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Kirchdorfer Beschlüsse im Krisenmodus

Corona zwingt die Gemeinderäte in das Sportheim. Die Politiker fassten wichtige Beschlüsse. Anderes muss noch warten.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Räte tagten diesmal im Sportheim. Foto: Abeltshauser
Die Räte tagten diesmal im Sportheim. Foto: Abeltshauser

Kirchdorf.Wie bei anderen Kommunen in der jetzigen Zeit fand auch in Kirchdorf eine ganz spezielle Gemeinderatssitzung statt. Und das lag nicht daran, dass sich das Gremium letztmals in der jetzigen Besetzung traf. Der Saal des Sportheimes wurde zum Sitzungsraum deklariert, um Abstandsregeln einhalten zu können. Einige Mitglieder erschienen mit Mundschutz. Es wurden wichtige Entscheidungen in Sachen Infrastruktur und für Eltern getroffen. Anderes muss noch warten.

Eigentlich habe der amtierende Bürgermeister Alois Prantl (UWG) gar keine Sitzung für den April anberaumen wollen. So sagte er es eingangs. Allerdings würden Baugesuche ohnehin schon länger auf Behandlung warten.

Tradition

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Immer mehr Dorfwirtshäuser verschwinden. In Kirchdorf kämpfen die Rieders erfolgreich dagegen – und bauen sogar aus.

Die waren schnell abgearbeitet. So darf ein Landwirt in Pickenbach in den Augen des Gremiums einen bisherigen Schweinestall in eine Lagerhalle umwandeln. Positiv nahmen es die Räte auf, dass ein Sendemast, der in die Kirchdorfer Flur gesetzt werden soll, nach ihrem Willen platziert wird. Aus diesem Grund tauchte das Thema noch einmal im Gremium auf, nachdem das ursprünglich anders geplant war.

Eltern werden entlastet

Freuen dürfen sich Kirchdorfer Eltern. Denn der Rat beschloss, dass für die Monate April bis Juni keine Kindergartengebühren erhoben werden. Davor hatte Prantl den Politikern erläutert, dass der Freistaat die Zahlungen übernehmen wolle – unter der Voraussetzung, sie werden den Eltern erlassen.

Erstes Beschnuppern

  • Premiere:

    Amtierender Bürgermeiser Alois Prantl hatte die vier Neulinge, die ab Mai im Rat sitzen, zum öffentlichen Teil der Versammlung eingeladen. Sie waren alle gekommen.

  • Wiedersehen:

    Gleiches galt für Alfred Schiller. Auch er war anwesend. Der eigentliche Bürgermeister der Kommune ist weiterhin suspendiert. Trotzdem wählte ihn eine große Mehrheit der Kirchdorfer erneut. (wo)

Da kam dann keine große Debatte auf. Noch dazu, weil der Amtierende betonte, dass auch die hundert Euro, welche die Eltern als Zuschuss vom Staat erhalten, jetzt in die kommunale Kasse fließen würden. Grundsätzlich gebe es nach seinen Worten unterschiedliche Meinungen. So würde der Gemeindetagspräsident eher dafür plädieren, die Gelder weiter zu erheben. Bürgermeister aus der Verwaltungsgemeinschaft – darunter auch er selbst – sähen es anders.

Hausaufgabe für die Neuen

Mit einem durchaus kniffligen Thema wird sich der neue Rat beschäftigen müssen. Vor geraumer Zeit ließ die Kommune laut Prantl alle Bäume auf öffentlichem Grund in der Siedlung „Am Sonnenhang“ entfernen. Wurzelwerk habe die Straßen beschädigt.

Einig sei man sich aber im Rat gewesen, wieder neue Bäume zu pflanzen – allerdings nur noch halb so viele. Gedacht sei dabei an Exemplare mit kleinen Wurzelstöcken. Die Entscheidung solle aber gemeinsam mit den Anliegern fallen.

Wo früher Bäume standen, sind am Sonnenhang derzeit gelbe Kiesflächen zu sehen. Foto: Abeltshauser
Wo früher Bäume standen, sind am Sonnenhang derzeit gelbe Kiesflächen zu sehen. Foto: Abeltshauser

Deshalb hat es nach seinen Worten eine schriftliche Umfrage dazu unter ihnen gegeben. Die Bürger hätten sich auch beteiligt. Allerdings habe sich eine gehörige Zahl dafür ausgesprochen, vor ihrem Grundstück keinen Baum mehr zu pflanzen. Andere wiederum würden sich deren zwei wünschen.

Josef Forstner (UWG) betonte: Es sei wichtig, im gesamten Ort eine einheitliche Regelung zu haben. Kämen am Sonnenhang keine Bäume mehr in den Boden, müsse man wohl auf Wünsche für weiterer Rodungen nicht warten.

Wiedervorlage im Herbst

Das sieht auch Prantl so. Allerdings müsse jetzt noch nicht entschieden werden. Ursprünglich war angedacht, einen Fachplaner zu beauftragen, einen Pflanzplan zu entwickeln. Das könne noch warten. Denn der Bezirksentscheid für „Unser Dorf hat Zukunft“ ist wie so vieles andere auf 2021 verschoben.

Wahl

Kirchdorf spricht Schiller Vertrauen aus

Der suspendierte Bürgermeister war der einzige Kandidat für das Amt. Er erhielt bei der Abstimmung über 80 Prozent.

Deshalb bleibe mehr Zeit. Ziel ist es, die Gestaltung der Siedlung bis zum Entscheid zu beenden. Jetzt könne man mit einer Entscheidung bis in den Herbst warten, was ohnehin für die Bäume ein besserer Pflanzzeitpunkt wäre. So wurde es beschlossen.

Saniert werden sollen der Flurweg nach Kastelheid sowie Teile der Straße nach Sallingberg. Die Räte vergaben die Arbeiten an eine Firma mit einem Sitz in der Region für rund 110 000 Euro.

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