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Geschichte

„Historischer Tag“ in Semerskirchen

Franz Piendl aus Abensberg liest aus dem Kriegstagebuch seines Vaters. Auch bislang unveröffentlichte Filme werden gezeigt.

Die Piendl-Brüder ließen sich bei ihrem einzigen Treffen zwischen 1940 und 1950 am 17. September 1943 in München fotografieren. Foto: Piendl
Die Piendl-Brüder ließen sich bei ihrem einzigen Treffen zwischen 1940 und 1950 am 17. September 1943 in München fotografieren. Foto: Piendl

Herrngiersdorf.Zur Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren findet am für alle Interessierten am Samstag, 2. November ab 10 Uhr im Landgasthof Haslbeck in Semerskirchen ein „Historischer Tag“ statt.

Buchautor und Luftfahrthistoriker Peter Schmoll aus Sandsbach hat ein interessantes Programm zusammengestellt. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Filmaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg werden erstmals vorgestellt. Diese Filme wurden von Soldaten aufgenommen und zeigen den Alltag im Krieg, fernab jeder Propaganda.

Ab 13 Uhr wird Franz Piendl aus Abensberg aus dem Kriegstagebuch seines Vaters Andreas Piendl vorlesen. Dieser stammte aus Allersdorf und war im Westfeldzug wie auch an der Ostfront eingesetzt. Am 12. Mai 1944 war Andreas Piendl auf der Halbinsel Krim in russische Gefangenschaft geraten. Die erste Nachricht von ihm an seine Eltern und Geschwister in Allersdorf war eine Grußkarte vom 9. Juli 1946.

Am 17. September 1943 hatten die Brüder Andreas und Alfons, der später eine Bäckerei in Schierling betrieb, Fronturlaub und haben sich mit den beiden anderen Brüdern Hans, der nach dem Krieg den Hof in Allersdorf bewirtschaftete und Willi, der später Frater bei den Barmherzigen Brüdern wurde, in München getroffen. Aus diesem Anlass haben sie sich in München fotografieren lassen. Dieses Treffen der vier Brüder war das einzige zwischen 1940 und 1950. Andres Piendl wurde 1949 und sein Bruder Alfons erst 1950 aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Das Kriegstagebuch enthält eine Reihe Anekdoten und auch geschichtliche Dokumentationen, die Franz Piendl den Zuhörern vorlesen wird.

Im Anschluss folgt ein Vortrag von Peter Schmoll über das fast vergessene KZ-Nebenlager in Saal. Dieses existierte nur ein halbes Jahr, kostete aber rund 400 Häftlingen das Leben. Ein Modell des Lagers und Luftaufnahmen können besichtigt werden.

Nach einer Kaffeepause wird die dritte Auflage des Buches „Luftangriffe auf Regensburg“ von Peter Schmoll vorgestellt. Dem Buch liegt eine DVD mit Filmaufnahmen von Luftangriffen auf Regensburg und dem Einmarsch von US-Truppen bei. Eine besondere Rarität sind Farbfilmaufnahmen vom Juni 1945. In diesen Aufnahmen werden die durch die Luftangriffe verursachten Zerstörungen in Regensburg gezeigt. Zum Abschluss werden Aufnahmen vom Jagdgeschwader 53 „Pik As“ gezeigt. Diesem gehörte auch der Herrngiersdorfer Ernst Pausinger an. Eintritt frei; Um Platzreservierung unter Tel. (0 94 52) 93 36 50 wird gebeten.

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