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Schädlingsbekämpfung

Käfer-Kontrolle im Raum Kelheim läuft

Das Landratsamt Kelheim weist auf anstehende Garten-Besuche hin. Experten suchen nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer.

Der Asiatische Laubholzbock-Käfer Foto: Landesanstalt für Landwirtschaft
Der Asiatische Laubholzbock-Käfer Foto: Landesanstalt für Landwirtschaft

Kelheim.Derzeit sind mehrere Personen im Landkreis unterwegs, um auch in privaten Gärten zu untersuchen, ob ein Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) vorliegt. Darauf weist das Landratsamt hin.

Der Asiatische Laubholzbock-Käfer Foto: Landesanstalt für Landwirtschaft
Der Asiatische Laubholzbock-Käfer Foto: Landesanstalt für Landwirtschaft

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft versucht, alle zwei Jahre auf sämtlichen Grundstücke der so genannten Quarantänezone Kelheim ein „Monitoring“ durchzuführen. Diese Untersuchungen gehören zu den Vorgaben der EU, wie beim Auftauchen dieses gefährlichen Baum-Schädlings zu handeln ist. Im Landkreis Kelheim wurde an zwei Stellen bereits ein Befall durch den ALB festgestellt, weshalb um diese beiden Orte eine große Quarantänezone errichtet wurde. Die befallenen Stellen sind zum einen im Hafen von Kelheim, zum anderen an zwei befallenen Ahornbäumen an der Bundesstraße 16 zwischen der Gemeinde Saal an der Donau und Kelheim.

Die Kontrollen werden an die Polizei gemeldet, so dass Bürger auch dort nachfragen können. Außerdem haben die Kontrolleure Ausweise dabei und sind meist nicht alleine unterwegs. Kontrollgänge werden vorab durch den Einwurf eines Informationsblattes in den Briefkasten angekündigt. Nach zwei gescheiterten Terminen wird ein weiterer Zettel mit der Bitte um Terminabsprache eingeworfen.

Der Schöne ist ein Biest

  • Unscheinbar

    Mit Glück und scharfem Auge hat Forstrat Alexander Hönig (Bild links) im Hafen die charakteristischen Bohrlöcher des Asiatischen Laubholz-Bockkäfers (ALB) entdeckt. Weil Bäume auch bei starkem Befall noch Jahrelang weiterleben und eine belaubte Krone haben, fällt der Käferbefall kaum auf. Befallen werden nur lebende Bäume, kein geschnittenes Holz.

  • Hungrig

    Ebenfalls typisch, aber unscheinbar sind die millimeterlangen „Hobelspäne“ (Bild Mitte), die die Larven erzeugen: Sie schlüpfen aus den Eiern, die das Käferweibchen unter der Baumrinde ablegt und bohren sich nach innen und oben im Baum. Unter Laborbedingungen legen ALB-Weibchen 30 bis 200 Eier ab. Die vielen großen Fraßgänge und eindringende Fäulnispilze schädigen und töten den Baum.

  • Konkurrenzlos

    Die Hoffnung, dass natürliche Feinde den ALB im Zaum halten, ist gering: Spechte können vielleicht mal Larven oder Puppen erbeuten; aber nennenswert stoppen würde das seine Ausbreitung nicht.

  • Geschützt

    Seine Lebensweise macht den ALB auch mit chemischen Methoden weitgehend unangreifbar: „Die Larve lebt den überwiegenden Teil ihres Lebens im Holz und kann dort von Insektiziden nicht erreicht werden“, schildert die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Auch sei in Deutschland kein Pflanzenschutzmittel gegen den ALB zugelassen. „Die einzig sichere Methode ist das Fällen befallener und befallsverdächtiger Bäume mit anschließender Verbrennung des Holzes.“

  • Träge

    Der ALB gilt als standort-treu und flug-träge. Dennoch rechnet man pro Käfer-Generation mit einer Ausbreitung von mehreren Hundert Metern. Quelle / weitere Infos: LfL; „Häufige Fragen und Antworten“

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