim Autokorso der Olympiateilnehmer säumten allerdings nur wenige Abensberger die Straßen, zumindest bis direkt zum Eingang der Festwiese. Und die Straße war auch nicht für den Verkehr gesperrt worden. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl führte das geringe Zuschauerinteresse auf die relativ kurzfristige Ankündigung der Ehrung zurück. Abends wären sicher mehr Leute da gewesen, sagte er, der geringe Zulauf sei normal für Samstagnachmittag. Und die Stadt habe hier einen Kompromiss finden müssen - abends hätten die Festwirte das Programm der oft teuren Bands unterbrechen müssen. „Den Sportlern hat es gefallen, das ist das Wichtigste“, meinte Brandl.

Die erfolgreichen Olympiateilnehmer hatten auf jeden Fall ihren Spaß. Auf der Bühne im dann doch gut besetzten Kuchlbauer-Zelt begrüßte Andi Tölzer die Gillamoos-Besucher mit einem „Prost!“. Der Bronze-Medaillengewinner von London liebt den Gillamoos: Um vier Uhr sei er am Tag zuvor aus dem Weinzelt gedrängt worden, erzählte er grinsend. Nachher sei es dann bis fünf oder halb sechs in der Stadt weitergegangen. Leider überschneide sich der Gillamoos öfter mit der Judo-WM – auch deshalb sei es „wahnsinnig schön, dass ich heute hier stehen kann am Gillamoos und eine Medaille in der Hand habe“, sagte Tölzer. Zu seinen sportlichen Plänen befragt sagte er, die WM im nächsten Jahr sei auf jeden Fall ein Ziel. Danach müssen man sehen, wie seine Knochen hielten. „Im Schwergewicht ist alles möglich – ich gehe davon aus, dass 2016 ein schönes Ziel sein könnte!“ bekräftigte Tölzer mit Blick auf die nächsten Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Dann durfte Tölzer an Moderator Tom Meiler noch den nach ihm benannten Griff vorführen: „Legst du dich freiwillig auf den Boden, oder muss ich es tun?“ fragte der Schwergewichtler. „Tu ihm nicht weh!“ rief es aus dem Publikum. Meiler überstand die Demonstration von Tölzers Künsten aber unbeschadet.

Ole Bischof, der in London in seiner Gewichtsklasse die Silbermedaille gewonnen hatte, war doppelt behängt: Auch die Goldmedaille aus Peking baumelte um seinen Hals. Die Silbermedaille sei aber „so schön wie Gold – vier Jahre später noch einmal im Finale dabei zu sein, ist ein hartes Stück Arbeit.“ Moderator Meiler meinte, Bischof habe nur Silber gewonnen, um nicht wie angekündigt in die Themse springen zu müssen. „In die Abens wäre ich auch gesprungen“, entgegnete der Judoka. Schlagfertig erwies sich Bischof auch auf die Frage, ob er seinen Gegner aus Südkorea bei den nächsten Spielen wieder wegputzen werde. „Ich weiß ja nicht, ob der Südkoreaner wieder ins Finale kommt!“

Alle drei Judoka betonten, wie sehr ihnen Abensberg ans Herz gewachsen sei. „Wahnsinn, was ihr hier für’s Judo gemacht habt“, lobte auch Bronzemedaillengewinner Dimitri Peters. In London sei er über sich hinausgewachsen. Anschließend mussten die Jungs unzählige Autogramme schreiben. (kw/re)

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