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Klartext

„Irgendwann steht dir das bis oben“

Bürgermeister Ludwig Wachs und sein Stellvertreter nahmen beim politischen Aschermittwoch kein Blatt vor den Mund.
Von Gabi Hueber-Lutz

Bürgermeister Ludwig Wachs: „Sand im Getriebe“ Foto: Hueber-Lutz
Bürgermeister Ludwig Wachs: „Sand im Getriebe“ Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.„Bürgermeister reden Klartext“ war als Überschrift über dem diesjährigen politischen Aschermittwoch der Freien Wähler gestanden. Ludwig Wachs und Christian Hanika, die beiden FW-Bürgermeister, machten die Ankündigung wahr. Sie beklagten beide, dass die Arbeit im Gemeinderat schwierig sei. Bereits unmittelbar nach der letzten Wahl habe man gemerkt, dass jetzt Sand im Getriebe sei, sagte Wachs.

Ein Mann ziehe das alles „dermaßen nach unten“, so Wachs ohne noch konkret zu werden. In Richtung CSU sagte er, auch „manche Partei“ habe die Wahl nicht ganz verdaut, weil sie geglaubt habe, die Mehrheit im Marktrat und den Bürgermeister stellen zu können. Es sei deswegen gleich schon mit Wahlkampf weitergegangen.

Stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika nannte Gemeinderat Siegfried Schneider, Vertreter der iNBAbeim Namen und sagte, Schneider habe die vier Jahre, die er im Gemeinderat sei, nur Unruhe gebracht und gleichzeitig auch lähmend gewirkt. Zudem „treibt er Falschbehauptungen bis an den Rande der Legalität.“

Beispiel Container-Krippe

Wachs erläuterte die Entwicklung mancher Themen detailliert. Zum Beispiel zum Thema Krippenplätze. Als es darum ging, vorübergehend Container aufzustellen, um einen Engpass bis zum Bau einer neuen Kita zu überbrücken, habe man den Parkplatz beim Kindergarten St. Nikolaus dafür vorgesehen. Von Andreas Diermeier von der CSU sei die Kritik gekommen, der Platz sei völlig verkehrt. Alternativen habe Diermeier keine genannt, aber ein paar Monate zuvor gesagt, er würde die Gemeinde verklagen, wenn er für sein Kind keinen Platz bekäme.

Gesinnungswandel

Man habe trotzdem den Parkplatz genommen, Container angemietet und immer gesagt, dass die Container die eine Sache seien, aber auch die Infrastruktur dazu koste Geld. Und dann seien ausgerechnet Räte, die schon 20, 30 Jahre im Gremium sitzen, verwundert gewesen, dass diese Kosten noch entstehen. Und die „Dame der SPD“ habe gesagt, wenn sie das gewusst hätte, dann hätte sie nicht zugestimmt. Wachs: „Das schlägt dem Fass den Boden aus, da hängen 20 Familien dran!“ Der Bürgermeister weiter: „Irgendwann steht dir das bis oben. Da kommt auch mal Frust auf, bei einem selber und bei den Mitarbeitern.“

Vom Haushalt bis zum Felsenkeller

  • Haushalt: In Richtung CSU sagte Christian Hanika, natürlich passe in so einem umfangreichen Werk wie dem Haushalt nicht jeder Posten jedem Gemeinderat „sonst wären wir ja in Nordkorea“. Sobald man mit 80 Prozent des Werks übereinstimme, müsse man zustimmen, zumal man dem Landratsamt gegenüber eine starke Position einnehmen müsse.

  • Leerstände: „Wir können doch keine privaten Hausfassaden sanieren!“

  • Felsenkeller: Wachs: „Wir haben gesagt, dass das mehr kostet, und hernach wird man als Verbrecher hingestellt.“

  • Wasser: Die Zahlungen für die Sanierung der Verbandsanlage werden in „erträglichem Maß sein“, sagte Wachs. Jeder gebe Geld auchfür unnötige Dinge aus. Wasser sei das höchste Gut und das solle es auch bleiben. „Das muss es uns einfach wert sein“, so Wachs.(lhl)

Als weiteres Beispiel nannte Wachs Planungen zu dem großen Areal zwischen Raiffeisenstraße und Gutenbergring. Die Vorplanung sei einstimmig verabschiedet worden. Die Verhandlungen mit den entsprechenden Grundstücksbesitzern dauerten dann zirka ein Jahr, „und auf einmal ging gar nichts mehr“, obwohl im Vergleich zur Vorplanung nur noch Kleinigkeiten zu klären gewesen waren. „Es gibt parteipolitische und persönliche Differenzen und die Sache steht hinten an“, sagte Wachs und zog ein Fazit: „Die Arbeit im Gremium ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.“ Er könne nur hoffen, dass sich das wieder einrenkt.

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