MyMz
Anzeige

Kritik

Ihrlersteiner Strandfeeling ist getrübt

Zu lautes Spiel und dazu laute Musik aus geöffneten Autotüren verärgern Nachbarn des Beachvolleyballplatzes.
Von Renate Beck

Auch für das anstehende Turnier – das Bild stammt von 2017 – trainieren die Sportler Foto: Beck
Auch für das anstehende Turnier – das Bild stammt von 2017 – trainieren die Sportler Foto: Beck

Ihrlerstein. Wer sich unter freiem Himmel mit Freunden sportlich betätigen will, wird an der Jakob-Ihrer-Schule in Ihrlerstein fündig. Dort, neben der Nürnberger Straße befindet sich ein Beachvolleyballfeld, das für jeden zugänglich ist. Vor allem bei den derzeit sommerlichen Temperaturen wird er bevorzugt in den kühleren Abendstunden genutzt. Der Sand auf dem Beachvolleyballfeld sorgt für bestes „Strandfeeling“. Seit geraumer Zeit verweist ein Schild auf eingeschränkte Benutzungszeiten.

Enttäuschte Freizeitsportler stehen an ihrem Feierabend zwar nicht vor verschlossenen Türen, dürfen aber außerhalb dieser Zeit dort nicht mehr spielen. Ihre Äußerungen unter anderem: „Bald darf man gar nichts mehr machen. Wo sollen wir denn sonst hin? Sollen wir lieber daheim nur mehr faul chillen?“

Bürgermeister Josef Häckl bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung die Kürzung der Öffnungszeiten. Er sprach von Beschwerden der Anlieger bezüglich der Lautstärke.

Bürgermeister vor Ort

Diese würde nicht nur von den Spielern, sondern auch von den am Parkplatz stehenden Autos ausgehen. Es komme durchaus vor, dass der Platz von den Autos aus bei offenen Türen mit lauter Musik und entsprechendem Bass beschallt werde. Die Polizei wolle man nicht einschalten. Josef Häckl und sein Stellvertreter Thomas Krebs fahren nach Anwohnermeldungen selbst vor Ort, um mit den Spielern und ihren Zuschauern zu sprechen. „Alles, was nicht im Rahmen ist, wird ermahnt“, betont Häckl.

Aus Rücksicht auf die Anwohner musste seiner Aussage nach ein Kompromiss gefunden werden. Mit den eingeschränkten Öffnungszeiten hoffe man auf eine Lösung sowohl für die Spieler als auch für die Anwohner. Eine Ihrlersteiner Mutter, die namentlich nicht genannt werden will, findet es schade, dass ihre beiden Jungs jetzt kaum mehr spielen können. Beide befinden sich in Ausbildung und finden dadurch lediglich am Wochenende und ab und zu am Abend Zeit dazu. Für das anstehende Turnier am 4. August würden sie sich gerne anmelden. Dazu müssten sie entsprechend trainieren.

Dieses Schild gibt an, was erlaubt ist und was nicht. Foto: Beck
Dieses Schild gibt an, was erlaubt ist und was nicht. Foto: Beck

Sie betont, dass der Beachvolleyballplatz ja nicht für die Schule, sondern für die Freizeit angelegt wurde. Die beiden unmittelbar benachbarten Familien Zipperer und Wimmer wurden durch unsere Zeitung auf den Anlass der teilweisen Sperrung angesprochen. Beide betonen, dass sie das Spielen und auch die Musik nicht stört. Man müsse doch froh darüber sein, „dass für die jungen Menschen was angeboten wird“. Anders klingt es von einem Ehepaar, das namentlich nicht genannt werden will und etwas abseits wohnt. Der Betrieb auf dem Volleyballplatz zerre inzwischen heftig an den Nerven.

Die Hauseigentümer stellten klar, dass man sich vor dem Hausbau durchaus bewusst war, dass eine Hauptstraße und eine Schule in der Nachbarschaft ist – „aber seit drei Jahren ist die Lautstärke extrem.“ Ein Frühstück oder mit Freunden auf der Terrasse zu sitzen sei mittlerweile nicht mehr möglich. Die Anwohnerin ist, wie sie berichtete, anfangs, als es ihr zu laut wurde, auf die Jugend zugegangen.

„Einfach die Regeln einhalten“

Ihre Bitte um mehr Ruhe sei lediglich mit dummen Sprüchen abgetan worden „Das Bummbumm auf dem Hartplatz und die musikspielenden Autos – ich habe keine Lust mehr, mich mit den Leuten anzulegen.“ Sie fordert: „Ich will ganz einfach, dass die Regeln auf dem Schild eingehalten werden.“

Eine Gruppe junger Sportler, von unserer Reporterin darauf angesprochen, zeigt sich überrascht. Sie verraten im Gespräch, dass sie dieses Schild überhaupt nicht wahrgenommen hätten. Sie waren aus Kelheim nach Ihrlerstein zum Volleyballspielen gekommen. Denn der Platz sei ja für jedermann geöffnet. Sie schlagen vor, ein weiteres Schild an der innenliegenden Seite anzubringen. „Dann wär es besser zu sehen.“

Es war kurz vor 20 Uhr. Ein Blick auf die Uhr ermunterte sie, ihr Spiel zum Abschluss zu bringen. „Schließlich wollen wir weiterhin gern gesehene Gäste am Beachvolleyballfeld bei der Ihrlersteiner Schule sein.“

Weitere Berichte aus Ihrlerstein finden Sie hier.

Das nächste Turnier ist terminiert

  • Lage:

    Das Beachvolleyballfeld, das die Gemeinde Ihrlerstein errichtet hat, befindet sich auf dem Gelände der Jakob-Ihrer-Schule in der Schulstraße 2. Die Benutzung ist kostenlos und wochentags von 7 bis 20 Uhr erlaubt.

  • Funktion:

    An Sonn- und Feiertagen ist aus Lärmschutzgründen die Nutzung untersagt. Der Beachvolleyballplatz ist für jedermann zugänglich. Der Brandler Sport-Club Ihrlerstein (BSC) belegt den Platz jeweils donnerstags von 16 Uhr bis 17.30 Uhr.

  • Turnier:

    Am 3. September 2011 wurde es mit dem 1. Brandler Beachvolleyball-Turnier eingeweiht. Das 8. Brandler Beachvolleyballturnier findet am Samstag, 4. August auf diesem Platz im nördlichen Areal des Schulgeländes statt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht