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Advent

Lebendiger Adventskalender in Abensberg

Bei einer besonderen Aktion können Abensberger durchatmen. Im Vorjahr war der Lebendige Adventskalender ein großer Erfolg.
Von Wolfgang Abeltshauser

Weihnachtslieder wie hier von den Kleinen aus dem Regenbogenland sind eine Möglichkeit, sich einzubringen. Foto: Abeltshauser
Weihnachtslieder wie hier von den Kleinen aus dem Regenbogenland sind eine Möglichkeit, sich einzubringen. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Damit hatten weder Gemeindereferentin Daniela Scholz noch Stadtpfarrer Georg Birner gerechnet. „Es war der Wahnsinn“, bricht es heute noch aus dem Priester heraus. Vor Jahresfrist organisierte die Pfarrei unter Federführung von Scholz erstmals einen sogenannten Lebendigen Adventskalender. Nie und nimmer hätten beide mit so einer tollen Resonanz gerechnet. Zu jedem Türchen kamen mehr Menschen als gedacht. Deshalb gibt es heuer eine Neuauflage. Für Scholz kommt auf diese Weise die Kirche zu den Menschen.

Von Tag zu Tag

Das Konzept ist einfach. An jedem Tag vom 1. bis zum 23. Dezember gibt es bei einem Abensberger Anwesen – nicht im Haus oder der Wohnung – 15 Minuten Programm. Das von den jeweiligen Bewohnern organisiert wird. Sicherlich könne man weitere mit ins Boot nehmen. Sie selbst habe kurzerhand Nachbarn engagiert.

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Auf dem Programm können dann laut Scholz gemeinsame Gebete sein, Lieder oder Texte, die vorgetragen werden. In der ersten Auflage haben manche Bezug genommen auf den Heiligen, dessen Namenstag auf eben den entsprechenden Tag fiel. Auch das lediglich eine CD vorgespielt wurde, gab es. Auch das sei in Ordnung. Das Publikum solle aber auch mitgenommen werden. So wäre es schön, wenn es zumindest ein gemeinsames Lied gäbe.

Bis zu 50 Teilnehmer

Die durchschnittliche Teilnehmerzahl sei durchaus beachtenswert. Scholz spricht von 40 bis 50 Personen täglich. Viele hätten spontan zugesagt, heuer auch ein Türchen dieses speziellen Adventskalenders zu gestalten. Immerhin seine schon gut die Hälfte der Tage belegt. Dabei hätten sich umtriebige Mitglieder der Pfarrei, die oft bei Veranstaltungen die Hand hochheben, erst einmal bewusst zurückgehalten.

Kleine Geschenke für die Seele gibt es beim Lebendigen Adventskalender. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Kleine Geschenke für die Seele gibt es beim Lebendigen Adventskalender. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Außerdem sei damit zu rechnen, dass wieder bei öffentlichen Gebäuden Stationen organisiert werden. So gab es etwa beim Aventinum – organisiert von Katrin Koller-Ferch – beim Kino oder bei der Musikwerkstatt ein Türchen.

Die Idee entstand laut Scholz im vergangenem Jahr im Sachausschuss Soziales und Familie. Der hatte davor etwas anderes organisiert. Dabei hatten Menschen in der Vorweihnachtszeit Einladungen ausgesprochen – etwa zum gemeinsamen Plätzchen Backen. „Darauf haben sich die Abensberger nicht so recht eingelassen.“ Nicht etwa, dass es zu wenige Einladungen gegeben hätte. Sie seien schlichtweg kaum angenommen worden.

Weitere Aktionen

  • Region:

    Die Abensberger sind mit ihrer Aktion in guter Gesellschaft. Einen Lebendigen Adventskalender gab es in der jüngeren Vergangenheit etwa im Landkreis Neumarkt und in der Region Amberg.

  • Rathaus:

    Vor drei Jahren gestalteten Abensberger Künstler das Rathaus in ihrer Heimatstadt. Jeder nahm sich dabei ein Fenster der Fassade zum Stadtplatz hin vor. (wo)

Da sei der Lebendige Adventskalender eben niederschwelliger. Die Zuschauer müssen eben nicht jeden Tag mit dabei sein. Außerdem locke so ein Angebot unter freiem Himmel eher als ein richtiggehendes Konzert, bei dem man auf dem im Saal auf dem Stuhl Platz nehmen müsse.

Die Kirche zu den Menschen bringen

Scholz hat aber auch einen theologischen Blick auf die Sache. Es sei sehr wohl so, dass auf diese Weise die Kirche zu den Menschen komme. In einer Zeit, in der die eher von Gotteshäusern Abstand nehmen. Die Gemeindereferentin ist der Meinung, damit bei der ersten Auflage auch Erfolg gehabt zu haben. Wieder blickt sie auf die eigenen Erfahrungen vor ihrem eigenen Haus. Viele Menschen aus ihrer Siedlung seien gekommen. „Das sind nicht alles Kirchgänger“, betont sie.

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Unter der Woche gehört Abensberg den Einheimischen, am Wochenende sieht man beinahe nur noch Touristen auf den Straßen.

Und so mancher empfindet es sicherlich als angenehm, einige besinnliche Minuten in der immer hektischer werdenden Vorweihnachtszeit zu finden. Das gelte für den normalen Alltag. In Abensberg dann noch dazu, dass die verschiedenen Weihnachtsmärkte viele, viele Gäste – auch von auswärts – anlocken. Da ist dann grundsätzlich mit der Ruhe in der Stadt so eine Sache.

Wie im Vorjahr wird es eine spezielle Kinderaktion geben. 2018 bekamen die Kleinen Strohhalme in die Hände gedrückt. Also echte Halme aus Stroh – nicht die Plastikvariante. Sie sollten diese sammeln, um sie Weihnachten in die Krippe in der Kirche zu legen. Damit das Christkind dort weich liegen könne. Es sei ein Versuch gewesen, der Scholz wie die gesamte Aktion positiv überrascht hat. Denn der Sammeleifer überkam die Kinder schnell.

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