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Kinder lösen ihre Eltern im Marktrat ab

Bernhard Gabler und Franziska Geß ziehen in Paintens Gemeinderat. Ihre Eltern Maria und Ludwig traten dagegen nicht mehr an.
von Lea Hruschka

Die Eltern Ludwig Geß (rechts) und Maria Gabler (2. von links) werden von ihren Kindern Bernhard und Franziska im Gemeinderat abgelöst.  Foto: Lea Hruschka
Die Eltern Ludwig Geß (rechts) und Maria Gabler (2. von links) werden von ihren Kindern Bernhard und Franziska im Gemeinderat abgelöst. Foto: Lea Hruschka

Painten.Mit der Wahl im März verließen die Urgesteine Maria Gabler und Ludwig Geß den Gemeinderat. Doch die Familien Gabler und Geß verschwinden keineswegs von der politischen Fläche. Denn die Kinder Franziska und Bernhard ziehen in den Rat ein.

Für Ludwig Geß begann die politische Karriere mit 17 Jahren. Damals war er auf einer Demonstration in Painten, die sich für die Selbstständigkeit des Ortes einsetzte. Als Painten 1980 selbstständig wurde, war das für ihn ein Meilenstein. Ein weiterer großer Punkt in seiner, aber auch Maria Gablers Laufbahn, war der Bau einer neuen Grundschule 1986. „Das war auch dringend nötig“, erinnert sich Gabler, die lange Zeit Rektorin der Schule war. Für sie war die politische Arbeit nicht immer einfach. Denn sie war nicht nur 18 Jahre lang mit der CSU in der Opposition – auch innerhalb der Fraktion war sie oft in der Minderheit. „Ich war lange die einzige Frau. Als solche hatte ich oft eine andere Sichtweise auf Dinge“, erklärt sie. Nach dem persönlichen Highlight, der erfolgreichen Wahl 2014, müsse man die Arbeit auch niederlegen können, so Geß und Gabler. „Den Egoismus muss man zurückstecken, schließlich geht es auch ohne einen weiter“, erklärt Geß.

Veränderung im Rat

  • Verabschiedet:

    Maria Gabler verlässt nach 24 Jahren den Marktgemeinderat. Ludwig Geß war sogar 41 Jahre lang aktiv. Das sind sieben Legislaturperioden.

  • Neulinge:

    Neu dabei sind Franziska Geß und Bernhard Gabler. Gabler war schon 2008 im Rat. Die 24-jährige Geß hat Erfahrungen in der Jungen Union gesammelt. Dort ist sie seit 2018 Vorsitzende in der Marktgemeinde.

Maria Gabler ist stolz auf die Nachwuchsarbeit: „Man sieht, dass junge Leute willens sind, sich zu engagieren und auch die Fähigkeiten haben.“ Für Franziska und Bernhard sind die Eltern Vorbilder. „Dank meiner Mama ist Politik etwas Positives für mich“, erklärt Bernhard Gabler. 2008 zog er bereits gemeinsam mit seiner Mutter in den Gemeinderat ein. „Das war eine Überraschung“, erinnern sie sich begeistert. Die beiden hatten Glück, denn 2008 wurde ein Gesetz, nach dem Verwandte nicht zusammen im Rat sitzen durften, geändert. Der gemeinsame Einzug war möglich. Für einen Auslandsaufenthalt unterbrach er seine politische Arbeit dann. Jetzt ist er zurück und sogar CSU-Ortsvorsitzender und Fraktionssprecher.

Franziska will nicht alles so wie ihr Vater machen. Durch den Alters- und Geschlechtsunterschied haben die beiden manchmal andere Blickwinkel. „Papa hat seine Sache schon gut gemacht“, merkt sie stolz an. „Aber pünktlicher als du werd’ ich auf alle Fälle sein“, fügt sie lachend hinzu. Als einzige Frau im Rat wird sie es nicht immer leicht haben. „Es ist schon schade, dass ich da alleine bin“, meint sie. Gerade in ihrer ersten Amtsperiode hätte sie sich weibliche Unterstützung gewünscht. Letztendlich sind sich alle einig, dass die Kinder ihren eigenen Weg gehen müssen. Einen guten Rat bekommen sie aber trotzdem mit auf den Weg. „Lasst euch nicht verbiegen“, sagt Maria Gabler und Ludwig Geß wünscht sich „Ehrlichkeit und Geradlinigkeit.“

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