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Region Kelheim
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Aktion

Kreatives in der Schaufensterauslage

Die Aktion „Eine Stadt wird zur Galerie“ sorgt für viele Hingucker in der Innenstadt. Mehr als 30 Geschäfte sind beteiligt
Von Roland Kugler

Die Altstadt spiegelt sich in den Schaufenstern – sie lädt zu einer kreativen Reise durch die Fantasie ein. Südländisch anmutende Motive zeigt Angelika Niklas bei der Mittelbayerischen Zeitung. 30 Geschäfte beteiligen sich an der Aktion „Eine Stadt wird zur Galerie“. Foto: Forster
Die Altstadt spiegelt sich in den Schaufenstern – sie lädt zu einer kreativen Reise durch die Fantasie ein. Südländisch anmutende Motive zeigt Angelika Niklas bei der Mittelbayerischen Zeitung. 30 Geschäfte beteiligen sich an der Aktion „Eine Stadt wird zur Galerie“. Foto: Forster

Kelheim.Touristen die in nächster Zeit durch die Altstadt bummeln werden sich wundern, wenn sie in den Schaufenstern von fast allen Geschäften Kunstwerke ausgestellt finden. Einheimische kennen die Aktion natürlich, „Eine Stadt wird zur Galerie“ findet dieses Jahr schließlich zum 27. Mal statt.

Jürgen Frömberg und sein Hundertwasserturm aus Treibholz Foto: Roland Kugler
Jürgen Frömberg und sein Hundertwasserturm aus Treibholz Foto: Roland Kugler

„Ich bleibe gerne vor den Fenstern stehen und schaue mir die Bilder an wenn ich durch die Stadt gehe“ sagt Bürgermeister Horst Hartmann bei der Ausstellungseröffnung in der Sparkasse am Ludwigsplatz. Organisiert wurde die Aktion heuer zum zweiten Mal von den Künstlerinnen der Gruppe Kunst, Gerlinde Hempel und Renate Weisberger. „Es ist schon viel Arbeit“ sagt Weisberger, „in viele Geschäfte sind wir mehrmals gegangen. Wir geben auch praktische Tipps wie man die Werke am besten in den Schaufenstern präsentiert.“ 33 Geschäfte machen mit, „dieses Jahr wurden wir wenigstens nicht mehr für Vertreter gehalten, die Inhaber kannten uns schon“, berichtet Gerlinde Hempel lachend über ihre Erfahrungen. Unterstützt wurden sie von Altstadtmanagerin Sonja Wessel, sie gestaltete den Flyer. „Von der Sparkasse und der Werbegemeinschaft werden wir finanziell unterstützt“ bedankte sich die Vorsitzende der Gruppe Kunst, Marion Fochler. Und bei den Organisatorinnen fürs „Klinkenputzen in den Geschäften“.

Klinkenputzen gehört dazu

Das Thema der diesjährigen Ausstellung lautet „Schrift“. Nicht im Sinne von Kalligraphie -schöner Schriftenmalerei-, sondern was jedem der Teilnehmer persönlich Schrift bedeutet? Herausgekommen sind sehr vielseitige und interessante Werke, die Technik war jedem freigestellt. Dieter Klärner hat in seinem Bild ein Tucholsky-Zitat integriert; Marion Fochler arabische Schriftzeichen. Jürgen Frömberg arbeitet seit einigen Jahren mit Treibholz, bei der Ausstellung macht er zum ersten Mal mit. Er hat eine Eichenplanke bearbeitet die als Stauholz hundert Jahre in einem Wasserwerk in der Abens ihren Dienst tat, bevor sie erneuert wurde. Da sie aus Abensberg ist wollte der Künstler etwas charakteristisches gestalten, er ließ den Hundertwasserturm aus ihr wachsen. „Am Anfang dachte ich das wird nie etwas“ sagt er. Aber nach 50 Arbeitsstunden und echter Blattgoldverzierung wurde sein Werk von vielen Besuchern bestaunt. „Ich finde es Werk ästhetisch und originell“ sagt Gudrun Weida.

Familiär, locker und humorvoll war die Vernissage. Karin Kuffer hatte ihren Enkel mitgebracht und sah sich mit ihm die Kunstwerke an. Foto: Roland Kugler
Familiär, locker und humorvoll war die Vernissage. Karin Kuffer hatte ihren Enkel mitgebracht und sah sich mit ihm die Kunstwerke an. Foto: Roland Kugler

Es gibt aber noch weit mehr zu sehen in der Sparkasse, Porträts, Tier- und Landschaftsbilder, einen Buchstabensalat, Werke aus Ton, Keramik oder Stein. „Die Kunstwerke in den Geschäften werten die Schaufenster auf“ sagt Regina Hierl, Inhaberin eines Reisebüros. „Die Besucher können in der Stadt Kunst genießen und einkaufen.“ Auch Wolfgang Bauer freut sich, als Geschäftsmann und Vorsitzender der Kelheimer Werbegemeinschaft: „Es kommen extra Kunden in die Stadt um die Bilder anzusehen. Alle haben etwas davon, die Künstler ein Forum und wir die Kunden.“ Sein Geschäft ist bei „Eine Stadt wird zur Galerie“ seit Anfang an dabei.

Aktion kommt gut an - immer noch

Horst Fochler erinnert sich noch, wie die Aktion entstanden ist. „Wir hatten in der Stadt gemalt, vor den Geschäften. Da haben wir uns gedacht wir könnten die Bilder auch dort ausstellen. Wir sind in die Läden gegangen und haben gefragt. Das war etwas ganz Neues, es ist von Anfang an sehr gut angekommen.“ Und es kommt immer noch gut an, auch bei jungen Besuchern. Bernd Sorcan hat seine beiden Kinder Jakob und Lina dabei, zusammen schauen sie sich die verschiedenen Exponate an. Lina gefällt das Bild mit einer Schnecke am besten. Chinesische Schriftzeichen, Sprichwörter, Buchstaben und Wörter aus Ton gestaltet, „ich bin überrascht über die Vielfalt der Ausstellung“ sagt Sonja Wessel.
„Die Aktion ist ein Highlight, für die Künstler und für die Geschäftswelt“, sagte Christian Prasch als Hausherr der Sparkasse.

Im Gespräch mit unserem Medienhaus stellten die Organisatorinnen die Aktion vor.

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