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Aktion

Kinder können bald eigenes Gemüse ernten

Im Kindergarten „Fröhliche Heide“ wurden munter Gemüse und Erdbeeren eingepflanzt. Die VR Bank macht es möglich.
Von Heike S. Heindl

Die Gartenzwergerl waren nach der Pflanzaktion etwas müde, aber voller Stolz. In einigen Wochen werden sie ernten können. Foto: Heike S. Heindl
Die Gartenzwergerl waren nach der Pflanzaktion etwas müde, aber voller Stolz. In einigen Wochen werden sie ernten können. Foto: Heike S. Heindl

Saal.Endlich war es soweit. Rund 20 Kinder sausten aus dem Kindergartengebäude der Fröhlichen Heide in den Garten. Sie sind in ihrem Tatendrang kaum zu bremsen. Die drei neuen Hochbeete dürfen bepflanzt werden. Möglich gemacht hat es die Gartenzwergerl-Aktion der VR-Bank Niederbayern-Oberpfalz eG zusammen mit der Mittelbayerischen Zeitung.

Sie unterstützen Kindergärten und Kindertagesstätten mit dem Projekt „Gartenzwergerl – Gemüse für den Kindergarten“. Insgesamt durften sich zehn Einrichtungen über drei kindgerechte Hochbeete und der passenden Bepflanzung freuen. Darunter auch der Kindergarten Fröhliche Heide.

Freude über den Gewinn

Kindergartenleiterin Kerstin Oberndorfer freut sich sehr über den Gewinn: „Die Beete sind eine wunderbare Sache für unseren Garten. Wir freuen uns sehr, das wir unter den Gewinnern sind. Für die Kinder ist das eine schöne Sache. Die Beete zu pflegen und später das Gemüse zu ernten ist auch pädagogisch eine wertvolle Geschichte.“

„Die Beete zu pflegen und später das Gemüse zu ernten ist auch pädagogisch eine wertvolle Geschichte“

Kerstin Oberndorfer, Kindergartenleiterin

Große Säcke mit Pflanzenerde liegen auf den Beeten und eine Reihe von kleinen Gießkannen in bunten Farben stehen für ihren Einsatz bereit. Auf den Tischen parken Gemüsepflanzen aller Art in Töpfchen. Gartenpädagogin Marion Zlamal erwartete die Kinder schon. Mit ihr zwei berühmte Püppchen aus Schweden: Der alte Pettersson und sein Kater Findus. „Magst du Gemüse?“ Fragte Petterson seinen Kater. „Ja und wie!“ Antwortet der Kater. Und Pettersson erklärt, dass man eine Kartoffel in die Erde legen müsse und später viele Kartoffel ernten zu können. Darauf meinte Findus: „Gut, dann lege ich die Fleischpflanzerl auch in die Erde, dann kann ich bald ganz viele Fleischpflanzerl ernten!“

Pettersson und Findus brachten den Kindern das Garteln spielerisch näher. Foto: Heike S. Heindl
Pettersson und Findus brachten den Kindern das Garteln spielerisch näher. Foto: Heike S. Heindl

Da gab es Protest unter den Kindergartenkindern. Ein Lautes: „Das geht doch nicht!“ Schallt es aus der aufgeregten Kinderschar. „So ist es“, sagte die Gartenpädagogin. „Das Fleischpflanzerl heißt zwar Pflanzerl, aber es ist keine Pflanze!“ Die Kinder lachen. „Ist da ein Wurm?“ Ruft plötzlich ein Mädchen ganz aufgeregt. Alle wühlen in der Erde. Eifrig werden die Säcke mit Pflanzerde aufgerissen.

