MyMz
Anzeige

Jubiläum

Kriegerverein wird 100 Jahre alt

Der Kriegerverein Wildenberg-Pürkwang feiert sein 100-jähriges Bestehen. 1958 kamen zur Fahnenweihe 4000 Gäste ins Dorf.
Von Roswitha Priller

  • Bei der Fahnenweihe mit Erhebung zur Kreiskriegerkapelle 1958 war viel Prominenz in Wildenberg: Prinzessin Auguste v. Bayern, Sylvina von Dönhoff, General Adolf Galland, Alix v. Kessling, Prinz Adalbert v. Bayern und Hauptlehrer Oberst Alfons Meier (von links). Foto: Rodler / Priller(1)
  • Das frisch restaurierte Altarbild der Pürkwanger Kriegerkapelle.

Wildenberg.Es war sicher das größte Fest im Dorf, zumindest in der Neuzeit. Im Juni 1958 feierte der Krieger- und Reservistenverein (KRV) Pürkwang-Wildenberg e.V. die Fahnenweihe der restaurierten Fahne sowie die Erhebung der Pürkwanger Kriegerkapelle zur Kreiskriegerkapelle des Landkreis Rottenburg/Laaber.

Neben den königlichen Hoheiten Prinz Adalbert von Bayern und Prinzessin Augusta von Bayern gab sich Schirmherr Generalleutnant a.D. Adolf Galland die Ehre. Zeitungsberichten zu Folge waren um die 4000 Besucher im Dorf. „Das war schon eine große Aufregung damals“, erinnert sich der heutige erste Vorsitzende des KRV, Erich Köck. Zum Glück hatte auch der Wettergott ein Einsehen. Denn damals waren die Straßen und Wege im Gemeindebereich noch nicht geteert.

Dieses Wochenende feiert der Verein sein 100. Jubiläum. Mit einem Ehrenabend am Samstag und dem Festgottesdienst am Sonntag wird die Gründung vor 100 Jahren gewürdigt. Wie in vielen anderen Gemeinden wurde auch in Pürkwang-Wildenberg 1919 nach Ende des Ersten Weltkriegs ein Kriegerverein gegründet.

Gedenken ist eine Hauptaufgabe

63 Gefallene aus dem Pfarreigebiet galt es zu beklagen. Nur wenig ist aus der Gründungszeit überliefert. Jedenfalls sollte das Andenken an die Gefallenen bewahrt und die Kameradschaft unter den heimgekehrten Kriegsteilnehmern gepflegt werden. „Das Gedenken ist heute noch eine unserer Hauptaufgaben“, sagt Erich Köck im Gespräch mit der Mittelbayerischen. 1921 wurde an der Nordseite der Pürkwanger Pfarrkirche ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus dem Gemeindegebiet errichtet. Martin Rauscher stand dem Verein damals als erster Vorsitzender vor, bis der KRV 1938 von den Nationalsozialisten verboten wurde.

An der Spitze

  • Vorstände:

    Martin Rauscher (1919-38), Nikolaus Kallmünzer (1947-72), Josef Bauer (1972), Hans Datzmann sen. (1972-74), Johann Hermann (1974-79), Heinrich Raimann (1979-89), Peter Wittig (1989-2007), Johann Spannrad (2007-09) und Erich Köck 2009 bis dato.

  • Vorstandschaft:

    Erich Köck, Hans Hermann, Alban Ferch und Rainer Ferch. (drp)

Zum Gedenken ist die stete Mahnung gekommen, den Frieden zu bewahren. Dass waren auch die Hauptanliegen, als der Verein 1947 auf Initiative von Nikolaus Kallmünzer wiedergegründet wurde. Allein in der Pfarrgemeinde Pürkwang sind in beiden Weltkriegen fast 200 Männer gefallen oder galten als vermisst. Am Fuße des Kirchbergs wurde 1952 die Kriegergedächtniskapelle zu ihrem Gedenken errichtet. Alle Gefallenen und Vermissten aus dem Gemeindegebiet sind darin an den Wänden namentlich aufgeführt. Die Ausgestaltung der Wandfresken und des Altarbildes übernahm Malermeister Johann Ertlmeier aus Siegenburg. Jedes Jahr wird seitdem der Kriegerjahrtag festlich an der Kapelle begangen. Anläßlich des 100. Jubiläums wurde die Kapelle von Hans Ertlmeier komplett restauriert und erstrahlt nun im neuen Glanz.

Denkmal im Wartezustand

Unter der Obhut des KRVs befinden sich auch die Gefallenendenkmäler, die an die Kriege 1866 und 1870/71 (heute Verkehrsinsel Rohrer Straße) erinnern. Wobei das Denkmal von 1866 noch auf seine Wiedererrichtung wartet. Der Geselligkeit widmet sich der KRV seit einigen Jahren mit dem Abhalten des Johannisfeuers für das Dorf sowie den mehrtägigen Vereinsausflügen. Zudem wird alljährlich der Kriegerjahrtag feierlich gestaltet.

Mehr aus Kelheim und der Region lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht