MyMz
Anzeige

Kultur

Liebe ist eine geheimnisvolle Macht

Mit einer gelungenen Premiere startete „Der Holledauer Fidel“ in Siegenburg. Schon die Vorschusslorbeeren ließen den Erfolg des Singspiels erahnen.
Von Gabi Kahler, MZ

  • Heiter und beschwingt: Die Premiere des „Holledauer Fidels“, einer Geschichte aus der „giuten, alten Zeit“, war ein großer Erfolg. Fotos: Kahler
  • Schließlich muss beim „Holledauer Fidel“ sogar der Gendarm einschreiten. Das Publikum hat seinen Spaß.
  • Stilecht – mit Hopfen am Hut
  • Mitreißende Darsteller und Sänger begeisterten die Zuschauer.

SIEGENBURG. Vorhang auf hieß es und die Zuschauer fühlten sich im ersten Akt der Premiere „Der Holledauer Fidel“ sofort versetzt in den Hopfengutshof der Sichbauers, gespielt von Martin Schweiger und Heike Stierstorfer. Der Inhalt: Die letzten Hopfenzupfertage sind angebrochen. Die Mannschaft aus dem Bayerischen Wald, unter ihnen der gut aussehende Zupfer Fidel (Florian Schweisthal), bedankt sich noch einmal bei den Sichbauers und bittet um weitere Arbeit im kommenden Jahr. Eine schier langweilige Geschichte könnte das werden, wäre sie nicht verwoben mit der Liebschaft des armen Hopferzupfers „Fidel“ mit der reichen Sichbauerntochter „Reserl“, gespielt von Verena Summerer.

Standesgemäß allerdings soll Reserl mit dem Wurmdoblersohn Vinzenz (David Dichtl), ebenfalls aus dem Bayerischen Wald, verheiratet werden. Turbulente Szenen beherrschen dessen Hof, als Reserl nebst Vater zur Brautschau einen Tag früher als angekündigt erscheinen. Selbst der Bankagent Lukas Machhörndl (Josef Zausinger) kann den verwahrlosten Hof nicht retten. Er wird zudem von seiner so wohlbehüteten Tochter (Andrea Limmer) bitter enttäuscht. Die Sichbauers reisen ab.

Nach einem Jahr, als Fidel erneut zur Hopfenernte in der Holledau am Sichbauernhof eintrifft, flammt die Liebe erneut auf. In der Kirchweihfeier bittet Reserl ihren Fidel zum Tanz und den Vater um die Einwilligung zur Hochzeit.

Tränenüberströmt und allein

Enttäuscht ist diesmal Vinzenz, der mit seinen Eltern (Brigitte Krojer-Gruber und Franz Kellner), Sack und Pack wieder erfolglos abreisen muss. Tränenüberströmt und allein gelassen bleibt auch Vinzenz‘ Liebe Kathi Krinninger (Ramona Weiß) zurück.

Polizeidiener Wachtveitl (Hubert Berghammer) versetzte in der Kirchweihansprache die Ehrengäste inmitten des Singspieles. So bat er MdEP Manfred Weber, die Donau-Moldau- Euroregion nicht zu streichen. Am Wurmdoblerhof sehe man, wie das ausgeht. Den CSU-Integrationsbeauftragten, MdL Martin Neumeyer, erklärte er die Abstammungsmischung der Waidler als gelungene Integration. Die Integration von Niederumelsdorfern und Siegenburgern allerdings stehe dem Abgeordneten noch bevor. Auch Landrat Dr. Hubert Faltermeier müsse aufpassen, denn an der Einführung der alten Autokennzeichen sehe man deutlich das Auseinanderdriften seines Landkreises.

Ein nicht enden wollender Applaus holte die bereits verabschiedeten Schauspieler nochmal auf die Bühne zum „Holledauer Marsch“. „Mia iss guad ganga“, strahlt Organisator und Dirigent Helmut Meichelböck am Ende der Vorstellung. Jeder einzelne sei mit Herzblut und Fleiß dabei gewesen und dieser Funke sei auch deutlich spürbar auf die Zuschauer übergesprungen. „D’Liab is a tiafe, geheimnisvolle Macht“, sagt Meichelböck. Dies sei die Botschaft des Komponisten Kutschenreuter und Texters Scherrer und dies ziehe sich auch durch das Stück.

Den Hut zieht Meichelböck vor jedem der 139 Mitwirkenden. „Einer allein kann gar nichts ausrichten, das muss ein Team sein, das zusammenhilft, da ist, wenn man es braucht und anpackt“ erklärt der Organisator. Und dieses Team habe er gefunden.

Neun Vorstellungen

„Unglaublich, was Orchester, Chor und Solisten draus gemacht haben, toll“, lobt Regisseurin Ingrid Storz-Popp die Laienarbeit. Besonders überwältigt war sie vom Heimatgefühl der Siegenburger. „Es ist ein Geschenk an Siegenburg“, so die Münchnerin.

Verenas Oma fühlte sich fast in ihre eigene Geschichte versetzt. Als Erntehelferin in der Holledau lernte sie ihren Mann kennen und blieb in Biburg. Günther Hausner spielte den Kontrabass. Nicht zum ersten Mal, denn auch in Au wirkte er beim Fidel schon mit. Ihm gefallen besonders die gängigen Melodien des Stückes.

Thomas Hofstetter und Evelyn Thalmair spielten vor drei Jahren ebenfalls in Au Fidel und Reserl. „Hat man gesehen, dass wir alle Lieder mitgesungen haben?“ fragen die beiden im Interview. Sie bewundern die Siegenburger, dass sie neun Vorstellungen ohne Zweitbesetzung durchziehen wollen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht