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Bürgermeisterwahl

Ideen für Menschen und das Miteinander

In vielen Themen ist sich Ihrlersteins Bewerber-Trio einig. Aber bei der Podiumsdiskussion werden auch Unterschiede deutlich.
Von Martina Hutzler

Über den „fairen, sachlichen Ton“ waren Publikum und Podium gleichermaßen erfreut: (V. li.) David Wierzioch (FW), Moderator Gregor Tautz, Thomas Krebs (SPD) und Ilona Grabinger-Lache (CSU) diskutierten ohne persönliche Angriffe oder ähnliches. Foto: Hutzler
Über den „fairen, sachlichen Ton“ waren Publikum und Podium gleichermaßen erfreut: (V. li.) David Wierzioch (FW), Moderator Gregor Tautz, Thomas Krebs (SPD) und Ilona Grabinger-Lache (CSU) diskutierten ohne persönliche Angriffe oder ähnliches. Foto: Hutzler

Ihrlerstein.Die Qual der Wahl ist größer geworden für Barbara Buchner: „Alle drei sind sympathisch!“, fasst sie lachend ihren Eindruck von Ihrlersteins Bürgermeister-Kandidat/innen zusammen. Aber Buchner und rund 180 weitere Brandler wissen nun, wofür Ilona Grabinger-Lache (CSU), Thomas Krebs (SPD) und David Wierzioch (Freie Wähler) stehen: Bei der Podiumsdiskussion der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) positionierten sich die drei Bewerber vor allem zur Familien-, Senioren- und Verkehrspolitik.

Dass die Brandler am 15. März „eine wirklich demokratische Wahl“ mit zwei Kandidaten und einer Kandidatin haben, „ist echt hoch einzuschätzen“, sagte KAB-Ortsvorsitzende Gerlinde Bayer zur Begrüßung und übergab Wort, Glöckchen und Wecker an Moderator Gregor Tautz.

Über den „fairen, sachlichen Ton“ waren Publikum und Podium gleichermaßen erfreut: (V. li.) David Wierzioch (FW), Moderator Gregor Tautz, Thomas Krebs (SPD) und Ilona Grabinger-Lache (CSU) diskutierten ohne persönliche Angriffe oder ähnliches. Foto: Hutzler
Über den „fairen, sachlichen Ton“ waren Publikum und Podium gleichermaßen erfreut: (V. li.) David Wierzioch (FW), Moderator Gregor Tautz, Thomas Krebs (SPD) und Ilona Grabinger-Lache (CSU) diskutierten ohne persönliche Angriffe oder ähnliches. Foto: Hutzler

Der brauchte aber nur selten auf die Zeitlimits pochen oder anderweitig eingreifen: „Das ist wirklich recht gesittet abgelaufen“, lobte Zuhörerin Gertrud Schnellinger den Abend, den die drei Bewerber mit ihren Kurzvorstellungen eröffneten

Zur Person

  • Ilona Grabinger-Lache:

    Die 56-Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder (27, 19). Sie arbeitet am Kelheimer Finanzamt. Ehrenamtlich engagiert sie sich vor allem im Frauenbund – derzeit als Kelheimer Bezirksvorsitzende – und Ihrlersteins Kirchenverwaltung, ist Mitglied in mehreren Vereinen. Ihr größtes Hobby ist der Garten.

  • Thomas Krebs:

    Der verheiratete Vater zweier Kinder (21, 17) ist als studierter Maschinenbauer Projektmanager in der Automobilbranche. Der 50-Jährige ist Gemeinderat und seit sechs Jahren 2. Bürgermeister; ferner in vielen Vereinen. Freizeit nutzt er für Sport, Motorradtouren und Spaziergänge mit Dackeldame „Paula“.

  • David Wierzioch:

    Als Vize-Geschäftsführer des Abensberger Jobcenters hat der gebürtige Hofer, zusammen mit seiner Verlobten, Ihrlerstein vor zwei Jahren als idealen Wohnort entdeckt. Ihn wiederum entdeckte sein Nachbar Josef Häckl für die Freien Wähler. Als Neubürger sei er zwar noch wenig bekannt. Aber dafür „neutral und ,unbelastet‘“, sagt der 39-Jährige.

Allesamt selbst Familienmenschen, wissen alle drei, was für Familien zählt. Gute Kinderbetreuung etwa. Dafür tue Ihrlerstein schon sehr viel, aber das Ganztagsangebot für Grundschulkinder reiche noch nicht, hieß es unisono. „2025 kommt der Rechtsanspruch!“, mahnte Ilona Grabinger-Lache. Dafür sei ein Neu- respektive Anbau ans Schulgebäude nötig, erklärte Thomas Krebs. David Wierzioch will auch Randzeiten in den Blick nehmen: Nach 16.30 Uhr seien Tagesmütter eine bezuschussbare Option; für die Schulferien „müssen wir uns bei Bedarf kümmern“.

Ihrlersteins Bürgermeister-Kandidaten im Gespräch

Bauen und Wohnen möglich machen

Beim Thema Wohnbau appellierte Thomas Krebs an Eigentümer: Sie könnten „240 unbebaute Parzellen und viele leerstehende Gebäude“ nutzbar machen. Die Gemeinde habe drei große Grundstücke, darunter das des ehemaligen Ärztehauses: Dort will der SPD-Politiker sozialen Wohnungsbau realisieren, per Genossenschaftsmodell. David Wierzioch schlägt hierfür eine Kooperation mit der Kelheimer Bau- und Siedlungsgenossenenschaft vor.