Zlamal erklärte, wie wichtig die Würmer sind: „Sie lockern den Boden auf und fressen alte und abgestorbene Pflanzenteile.“

Die Erdbrocken müssen verkrümelt werden. Foto: Heike S. Heindl
Die Erdbrocken müssen verkrümelt werden. Foto: Heike S. Heindl

Die Erde fällt grob und in Brocken aus den Säcken. Die Pädagogin ruft die kleinen Gärtner auf, die Brocken zu verkrümeln. Viele kleine Hände graben sich blitzschnell in die Erdhaufen und drücken mit Leibeskräften die Brocken auseinander. Nun werden die ersten Pflanzen geholt.

„Tomaten müssen ganz nach hinten, damit sie den kleineren Pflanzen nicht das Sonnenlicht nehmen“

Kerstin Oberndorfer, Kindergartenleiterin

Grün und knapp einen halben Meter hoch waren diese. „Wer kennt denn diese Pflanzen?“ Die Kinder rätseln, aber schnell kommen sie auf Tomaten. „Die müssen ganz nach hinten, damit sie den kleineren Pflanzen nicht das Sonnenlicht nehmen“, erklärt die Pädagogin. Aber wie pflanzt man die jetzt ein? Zuerst ein großes Loch graben und schwups verschwindet die Pflanze mit dem Grün nach unten in der Erde. Sofort gibt es lauten Protest von den Kindern.

Mit dem Grünen nach oben ins Erdloch setzen - dann wächst und gedeiht es im Beet. Foto: Heike S. Heindl
Mit dem Grünen nach oben ins Erdloch setzen - dann wächst und gedeiht es im Beet. Foto: Heike S. Heindl

Falsch herum. Das Grüne muss nach oben. „Richtig“, lobt die erfahrene Gärtnerin. Und was noch wichtig ist, den Plastiktopf vorher entfernen. Munter weitergepflanzt wurde mit Paprika, Salat, Zuckererbsen, Schlangengurken, Sauerampfer, Petersilie und ein grünes Bündel.

„Wisst ihr was das ist?“ fragte Zlamal. Gras rief eines der Kinder. „Ja, es sieht zwar so aus, aber das ist Schnittlauch. Diesen kann man prima in Dips verarbeiten oder auf das Butterbrot streuen.“ Zu guter Letzt werden noch Kapuzinerkresse und Erdbeerpflanzen in die Erde gesetzt. Die Kinder sind voller Eifer dabei. In die Zwischenräume dürfen noch Karotten und Radieschensamen in die Erde gedrückt werden. Nachdem noch die passenden Gartenstecker zwischen den Pflanzen einen Platz finden, kommen die vielen kleinen Gießkannen zum Einsatz. „Jetzt müsst ihr regelmäßig den Finger in die Erde stecken und prüfen, ob die Erde trocken oder noch genügend feucht ist,“ mahnte Zlamal.

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Das Küken „Zinni“ besuchte die Kinder. Foto: Heike S. Heindl
Das Küken „Zinni“ besuchte die Kinder. Foto: Heike S. Heindl

Doch was war das? Da watschelt ein übergroßes, plüschiges gelbes Küken über den Garten. Es war Zinni, das Zeitungsküken, das für ein gemeinsames Foto zu Besuch kam. Nach so viel Arbeit braucht es natürlich eine gesunde Stärkung. Die Tische wurden reichlich mit Butterbroten, Kräuterdips und verschiedenen Gemüsesticks gedeckt. Die Mädchen und Buben freuten sich über die gemeinsame Brotzeit und unterhielten sich aufgeregt, über das Gemüse. „Hmmm ich mag am liebsten die Karotten,“ war von der siebenjährigen Lena zu hören.

Mit farbenfrohen Gießkannen macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß. Foto: Heike S. Heindl
Mit farbenfrohen Gießkannen macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß. Foto: Heike S. Heindl

Am Ende der Aktion, verabschiedeten sich die Gäste der VR-Bank wieder. Michael Zinner überreichte den Kleinen noch eine kleine grüne Gartenbank. Auch Zinni, das Zeitungsküken, Pettersson und Findus mussten gehen. Für die Kinder heißt es jetzt, die Beete gut pflegen und fleißig gießen, damit bald geerntet werden kann.

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