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Beschluss

Mehr Geld für blühende Landschaft

Der Landkreis stockt seinen Zuschuss an den Kelheimer Landschaftspflegeverband VöF auf. Denn zwei neue Projekte sind geplant
Von Martina Hutzler

Gemeinsam mit Landwirten organisiert der VöF die Landschaftspflege im Kreis Kelheim. Im Bild die Mahd eines Steilhangs mit einem „Mähroboter“. Foto: hu/Archiv
Gemeinsam mit Landwirten organisiert der VöF die Landschaftspflege im Kreis Kelheim. Im Bild die Mahd eines Steilhangs mit einem „Mähroboter“. Foto: hu/Archiv

Kelheim. Für die Umsetzung des Projekts „Der Landkreis blüht auf“ erhält der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF zusätzliches Geld aus der Kreiskasse. Der Kreisausschuss hat beschlossen, ab 2020 den Jahreszuschuss an den Verband um 33 600 auf 123 600 Euro aufzustocken.

Grund dafür sind die Eigenmittel, die der VöF in beide Teilprojekte von „Der Landkreis blüht auf“ einbringen muss. Ein Projekt für den blühenden Landkreis sind die kommunalen „Eh da“-Flächen. Also Wegränder, Ranken, Brachflächen und ähnliches, denen das Projekt zu mehr Naturnutzen verhelfen soll. Die Planung und eine Fachkraft zur Umsetzungsbegleitung zahlen zwar Staat und Gemeinden. Für die konkreten Arbeiten draußen muss der VöF aber zehn Prozent Eigenanteil aufbringen.

Gemeinsam mit Landwirten organisiert der VöF die Landschaftspflege im Kreis Kelheim. Im Bild die Mahd eines Steilhangs mit einem „Mähroboter“. Foto: hu/Archiv
Gemeinsam mit Landwirten organisiert der VöF die Landschaftspflege im Kreis Kelheim. Im Bild die Mahd eines Steilhangs mit einem „Mähroboter“. Foto: hu/Archiv

Dasselbe gilt für das Pilotprojekt „natürlich Bayern“, bei dem der VöF einer von zehn teilnehmenden Verbänden in Bayern ist. Hier stellen private Besitzer Äcker und Wiesen für eine Arten-Anreicherung zur Verfügung. Die benötigten Pflanzensamen werden auf bereits vorhandenen artenreichen Flächen gewonnen, erklärte VöF-Geschäftsführer Klaus Blümlhuber im Kreisausschuss.

Projekt

Fade Grünflächen sollen aufblühen

Alle 24 Kelheimer Gemeinden beteiligen sich am Projekt „Der Landkreis blüht auf.“ Das soll auch Privatleute ermuntern.

Um nicht mit den zweierlei Ansätzen Verwirrung in der Bevölkerung zu stiften, hat der VöF beide Projekte unter dem Titel „Der Landkreis blüht auf“ zusammengefasst. Es sei ein ideales Programm, um die „ökologische Infrastruktur“ im Landkreis auszubauen; ein grünes Netz ähnlich den Strom- oder Straßennetzen, befand Blümlhuber.

Ausgleichsflächen in der Kritik

Dieser Ansicht schlossen sich die Kreisräte letztlich einhellig an und genehmigten die Aufstockung des Zuschusses an den VöF. Kreisrat Peter-Michael Schmalz kritisierte in dem Zusammenhang aber, dass es an sich bereits viele ökologisch wertvolle Flächen gäbe – freilich nur am Papier. Er spielte damit auf die so genannten Ausgleichsflächen an. Zu deren Ausweisung sind Kommunen verpflichtet, wenn sie zum Beispiel für ein neues Baugebiet Landschaftsflächen verbrauchen. „Zwei Drittel der Ausgleichsflächen in Bayern entsprechen aber nicht den gesetzlichen Vorgaben“, zitierte Schmalz aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Landtags-Anfrage und verwies darauf, dass auch im Kreis Kelheim die Untere Naturschutzbehörde mehr Personal bräuchte, um solche Flächen zu kontrollieren.

Bauschutt als Biotop

Praktischer Natur waren die Überlegungen von Kreisrat Andreas Kreitmeier zur neuen Kelheimer Blühoffensive. Sein Selbstversuch, heimisches Grün in eine blühende Landschaft zu verwandeln, sei kläglich gescheitert, gestand er. Dagegen habe sich auf einer nahen Baustellen-Brache der Blütenzauber wie von selbst eingestellt. „Am besten wär’s, auf solchen Eh da-Flächen einfach Bauschutt auszubringen“, schlug er zur Erheiterung des Gremiums vor.

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