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Sanierung

Jahrhunderte alte Mauer in neuem Glanz

Seelenkapelle und Kirchhofmauer der alten Kirche in Saal wurden für rund 75 000 Euro instand gesetzt.
Von Roland Kugler

Walter Dietz (li.) und Pfarrer Norbert Große freuen sich über die gelungene Sanierung. Foto: Roland Kugler
Walter Dietz (li.) und Pfarrer Norbert Große freuen sich über die gelungene Sanierung. Foto: Roland Kugler

Saal.Der Ursprung der Mauer um den Friedhof und die alte Kirche in Saal liegt im Dunkeln der Geschichte. Die Seelenkapelle ist wohl spätgotisch, die Mauer aus dem 16. Jahrhundert. Erstaunlich, dass sie so lange gehalten hat, mit damaligen Materialien und Methoden erbaut. Länger als vieles Moderne, das nach einem Bruchteil der Zeit erneuert werden muss oder kaputt ist. Doch auch an ihr nagte der Zahn der Zeit - jetzt ist sie saniert und erstrahlt in neuem Glanz.

Hässlich und gefährlich

„Wir wurden oft wegen der Mauer angesprochen“ sagt Walter Dietz. „Sie ist ein Schandfleck, und gefährlich, sagten die Leute.“ Dietz war von 2012 bis Ende 2018 Kirchenpflegerin Saal. Zusammen mit Pfarrer Norbert Große hat er sich für die Sanierung der Mauer eingesetzt. Hässlich sah sie tatsächlich aus, und gefährlich war sie auch. Denn sie ist dick und groß, etwa drei Meter hoch, und aus über zwei Metern Höhe fielen alte Bruchsteine heraus. Dachziegel waren beschädigt oder fehlten, ebenso der Putz. Die alte Kirchhofmauer war stellenweise einsturzgefährdet. Sie wegschieben und eine neue hin betonieren, ging nicht so einfach, denn sie steht unter Denkmalschutz. Eine Sanierung war entsprechend aufwendig und kostspielig, etwa 100 000 Euro wurden von einem Architekten veranschlagt. „Es war aber kein Geld da, weil zu der Zeit die Christkönigkirche renoviert wurde“, sagt Pfarrer Norbert Große. Also hieß es fast fünf Jahre warten, bis die erforderlichen Mittel zur Verfügung standen. „Dafür gab es 45 Prozent Zuschuss vom Ordinariat“, sagt Walter Dietz. Und, was noch seltener ist, die Kosten waren am Ende mit 75 000 Euro wesentlich günstiger als berechnet. Nicht von ungefähr, sondern dank fleißiger freiwillig helfender Hände. Landwirte halfen, wenn ein Frontlader oder Hänger gebraucht wurde. „Und wir hatten auch immer Helfer aus der Gemeinschaftsunterkunft, die ehrenamtlich mitgearbeitet haben“, sagt Dietz.

Helfer aus anderen Kulturen

Erfreulicherweise, denn es war viel Handlangerarbeit nötig. Stein für Stein wurde die Mauer abgetragen, und mit denselben alten Bruchsteinen wieder aufgebaut. „Wir durften nur einen bestimmten Kalk verwenden, der wurde extra aus Altmannstein geholt“, sagt Dietz. Eine Auflage des Denkmalschutzes. Bei fehlenden Steinen war der Weg kürzer, die bekam man nur einige hundert Meter weiter aus dem Saaler Kalkwerk. Weniger beschädigte Abschnitte der Mauer wurden ausgebessert und neu verputzt. Das Dach mit noch verwendbaren alten Schindeln, oder neuen Dachziegeln erneuert. Auch das Seelenhaus an der Mauer wurde saniert: Es bekam einen neuen Putz und Anstrich, und eine Drainage wurde verlegt. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, jetzt ist durch engagierte Gemeinschaftsarbeit das alte Gemäuer wieder stabil und sicher. Einziger „Nachteil“ des Fleißes und der gesparten Kosten: Ein Teil der Finanzspritze muss an die Kirche zurückgezahlt werden.

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Der alte Friedhof

  • Projekt:

    Der Friedhof besitzt viele alte und schöne Gräber. Um sie vor dem Verfall zu bewahren, wurde ein LEADER-Projekt initiiert. Der Friedhof soll erneuert und ein parkähnlicher Ort der Ruhe und Besinnung werden. Seelenkapelle und Kirchhofmauer gehören nicht dazu, sie wurden unabhängig saniert.

  • Problem:

    Wegen Handwerkermangel ruhen die Arbeiten. Einige werden neu ausgeschrieben.

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