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Pädagogik

Kinder malern für ihre eigene Zukunft

In Essing ermöglicht eine Spende der Kelheimer Hielscher-Stiftung Neues. Geht es nach Stiftungsrat Dr. Christoph Lickleder, ist das erst der Anfang.
Von Walter Dennstedt, MZ

Als fleißige Maler betätigen sich derzeit Kinder der „Primaria2“ in der Montessorischule in Altessing. Mit Spaß, wie man sieht. Foto: Dennstedt

Essing.„Hilf mir, es selbst zu tun“. Das ist der Grundgedanke der Montessori-Pädagogik, und das wird tagtäglich in der Montessori-Schule in Essing versucht, zu verwirklichen. Derzeit im praktischen Teil sehr intensiv. Anlass ist, dass die Kelheimer Hielscher-Stiftung im Dezember vergangenen Jahres eine großzügige Spende in Höhe von 5000 Euro an die Schule übergab. Klar war, dass das Geld nicht in einzelnen Lehrmitteln nach dem Gießkannenprinzip versickern sollte, sondern dass etwas geschaffen werden soll, das „sowohl die Pädagogik als auch die Raumsituation der Schule verbessert“, wie Geschäftsführerin Andrea Rappl es voranschickt.

Länge mal Breite geteilt durch ...

Schulleiterin Phoebe Ploedt berichtet, dass die Aktion im Sinne Montessoris die Schülerinnen und Schüler der „Primaria 2“, 31 Kinder mit drei Lehrern, voll fordert. Das ging schon los beim Ausmessen des zu gestaltenden Raums, um beispielsweise die Größe der Abdeckplane am Boden zu ermitteln, ging weiter über das Berechnen der Wandfläche minus der Aussparungen für Fenster und Türen plus Laibungen – sprich, Mathematik wurde angewandt, um beispielsweise die Menge der benötigten Farbe zu berechnen.

Lehrer Dieter Simon ist mit Rat und Tat zur Stelle, wenn die Kinder, mit Maleranzug, Rolle und Pinsel „bewaffnet“, zur Tat schreiten, und das in wohl grauer Vorzeit einmal rot angestrichene Klassenzimmer erst mal mit weißer Farbe neutral gestalten. Wie es dann weitergeht, das entscheiden die Kinder ebenfalls selber, wobei es bereits eine ganze Reihe an Ideen für die Gestaltung gibt. So planen die Kinder beispielsweise eine Leseecke, die wiederum ein selbst gebautes Bücherregal in Form eines Baums zieren soll. Die Birke, die sich die Kinder dafür ausgesucht haben, wird gefällt, geviertelt, gehobelt und, und, und. All das werden die Kinder selber machen.

Lob vom Stiftungsrat

Der Raum soll bis Februar fertig gestaltet sein, die Einrichtung kommt dann bis zum Schuljahresende dran.

Dr. Lickleder lobte nach dem ersten Eindruck die Arbeit an der Schule. Der Pädagoge staunte über die Lehrmethoden und Ansätze der für ihn noch weitgehend unbekannten Schule und versprach, sich bei der Stiftung bei Bedarf für weitere Unterstützung einzusetzen. Und die wird sicherlich notwendig sein, denn vieles an der Schule passiert in Eigenleistung und manches muss ein bisschen gefördert werden.

Die in privater Trägerschaft agierende Montessori-Schule erhält im Gegensatz zu staatlichen Schulen keinerlei Mittel der Kommune. Ausgleichend indes engagieren sich nach Aussagen von Rappl und Ploedt die Eltern über Gebühr: So haben die Eltern im vergangenen Jahr nicht nur ein Klassenzimmer neu gestaltet, sondern auch das Streichen der kompletten Fassade übernommen.

Tag der „offenen Tür“

Montessori-Eltern sind eben anders, sagt dazu Ploedt. Und das trifft auch auf die Kinder zu, die in Essing zur Schule gehen. Entgegen irriger landläufiger Meinung, es werde dort weniger gelernt, heißt das Motto eben, anders zu lernen. „Hilf mir, es selbst zu tun“, lautet die Devise.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies beim „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 26. Januar tun. Von 11 bis 16 Uhr präsentiert sich die Schule, zeigt ihre Räume, informiert über die Schulpädagogik, stellt das Montessori-Material vor und bietet Kindern ein Kreativangebot. Ab 12Uhr gibt es eine „kulinarische Verlockung“, die Schüler der neunten Klasse zaubern werden am Nachmittag fährt man ein Kuchenbuffet auf.

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