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Kult

Keep on rockin‘ am Pförringer Baggersee

Besucher haben entschieden: Das Open Air am Baggersee in Pförring nimmt keinen Eintritt. Der Versuch mit Heino war ein Test.
Von Jochen Dannenberg

  • Die Band Bonfire ist einer der Topacts beim diesjährigen Open Air am Baggersee in Pförring. Foto: bjs, Archiv
  • Die Band „Kissin’ Dynamite“ hat gerade ihr fünftes Album auf den Markt gebracht. Foto: Severin Schweiger

Pförring.Im vorigen Jahr wagten die Lustigen Kumpels ein Experiment. Nachdem sie jahrelang das Open Air am Baggersee als Gratisveranstaltung für die Besucher organisiert hatten, nahmen sie auf einmal Eintritt. Heino, Topact des Open Air 2015, ließ sich nicht mehr über Getränke- und Speisenverkauf sowie Spenden finanzieren. Gleichzeitig fragten die Lustigen Kumpels die Besucher, wie es mit der traditionsreichen Veranstaltung weitergehen soll: Mit oder ohne Eintritt? Die Antwort des Publikums fiel deutlich aus.

„Bei der Abstimmung hat sich der Großteil der Befragten dafür ausgesprochen, dass das Open Air am Pförringer Baggersee im ’ursprünglichen Gewand‘ weiterläuft“, teilen die Kumpels mit. „Dieser Wunsch bedeutet, dass sowohl am Freitag als auch Samstag der Eintritt für alle Besucher frei ist.“ Deshalb heißt es heuer wieder „back to the roots“ und das Festival wird wieder ohne Eintritt stattfinden.

Umsonst und draußen

Der Grundgedanke für das „größte Umsonst-und-Draußen“ Festival der Region ist dabei aber seit 27 Jahren unverändert: „Friedlich Feiern mit Freunden bei bester Musik und in entspannter Atmosphäre!“ Neben diesem Credo und der Bandauswahl steht bei den Lustigen Kumpels vor allem der soziale Gedanke ganz oben. Jährlich spendet der Verein Lustige Kumpels Pförring e.V. an soziale Einrichtungen und auch in diesem Jahr wird wieder ein großer Teil der Einnahmen an soziale Einrichtungen gespendet.

Für das diesjährige Open Air haben die Kumpels wieder ein hochkarätiges Programm zusammengestellt. Los geht’s am Freitag, 22. Juli. Der Freitag beginnt wieder traditionell mit Blasmusik und den Donautalern. Im Anschluss daran jagt ein Highlight das nächste. Ob True Hard Core, Neue Deutsche Härte, Alpen-Rock/Pop oder Punk-Rock – mit Bonfire, Stahlmann, Almrausch und Waiting For Summer ist für jeden Geschmack was dabei.

Wobei, man muss ja mal darauf hinweisen, Bonfire schon seit über 30 Jahren – anfangs noch unter anderem Namen – auf der Bühne stehen. Regelmäßig landen die Alben der Band in den Charts, was eine großartige Leistung ist, denn der melodiöse Hardrock schreitet seit Mitte der Neunziger durch ein Jammertal.

Almrausch. Der Name ist Programm. Almrausch vereint Krainer-Arrangements mit bekannten Pop- und Rock-Songs. Der Stil umfasst Elemente des volkstümlichen Schlagers und alle Facetten moderner populärer Musik. Zudem werden Jazz und Soul-Harmonien eingesetzt. Das Repertoire reicht vom kölschen und alpenländischen Liedgut über Pop und Polka bis hin zu populären Songs – alles eingefasst in einem Krainer-Sound.

So werden aus bekannten Titeln wie Something Stupid, Lady Marmelade, Proud Mary oder auch original Oberkrainer-Kompositionen wie Hinter´m Hühnerstall, Auf der Autobahn, Trompetenecho neue und eigenständige Interpretationen.

Glam-Rock und ois zamm

Am Samstag, 23. Juli, startet das Festival mit einem Geheimtipp schon am Nachmittag. Wer als erstes auf der Bühne steht, wird noch nicht verraten – aber den Tipp geben die Lustigen Kumpels: „Wer zu spät kommt, der verpasst etwas!“ Ansonsten haben die Kumpels beim Programm wieder auf Abwechslung gesetzt: Was darf’s sein? Symphonic Rock à la Nightwish mit Delain, Best of Cover mit First Generation - der wohl besten Cover Band Süddeutschlands? Glam-Rock mit den Senkrechtstartern Kissin‘ Dynamite, bayrischer Reggae-Mix mit frechen Texten von Zwoastoa oder satter Gitarrenrock der Lokalmatadoren A Trouble Machine aus Großmehring?

Wichtige Infos

  • Mahlzeit:

    Fürs leibliche Wohl ist mit Grill- und Fischspezialitäten bestens gesorgt. Das Mitbringen von eigenen Getränken und Speisen ist nicht erlaubt.

  • Camping:

    Nur auf dem ausgewiesenen Platz! Die Gebühr für ein 1-Tages-Ticket beträgt zehn Euro pro Person.

  • Parkplätze:

    Ausreichend Parkplätze in der Nähe. Gebühr: drei Euro pro Auto und Tag.

  • Feuer:

    Aus Brandschutzgründen ist

  • offenes Feuer nicht gestattet. Die Kaution pro Parzelle beträgt 20 Euro. Details auf www.open-air-pfoerring.de.

Kurz zu Kissin‘ Dynamite. Der Band haftet etwas Anachronistisches an. Schon weil die Gruppe gegen die Schnelllebigkeit, die unsere Zeit in sich trägt, aufbegehrt. Den Beweis dafür liefern jüngst die größten Plattenfirmen. Es werden von heute auf morgen Künstleridentitäten geschaffen, die übermorgen schon wieder von der Bildfläche verschwinden sollen um Platz für ihre Nachfolger zu machen. Anders Kissin‘ Dynamite. Die Musiker traten schon als Schüler miteinander auf. Gerade haben sie ihr fünftes Studioalbum („Generation Goodbye“) auf den Markt gebracht.

Ska und Balkan

Und noch was Anachronistisches, wofür Kissin‘ Dynamite steht, und was die Gruppe so sympathisch macht: Die Jungs aus Schwaben wärmen so richtig schön die Metal-Macker-Klischees der Achtziger auf. Vor allem natürlich auch optisch. Das tut gut und zeigt, dass nicht alles in den Achtzigern schlecht war, was aus dem Lautsprecher kam.

Und dann Zwoastoa. Die scheißen sich wirklich um nichts und präsentieren einen narrischen musikalischen Mix. Ska trifft auf Balkan, Reggae auf Elektro, Stromgitarre auf Akkordeon, Synthesizer auf Djembe – und ois zamm trifft auf bairisch-anarchisches Hirngespinst. Da muss man hin. Keep on rockin‘.

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