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Kamin von Kelheim Fibres wird repariert

Beim Kelheimer Viskosefaser-Hersteller soll im Februar die fünfte Anlage starten – noch ist keine Vollproduktion möglich.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Der Kamin bei Kelheim Fibres beim Großbrand im Oktober 2018 Archivfoto: NEWS5 / Pieknik
Der Kamin bei Kelheim Fibres beim Großbrand im Oktober 2018 Archivfoto: NEWS5 / Pieknik

Kelheim. Die Aufarbeitung der Schäden, die durch den Großbrand beim Faserproduzenten Kelheim Fibres im Kelheimer Stadtteil Affecking am 14. Oktober 2019 entstanden, läuft weiter auf vollen Touren. Vier Spinnlinien (dabei handelt es sich um Produktionslinien für Viskosefasern) konnten „erfolgreich in Betrieb genommen werden“, wie das Unternehmen mitteilte. Es können bislang aber erst knapp 40 Prozent (knapp 100 Tagestonnen) der früheren Produktionsmenge (circa 250 Tagestonnen) hergestellt werden.

Brand bei Fibres in Kelheim

In dieser Woche wurde mit Reparaturarbeiten am 86 Meter hohen Abluftkamin begonnen, der beim Brand „sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde“, so Personalleiter Tobias Westner, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Aus dem riesigen Schornstein war am Brandtag starker Rauch gequollen, der kilometerweit sichtbar war. Nach Mitteilung des Chemiewerkes müssen bei „der Überholung“ des Kamins „die defekten Ventilatoren beziehungsweise die Rohrleitungen entfernt werden“. Es wird darauf hingewiesen, dass zur Demontage Brennschneidearbeiten an den gummierten Leitungen notwendig sind“. Ein Zeitraum von drei Wochen wird dafür genannt.

Rauch „kein Anlass zu Sorge“

Das Unternehmen weist auch darauf hin, dass „mit Rauchentwicklungen zu rechnen ist“. Diese seien laut Mitteilung zwar sichtbar, „aber geben keinen Anlass zur Sorge“, so Kelheim Fibres. Die Frage nach einer Gefahr für die Gesundheit verneinte Tobias Westner auf Anfrage unseres Medienhauses. „Die Geschäftsführung entschuldigt sich in der Pressemitteilung bereits „für eventuell entstehende Unannehmlichkeiten“ bei der Öffentlichkeit. Zugleich wird erwähnt, dass das Unternehmen über „die weitere Entwicklung in einem erneuten Bürgerdialog innerhalb der nächsten zwei Monate informieren wird“.

Beträchtlicher Schaden entstand durch den Großbrand bei Kelheim Fibres am 14. Oktober in Kelheim-Affecking.

Beim Großbrand waren an allen zehn Produktionslinien Schäden entstanden. Zwei Wochen nach dem Brand ist der Faserhersteller im Herbst im reduzierten Umfang wieder in die Produktion eingestiegen. Neben den bisherigen vier Spinnlinien, davon produzieren drei seit 2018 und eine seit Januar wieder, sollen im Februar mit einer weiteren Anlage Viskosefasern hergestellt werden. Im Laufe des Sommers soll dann noch mit den Produktionslinien sechs und sieben gestartet werden. Die achte Anlage werde heuer wahrscheinlich nicht mehr in Betrieb gehen. Wie Tobias Westner sagte, ermöglichten „technologischer Fortschritt und modernere Anlagen“ künftig mit acht statt früher mit zehn Produktionsstraßen die gleiche Menge herzustellen.

Gerätehausbau für Werksfeuerwehr

  • Neubau

    Für den Faserstandort in Kelheim-Affecking wird ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die Baugrube auf dem Firmen-Areal an der Regensburger Straße ist ausgehoben.

  • Zeitplan

    Vor allem wegen des Brandereignisses habe sich das Ganze verzögert, so Unternehmenssprecher Tobias Westner. „Spätestens Ende 2021 wird das Feuerwehrgerätehaus fertig sein.“

Da noch keine Vollproduktion möglich ist, ging die Lagermenge „sehr stark zurück“. Wie der Unternehmenssprecher sagte, habe man die bisherigen Abnehmer halten können. „Wir versuchen, im Dialog mit den Kunden die Versorgung möglichst gut zu gewährleisten.“

Schadensbehebung

Anlagen sollen nächste Woche anlaufen

Nach dem Großbrand bei Kelheim Fibres hofft Geschäftsführer Barker auf 30 Prozent Produktionsumfang. Die Analyse geht weiter.

Durch einen technischen Defekt an einer Maschine war in der Produktionshalle das Großfeuer entstanden. Ein Mitarbeiter und ein Feuerwehrmann hatten damals jeweils leichte Verletzungen erlitten. Der entstandene Schaden – die Ermittler gingen Ende Oktober von einer dreistelligen Millionenhöhe aus – ist durch die Versicherung gedeckt. Von Firmenseite könne die Schadenshöhe noch nicht beziffert werden, hieß es in dieser Woche.

Lob für die Belegschaft

Der Wiederaufbau „ist eine ganz große Anstrengung, die von unseren Mitarbeitern super gemeistert wird“, lobte Personalchef Tobias Westner die Belegschaft im Gespräch mit unserem Medienhaus. Um die 500 Personen seien bei dem Unternehmen beschäftigt. Die Produktionsmitarbeiter seien in der Faserherstellung tätig. Das Personal „aus der Technik und der Instandhaltung“ ist nach Auskunft von Tobias Westner „mit der Planung, dem Umbau und Aufbau der Anlagen beschäftigt“. Der Großbrand zog keinen Personalabbau nach sich. Tobias Westner: „Wir stellen gerade wieder ein.“ Denn: Durch in Rente gehende Kräfte seien freiwerdende Stellen zu besetzen.

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