Podiumsdiskussion KAB mit den drei Bürgermeister-Kandidaten von Ihrlerstein
Podiumsdiskussion KAB mit den drei Bürgermeister-Kandidaten von Ihrlerstein

Wierzioch und Ilona Grabinger-Lache sehen in einem Einheimischen-Modell im Baugebiet „Östlich der Schulstraße“ den Weg, Ihrlersteins junge Familien zu unterstützen. Für die 20 gemeindlichen Bauplätze dort fordern beide zudem einen Bauzwang. Grabinger-Lache schlägt ferner vor, das „Ärztehaus“ in ein Mehrgenerationen-Wohnhaus für Senioren, Familien und Singles umzuwandeln.

„Miteinander“ – aber wie?

Trautes Heim reicht aber nicht. Die Gemeinde müsse „Begegnungszonen“ wie Spielplätze, Geschäfte oder Friedhof als Treffpunkte erhalten und ausbauen „für ein gutes Miteinander“, sagte Thomas Krebs. „Wie stärkt man denn das ,Miteinander’?“, hakte ein Zuhörer nach: Aktuell verlasse sich die Gemeinde doch nur auf Vereine und Traditionsveranstaltungen.

Ihrlersteins Bürgermeister-Kandidaten im Gespräch

Vereine seien ja auch zentral, bekräftigten alle drei Bewerber: Sie wollen, dass die Gemeinde das frei werdende alte Feuerwehrhaus als Vereinsheim und Veranstaltungsraum nutzbar macht. Thomas Krebs regte zudem einen „Vereins-Kümmerer“ an.

Am Ortseingang entsteht derzeit das neue FFW-Domizil:

Was dürfen Ihrlersteins ältere Bürger/innen nach der Wahl erwarten? -Ein Seniorenheim auf der Brand eher nicht – „unrealistisch“, sind sich die Kandidaten einig. Wichtig seien daher Angebote, die einen Umzug ins Heim so lange wie möglich vermeidbar machen. Wierzioch will dazu im Rathaus noch mehr Beratung – zu Pflege-Unterstützung, Fördermöglichkeiten – bieten. Und er will, wie die CSU-Bewerberin, seniorengerechtes, barrierefreies Bauen auf gemeindlichen Bauplätzen unterstützen. Dazu will Thomas Krebs private Investoren ins Boot holen. Er fordert außerdem Tages-Betreuungsangebote für Ältere, die nicht mehr alleine klarkommen. „Das würde obendrein auch heimatnahe Arbeitsplätze schaffen“.

Tagesbetreuung für Senioren

Mehr Pflege- und Betreuungsangebote seien schon vor 12 Jahren versprochen worden, „aber nichts ist passiert!“, kritisierte Ilona Grabinger-Lache. Tages- und Kurzzeitpflege hält sie in Ihrlerstein für möglich, vor allem aber eine Wohngruppe für Demenz-Patienten.

Für rüstige Rentner sei vor allem Infrastruktur am Ort wichtig, waren sich alle drei einig. In dem Zusammenhang ist Gemeinderat Krebs schon zuversichtlich, dass der neue Supermarkt gebaut und nicht das dafür vorgesehene Areal am Ortseingang zum „Spekulationsobjekt“ wird, wie ein Fragesteller mutmaßte.

Die Verkehrs-Infrastruktur war ein größerer Themenblock (Bericht folgt). Beim aktuell heiß umkämpften Straßenbau waren sich aber alle drei Kandidaten einig: Der Widerstand Einzelner sei verständlich – doch Bürgermeister und Gemeinderat müssten zuvorderst die Interessen der Allgemeinheit im Blick haben.

Protest

Schlesierstraße wird zum neuen Zankapfel

Das Erschließungsrecht sorgt auch heuer für Streit in Ihrlerstein. Anlieger befürchten, fürs Gewerbegebiet draufzuzahlen.

Einhellig begeistert waren alle Drei über den Vorschlag einer Zuhörerin, am Friedhof alternative Bestattungsformen anzubieten: Ein naturnah gestalteter „Garten der Erinnerung“ zur Urnenbeisetzung, ähnlich wie in Langquaid geplant, fand parteiübergreifend Zustimmung.

Jugendtreff und Jugend treffen

„Mich wundert, dass nichts über die Jugend gesagt wird“, kritisierte eine Zuhörerin: Der jetzige Jugendtreff sei „ein Armutszeugnis für eine 4500-Einwohner-Gemeinde“. So harsch urteilen die Kandidaten nicht. Aber mehr Veranstaltungen und längere Öffnungszeiten könnten es schon sein, pflichtete David Wierzioch bei.

Ihrlersteins Bürgermeister-Kandidaten im Gespräch

Ilona Grabinger-Lache will „eine Art Jugendrat“ etablieren: als Ideengeber für den Gemeinderat. Aber auch, um den Kids zu zeigen, dass ihre Forderungen zum Beispiel mit den Bedenken von Anliegern unter einen Hut gebracht werden müssen. Das griff Thomas Krebs auf, um generell für mehr Toleranz in der Nachbarschaft zu werben.

Zum Abschied überreichten (v. li.) Gerda Karl und Gerlinde Bayer Präsente an die Teilnehmer auf dem Podium. Foto: Hutzler
Zum Abschied überreichten (v. li.) Gerda Karl und Gerlinde Bayer Präsente an die Teilnehmer auf dem Podium. Foto: Hutzler

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