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Gesundheit

Infektionsstation an Klinik eingerichtet

Goldberg-Klinik Kelheim isoliert Norovirus-Erkrankte und Patienten, die an Durchfall leiden. Auch Mitarbeiter fallen aus.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die Goldbergklinik in Kelheim Foto: Beate Weigert
Die Goldbergklinik in Kelheim Foto: Beate Weigert

Kelheim.Infektiöse Durchfallerkrankungen grassieren in der Region. Besonders schwer erwischt es Menschen, die sich mit dem sog. Noro-Virus infizieren. Die Goldberg-Klinik Kelheim reagierte schnell und wies bereits am 13. Januar eine der Stationen als Infektionsstation aus. Die betroffenen Patienten werden dort gesammelt, um Mitpatienten und Personal optimal schützen zu können.

Am Sonntag waren nach Auskunft von Privatdozent Dr. Michael Reng, ärztlicher Leiter der Notaufnahme und Chefarzt der Medizinischen Klinik II, sechs nachgewiesene Noro-Fälle, und acht Patienten, die an Durchfall erkrankt sind, auf der Infektionsstation. Aus Sicherheitsgründen seien jedoch deutlich mehr Patienten isoliert. Leider fallen aktuell auch Mitarbeiter mit entsprechenden Krankheitssymptomen aus.

Klinik hat Besuchsverbot verhängt

Geschäftsführerin Dagmar Reich, ärztlicher Direktor Dr. Norbert Kutz und Ute Dautermann, staatlich anerkannte Fachkraft für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention verabschiedeten einen Maßnahmenkatalog.

Mittels eines Infoblattes wird allen Patienten und Besuchern folgendes mitgeteilt:

  • Die Goldberg-Klinik nimmt aktuell nur noch akute Notfälle auf.
  • Für die auf der Infektionsstation befindlichen Patienten gilt ein Besuchsverbot, um die weitere Verbreitung der Infektion zu vermeiden.
  • Alle Besucher, egal auf welcher Station, werden gebeten Besuche nach Möglichkeit sehr kurz und ohne Körperkontakt (Händeschütteln, Sitzen am Bettrand etc.) zu halten.
  • Besucher, die selbst erkrankt sind oder in der Familie Patienten mit Erbrechen oder Durchfall haben, dürfen keinesfalls Patientenbesuche durchführen, auch wenn die Symptome bei Ihnen selbst schon abgeklungen sind.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und den Ärzten der in der Goldberg-Klinik befindlichen Notdienst-Praxis sei es gelungen, bisher alle Patienten mit leichten und schweren Symptomen adäquat zu behandeln und ggf. aufzunehmen. „Dass dennoch uneingeschränkt alle sonstigen, akut behandlungspflichtigen Notfälle aufgenommen und versorgt werden können, verdankt die Klinik ihren qualifzierten, engagierten Mitarbeitern und der konsequenten Umsetzung des genannten Maßnahmenkatalogs“, so Dr. Kutz.

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Stationäre Behandlungen werden verschoben

Die Vorsorgemaßnahme des Krankenhauses, Patienten deren stationäre Behandlung verschoben werden kann, derzeit nicht aufzunehmen, ist laut Dr. Reng unausweichlich, um Platz für Isolationen zu haben und niemanden zusätzlich zu gefährden.

Dr. Michael Reng leitet die Notaufnahme Foto: Martina Hutzler
Dr. Michael Reng leitet die Notaufnahme Foto: Martina Hutzler

„Die Aufnahme von ,ertragbringenden‘ Patienten wird zugunsten der Infektionspatienten verschoben, aber wir sind ja schließlich gerade für solche Notfallsituationen da und ausgerüstet“, sagt er verschmitzt, in Anspielung auf die Diskussion um die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern.

Durch Zusammenlegung Risiko minimiert

Das Problem mit infektiösen Durchfallerkrankungen und dem Norovirus ist in der zweiten Januar-Woche aufgetreten. Dr. Reng berichtet von „einer langsamen Zunahme ungefähr ab dem Feiertag Heilige Drei Könige“. Im deutlich zweistelligen Bereich „waren die stationär behandlungsbedürftigen Erkrankten, die bisher als Notfälle eingeliefert worden sind“. Es sei leider nicht immer gleich erkennbar, dass eine Noro-Infektion vorliegt. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Patienten, die eine gefährliche Durchfallerkrankung haben, alle geschützt auf einer Station sind. So blieben die Risiken für die Bevölkerung, die anderen Patienten und die Klinik-Mitarbeiter so gering wie möglich“.

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Chefarzt gibt Verhaltensregeln

Dr. Reng rät, wenn in einer Familie eine Person Erbrechen oder Durchfall hat, dass diese nach Möglichkeit eine andere Toilette als die anderen Familienmitglieder nutzen sollte. Auch sollte sich jeder wenigstens nach jedem Toilettengang die Hände waschen. Wenn die Krankheit auftritt, ist es vor allem wichtig, dass der Erkrankte genügend trinkt. Der Durchfall führt gerade bei Kindern und alten Menschen zu bedrohlichem Flüssigkeitsverlust. Tägliches Wiegen zeigt den eventuellen Flüssigkeitsverlust zuverlässig an.

Notaufnahme rund um die Uhr besetzt

Besonders Personen, die allein leben, und auch alte Menschen sollten „lieber zu früh in die Notaufnahme kommen als zu spät“, so Dr. Reng. Allerdings sollten sie gleich am Empfang sagen, wenn sie unter Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen leiden, damit man noch „vor dem Wartezimmer“ die nötigen Hygienemaßnahmen ergreifen kann.

„Wenn‘s einem schlecht geht: Gleich kommen, nicht warten.“ Die Notaufnahme ist rund um die Uhr besetzt. Chefarzt Dr. Reng: „Wir können gut beurteilen, wer aufgenommen werden muss und wer selbst zurechtkommt. Manchmal langt es glücklicherweise auch nur ein paar Verhaltensregeln zu geben. Wir hoffen, dass das Problem in einer Woche vorüber ist.“

Die Norovirusinfektion

  • Infektion

    Norovirusinfektionen treten laut Wikipedia in Mitteleuropa saisonal gehäuft in den Monaten November bis März auf, die Aktivität ist in den Sommermonaten nur etwa ein Zehntel so groß wie im Winter. Die durch eine Infektion erworbene Immunität gegen einen Virenstamm hält länger an als bis zur nächsten Saison, sodass der Erreger einem hohen Selektionsdruck durch Herdenimmunität ausgesetzt ist.

  • Symptome

    Die Inkubationszeit der von den humanen Noroviren beim Menschen ausgelösten Erkrankung beträgt circa zehn bis 50 Stunden. Krankheitssymptome entwickeln sich innerhalb weniger Stunden bis Tage und bestehen in erster Linie aus einer Gastroenteritis mit plötzlich auftretendem Durchfall und Erbrechen, die zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten führen können. Daher sind besonders Kinder und ältere Menschen gefährdet. Meist besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen.

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