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Kreispolitik

Mehr Umweltbildung, mehr Heimatgefühl

Nach dem Geschmack einzelner Kreisräte sollte der Kreis sich bei freiwilligen Leistungen mehr zurückhalten. Vor allem extern.
Von Beate Weigert

Im jüngsten Kreisausschuss wurde über freiwillige Leistungen des Landkreises diskutiert. Foto: Weigert
Im jüngsten Kreisausschuss wurde über freiwillige Leistungen des Landkreises diskutiert. Foto: Weigert

Kelheim.Kurzzeitigen Diskussionsbedarf gab es in der jüngsten Kreisausschuss-Sitzung bei zwei Tagesordnungspunkten. Ein paar Kreisräten gingen neue freiwillige Leistungen des Landkreises zu weit. Insbesondere zur finanziellen Beteiligung am gerade neu entstehenden Energiebildungszentrum Rubina in Regensburg entbrannte Kritik. Die zum Projekt zur Förderung der regionalen Identität im Landkreis war schnell wieder vom Tisch.

Mit 175.000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, wird sich der Landkreis am voraussichtlich 2021 eröffnenden Erlebnisraum Energie und Klima „um:welt“ der Energieagentur Regensburg beteiligen. Wie deren Geschäftsführer Ludwig Friedl im Ausschuss betonte, sei die Beteiligung der Kelheimer eine „tolle Möglichkeit, das Thema zu unterstützen und für Schüler wie Erwachsene begreifbar zu machen“. Hoch modern und multimedial aufbereitet, würde am Galgenberg in Regensburg erstmals in Bayern eine solche Einrichtung geschaffen.

Zweiter Einsatzleitwagen

  • Schadenslagen:

    Großeinsätze wie der Brand bei Kelheim Fibres im Oktober 2018 oder immer häufiger und heftiger werdende Unwettereinsätze machten die Anschaffung eines zweiten Einsatzleitwagens für die örtliche Einsatzleitung (ÖEL) nötig, so Kreisbrandrat Nikolaus Höfler. Mit bislang einem Fahrzeug ließen sich schwerlich Einsätze bei Großereignisse im eigenen Landkreis und überörtliche Hilfen außerhalb abarbeiten.

  • Unterstützung:

    Zur Unterstützung der ÖEL gebe es die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. 27 Ehrenamtliche unterschiedlicher Feuerwehren gehören ihr an.

  • Kosten:

    Voraussichtlich 215.000 Euro werden Aufbau, Ausstattung und Beladung des Einsatzleitwagens kosten, 5000 Euro die Durchführung des Vergabeverfahrens. In etwa die Hälfte der Anschaffungskosten könne man als Zuschuss vom Katastrophenschutz-Programm 2019/2020 des Freistaats erhalten.

  • Zustimmung:

    Der Kreisausschuss votierte einstimmig für die Investition.

Die CSU-Kreisräte Dr. Uwe Brandl und Andreas Kreitmeier sowie FW-Fraktionssprecher Jörg Nowy kritisierten, dass damit neue „freiwillige Leistungen“ gewährt würden, wo doch die regulären Aufgaben schon finanzieller Kraftakt genug seien. Warum man nicht auch die Wirtschaft finanziell um Beteiligung bitte, wollte etwa Kreitmeier wissen. Auf Nowys Frage erklärte Friedl, dass es bislang noch keine weitere Kooperationen mit anderen Landkreisen - abgesehen von Regensburg - gebe. Der Rest des Gremiums hielt es für wichtig, das Projekt zu unterstützen. Dr. Brandl und Kreitmeier stimmten am Ende dagegen.

Arbeitstitel „Mei Hoamat“

Auch ein weiteres Projekt stieß nicht sofort bei allen Kreisräten auf Gegenliebe. Landrat Martin Neumeyer warb dafür, mit einer neuen Initiative - Arbeitstitel „Mei Hoamat“ die regionale Identität der Kreisbürger mit dem Landkreis Kelheim zu fördern. Er verwies darauf, wie wenig sich manche als Kelheimer Kreisbürger fühlten, vielmehr als Mainburger, Abensberger, Riedenburger oder Rohrer. Die Gebietsreform in den 1970ern hatte den heutigen Landkreis auf dem Reißbrett aus vier Altlandkreisen zutage gefördert. In den Köpfen und Herzen vieler ist das noch nicht angekommen.

Was ist mit Bad Gögging?

Robin Karl, der neue zuständige Stabsstellenleiter, stellten denn einige Projektideen vor, die daran etwas ändern sollen. Sie reichten von einem Imagefilm mit typischen Charakteren über das Bewerben typisch regionaler Spezialitäten bis hin zu regionalen Klimaschutz-Projekten oder CO2-sparsamem Urlaub „dahoam“. Karl Zettl (FW) vermisste den Gesundheitsstandort „Bad Gögging“, der ein besonderes Alleinstellungsmerkmal sei. Richard Zieglmeier (Grüne) merkte an, dass typisch reginale Spezialitäten, wie der Spargel, bereits seit Jahrzehnten beworben würden. Zudem identifizierten sich die Menschen nun einmal mit der Hallertau im Süden, der Befreiungshalle in Kelheim oder mit dem Altmühltal. Ob eine neuerliche Kampagne, da Sinne mache, bezweifelte er.

Mit dem Heimatgefühl „Kreis Kelheim“ ist es nicht so weit her. Foto: Weigert/Archiv
Mit dem Heimatgefühl „Kreis Kelheim“ ist es nicht so weit her. Foto: Weigert/Archiv

Dass das Thema kompliziert sei, stellte Landrat Neumeyer nicht in Abrede. „Lasst uns doch erst einmal anfangen und Ideen eruieren“, warb er um Unterstützung. Zumal vom Bayerischen Finanz- und Heimatministerium Fördermittel von bis zu 150.000 Euro über bis zu drei Jahre winkten. Brandl kritisierte, dass er nicht bereit sei für „reine Imagekampagnen einen Blankoscheck“ auszustellen. Andere Kollegen von der ÖDP bis zur CSU sahen noch Potenzial im Zusammenwachsen. Siegfried Lösch wünschte sich, dass die Kommunen besser eingebunden würden. Nachdem Neumeyer bekräftigte, dass durch die Ausarbeitung eines Konzeptentwurfs durch die Kreisentwicklung Landkreis Kelheim (KEK) zunächst keinerlei Kosten entstünden, waren alle Gremiumsmitglieder dafür.

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