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Positiv

Kein Gift auf den Grünanlagen

Die Stadt Abensberg verzichtet darauf, auf eigenen Flächen Pestizide auszubringen. Das findet Richard Zieglmeier gut.
Von Wolfgang Abeltshauser

Pestizide sollen in Abensberg zu wenig wie möglich ausgebracht werden. Foto: Patrick Pleul/dpa
Pestizide sollen in Abensberg zu wenig wie möglich ausgebracht werden. Foto: Patrick Pleul/dpa

Abensberg.Auf öffentlichen Grünflächen der Stadt werden seit Jahren keine Pestizide mehr aufgebracht. So berichtete es stellvertretende Bürgermeisterin Gertraud Schretzlmeier (CSU) in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Richard Zieglmeier (Grüne) hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Indem er beantragte, den Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfern per Beschluss auszuschließen.

Auf den verzichtete der Politiker aber, nachdem er in seinen Augen Positives gehört hatte. „Es ist gut, dass das auch öffentlich dargestellt wird“, sagte er zufrieden. Abensberg sei auf dem richtigen Weg. Zuvor hatte Schretzl-meier ausgeführt, dass weder die Kommune selbst noch beauftragte Gärtner auf städtischen Flächen Pestizide ausbringen. Im Stadtgebiet werde Unkraut thermisch – also durch Abbrennen – beseitigt. Auf Spielplätzen und Grünanlagen geschehe das mechanisch. Beim Einsatz von Kehrmaschinen werde nur reines Wasser ohne Zusatzmittel verwendet.

Die Kommune hatte auch Stellungnahmen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und vom Kreisobmann des Bauernverbandes erbeten. Denn Abensberg hat landwirtschaftliche Flächen verpachtet. Schretzlmeier zitierte aus der Antwort des Amtes: Man halte es nicht für zweckmäßig, über die Politik die Landwirte zu einem bestimmen Vorgehen zu zwingen.

Verbotsklausel wird abgelehnt

Eine generelle Verbotsklausel in Pachtverträgen werde abgelehnt. Begrüßt werde jedoch der Verzicht von Pflanzenschutzmitteln auf den nicht-landwirtschaftlichen Flächen der Kommune. Der Kreisobmann hatte nicht geantwortet.

Trotz dieser Antwort zeigte sich Zieglmeier zuversichtlich: Allmählich würden die Landwirte sich dieses Themas annehmen. So interpretiere er die öffentliche Diskussion. Im Gremium kam keine Debatte auf, wie es auf den verpachteten Flächen diesbezüglich weitergehen solle.

Zieglmeier hatte seinen schriftlichen Antrag damit begründet, dass viele der Mittel im Verdacht stünden, Krebs zu erregen. Auf öffentlichen Anlagen wie Sportplätzen würden die Menschen mit den Stoffen in direkten Kontakt kommen. Auch Tiere und Pflanzen würden darunter leiden. Nicht nur unerwünschte Wildkräuter würden vernichtet, sondern auch Nützlinge wie Honigbienen litten Schaden. Zieglmeier wies darauf hin, dass beispielsweise die Stadt Dietfurt im Dezember beschlossen, auf öffentlichen Anlagen Pflanzen einzusetzen, die den Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.

Auch das Thema Folien auf Spargelfeldern war ein Thema. Denn das Amt für Landwirtschaft hatte auch eine Anfrage diesbezüglich beantwortet. So würden von den Landwirten keine abbaubaren Folien verwendet. In der jüngsten Stadtratssitzung hatte es dazu eine Debatte gegeben. Einige Räte gingen dort davon aus, dass Abbaubare zum Einsatz kommen. Deshalb nahm die Verwaltung Kontakt mit dem Amt auf.

Sonnenergie wird angezapft

Die Räte sind einverstanden mit der Planung für die beim Schillhof geplante Photovoltaikfreiflächenanlage. Das Projekt war schon einmal Thema der Abensberger Politiker. Jetzt gab es weitere Details dazu. Die Module sollen westlich vom Schillhof entlang der Bahnstrecke und des Radwegs Richtung Bad Gögging aufgestellt werden. Vorgesehen sind zwei 750 kWp-Anlagen im Abstand von zwei Jahren zu bauen. Die Gesamtanlage würde nach den Worten von Schretzlmeier eine Jahresleistung von 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Eine Debatte über das Projekt entstand im Gremium keine.

Die Abensberger wollen den Nachbarn aus Rohr keine Steine in den Weg legen. Dort soll ein Bebauungsplan für den Ortsteil Alzhausen aufgestellt werden. Die Babonenstadt wird hierbei als Träger öffentlicher Belange gehört. Da die Maßnahme die Belange der Kommune nicht betreffe, gebe es auch keinen Grund, etwas dagegen zu haben. Entsprechend lautete dann auch der Beschluss.

Landwirtschaftliche Flächen der Stadt

  • Information:

    aus dem Bauausschuss berichtete Bauamtsleiter Peter Schmid, dass die Kommune derzeit rund 125 000 Quadratmeter an landwirtschaftlichen Flächen verpachtet habe.

  • Aufteilung:

    Auf Spargel entfallen davon nach seinen Worten etwa 20 000 Quadratmeter. Der Rest teile sich etwa zur Hälfte in Ackerland und in Wiesen. Dazu besitze die Stadt auch Waldflächen. (wo)

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