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„MAI“ als Kennzeichen rückt ein Stück näher

Die Verkehrsministerkonferenz erlaubt, Kfz-Kennzeichen von Altlandkreisen wieder zuzulassen. Landrat skeptisch.

Robert Schmid fährt in Mainburg als einer von wenigen ein Auto mit einem „MAI“-Kennzeichen.Foto: eab

Mainburg.Mainburg ist seinem Ziel einen Schritt näher gekommen: Geht es nach der Mehrheit in der Verkehrsministerkonferenz, können Mainburger, die das wollen, bald wieder ein Kfz-Kennzeichen mit „MAI“ statt „KEH“ beantragen.

Wie vom Pressesprecher der Konferenz Jens-Uwe Schade zu erfahren war, sei nur noch ein Beschluss des Bundesrats dazu notwendig. Die Zulassungsverordnung solle entsprechend geändert werden. Danach könnten die jeweiligen Landkreise entscheiden, ob sie Altkennzeichen vergeben wollen oder nicht.

„Das ist erfreulich, die Leute wollen das“, so die erste Reaktion von Mainburgs Bürgermeister Josef Reiser. Für ihn ist „MAI“ ein Stück Heimatverbundenheit und nicht zuletzt Werbung für seinen Ort. Landrat Dr. Hubert Faltermeier sieht die Angelegenheit freilich anders. Sicher sei es von der Organisation her kein Problem, entsprechende Kennzeichen zu vergeben. „Ob die Wiedereinführung von Altkennzeichen sinnvoll ist, muss allerdings hinterfragt werden“, stellt Faltermeier gegenüber der MZ fest. Die Gebietsreform sei nun mal vollzogen. Er besteht auf alle Fälle darauf, dass der Landkreis weiterhin Zulassungsbehörde bleibt.

„Kein Streit mit dem Landkreis“

Reiser seinerseits betont: „Wir wollen keinen Streit mit dem Kreis.“ Die Kommune werde zu gegebener Zeit auf den Kreis zugehen. Erst müsse der Beschluss im Bundesrat herbeigeführt sein. Laut Reiser werden die bayerischen Kommunen, die Altkennzeichen wollen, ihr weiteres Vorgehen koordinieren. Im Mai gebe es ein Treffen dazu – etwa 20 Kommunen würden erwartet. Auch im Stadtrat werde noch ein Beschluss gefasst. In Riedenburg war die Kennzeichenfrage bereits Thema im Hauptausschuss. Dort sprach sich die Mehrheit gegen Riedenburg aus.

„Es ist nur Nostalgie“

Laut Bürgermeister Michael Schneider wird die Sache jetzt Thema im Stadtrat sein. Er selbst sehe keinen Nutzen für die Stadt. Auch nicht in Sachen Marketing. „Es ist Nostalgie – sonst nichts.“

In Mainburg ist Robert Schmid derzeit einer der wenigen, die ein Auto mit einem MAI-Kennzeichen ihr Eigentum nennen. Für ihn ist der Wagen gemeinsam mit dem derzeit noch außergewöhnlichen Kennzeichen ein Stück Familiengeschichte. Er bestätigt den Werbeeffekt, den sich Reiser erhofft. „Junge Menschen, die das Zeichen nicht mehr kennen, oder Fremde sprechen mich häufig darauf an.“

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