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Wohnen

In Abensberg wird „nachverdichtet“

Baulücken zu schließen und mehr Räume auf Parzellen zu schaffen hilft in Abensberg gegen Wohnungsnot. Es gibt aber Kritik.
Von Wolfgang Abeltshauser

Am Herrensteig in Offenstetten sollen noch mehr Häuser entstehen. Das könnte dann eng werden für die Autos. Foto: Abeltshauser
Am Herrensteig in Offenstetten sollen noch mehr Häuser entstehen. Das könnte dann eng werden für die Autos. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Um genügend Wohnfläche zu schaffen, wird es immer wichtiger Baulücken in Ortschaften zu schließen. Oder mehr Wohnraum auf einer Parzelle zu verwirklichen als das vor Jahren der Fall gewesen wäre. Nachverdichtung heißt das im Fachbegriff. Auch in Abensberg gibt es jetzt häufiger Projekte dieser Art. Nicht immer sind die aber frei von Problemen und Kritik.

In München ganz anders

Der Wunsch einer Investorin, in Offenstetten im Bereich Herrensteig Wohnungen zu schaffen, ist das jüngste Abensberger Beispiel. Bauamtsleiter Peter Schmid berichtet, dass es sich um drei Häuser handeln soll – einmal mit vier Wohneinheiten, einmal mit deren drei und einmal mit zwei. Stadtrat Manfred Rauscher (Abensberg Land) mag sich damit nicht anfreunden. Ihm sei das zu massiv. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl (CSU) verweist dagegen darauf, dass eben flächensparend geplant werden müsse, um genügend Wohnraum zu erreichen. Etwa im Raum München gebe es da sogar noch ganz andere Bebauungspläne als in Abensberg.

Städtebau

600 Wohnungen im Stadtosten

Zu 60 Prozent geförderter Wohnraum soll auf dem Regensburger Kasernen-Areal entstehen. Es könnte sogar noch mehr werden.

Michaela Mader-Hampp (SPD) spricht die in ihren Augen doch sehr schmale Straße in dem Bereich an. Das sei jetzt schon problematisch. Wenn nun noch mehr Menschen dort wohnen, werde die Straße noch mehr genützt. Bauamtsleiter Peter Schmid will abwarten, wie sich die Situation dort entwickelt. Er wie Brandl verweisen darauf, dass dies in solchen Fällen von der Kommune auch beobachtet werde. Wenn nötig, müsse eben mit Parkverboten gearbeitet werden.

Grund nicht immer zu haben

Sicherlich wäre es sinnvoll – so der Bürgermeister – wenn solche Straßen ausgebaut würden. Auch die Mayrstraße im Hauptort ist in seinen Augen so ein Fall. Schon jetzt ist sie Zufahrt für viele Anwesen. Sollte der Apothekergarten bebaut werden, käme noch mehr auf die Fahrbahn zu. Allerdings sei die Kommune eben nicht immer im Besitz der angrenzenden Flächen. Und man könne Bauherrn nicht verpflichten, etwa auf ihrem Grund Ausweichstellen zu schaffen. Im Offenstettener Fall soll die Investorin zumindest darauf hingewiesen werden. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass in Offenstetten im Ort nachverdichtet werden soll. So sind im Bereich der Hofmark 15 Wohneinheiten angedacht.

Projekt in Sandharlanden

  • Vorhaben:

    Auch im Ortsteil Sandharlanden haben die Politiker jüngst ein Bauprojekt auf den Weg gebracht. In der Waldstraße sollen weitere Häuser eine Baulücke füllen.

  • Kritik:

    Hier drückt aber das Landratsamt auf die Bremse. Weil es sich nach dessen Rechtsauffassung um einen Außenbereich handelt, muss erst einmal ein Bebauungsplan aufgestellt werden. (wo)

Der städtische Bauausschuss hat jetzt den notwendigen Bebauungsplan für das jüngste Vorhaben auf den Weg geschickt. Nicht immer gibt es aber grünes Licht von den Abensberger Politikern. Das zeigt ein weiterer Bauantrag, der in besagter Sitzung auf dem Ratstisch lag. So stimmten alle Gremiumsmitglieder gegen ein Projekt in der Blumenstraße. Gewünscht sind dort drei Vollgeschosse. Was laut Brandl und Schmid für den dortigen Bereich einfach zu viel sei.

Die Sudetenstraße in Abensberg. Foto: Abeltshauser
Die Sudetenstraße in Abensberg. Foto: Abeltshauser

Der Antragsteller sei bei einer Vorbesprechung im städtischen Bauamt darauf auch hingewiesen worden. Die Planung habe er aber nicht geändert. Einen ähnlichen Fall gibt es in der Sudetenstraße. Dort geht es um ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten. Den Zuspruch der Politik gibt es dort nur, wenn sich der Bauherr an der vorhandenen Bebauung orientiere.

Disput über Radwege

Zu einem Disput zwischen Mader-Hampp und dem Bürgermeister kam es in der Sitzung beim Thema Fahrradwege. Die SPD-Politikerin forderte wiederholt ein, den grundsätzlichen Wunsch nach beleuchteten Wegen schnell umzusetzen. Brandl verwies darauf, dass die Kommune eben 100 000 Euro pro Jahr dafür vorgesehen habe. Wer wolle, dass mehr geschieht, müsse in den folgenden Haushaltsbesprechungen auch sagen, woher das Geld dafür genommen werden solle.

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