mz_logo

Region Kelheim
Mittwoch, 15. August 2018 27° 3

Baustelle

Millionen für den Gillamoos

Das Areal für den Jahrmarkt wird zukunftssicher gemacht. Eine Verlegung der Veranstaltung ist damit endgültig vom Tisch.

Der Gillamoos ist eine riesige, farbenfrohe Party. Dafür braucht es die richtige Infrastruktur. Foto: xps
Der Gillamoos ist eine riesige, farbenfrohe Party. Dafür braucht es die richtige Infrastruktur. Foto: xps

Abensberg.Zwei Millionen Euro könnte es kosten, die Gillamoos-Wiese zukunftssicher zu machen. In den kommenden Wochen macht sich Stadtwerkechef Hans Schmid daran, die Infrastruktur des Geländes neu zu überplanen. Im Zentrum steht dabei, alle Fahrbahnen zu befestigen und die Stromversorgung neu zu organisieren. Das soll in den kommenden beiden Jahren geschehen.

Gedankenspiele, den berühmten Abensberger Jahrmarkt zu verlegen, sind somit endgültig tief in der Schreibtischschublade verschwunden. Seine Zukunft die kommenden Jahrzehnte am traditionellen Platz ist gesichert. Vor gut einem Jahrzehnt hat das noch anders ausgesehen. „Es gab Überlegungen, den Gillamoos auf ein Gelände entlang der Straße nach Offenstetten zu verlegen“, erinnert sich Schmid.

Denn klar sei: Eine Erweiterung der Veranstaltung an Ort und Stelle ist kaum mehr möglich. Allerdings gehöre der Gillamoos einfach nahe ans Zentrum. Das sieht nicht nur Schmid so. Und weil in seinen Augen das Thema Parkplätze im Grundsatz gelöst sei, brauche es die Verlegung auch nicht mehr. Nicht zuletzt die Gillamoos-Buslinien helfen da.

Spezielle Pflastersteine

Bei den Arbeiten sind vor allem die Fahrbahnen im Blick. Die sollen ohne Ausnahme befestigt werden. Was gar nicht so einfach sei. „Der ganze Platz ist Morast“, beschreibt es Schmid. Was bedeutet, der Boden ist nicht sehr tragfähig. In so einer Situation sehe der Baufachmann von Asphalt ab.

Alle geschotterten Flächen sollen Pflaster bekommen.
Alle geschotterten Flächen sollen Pflaster bekommen.

„Wir pflastern die Fahrbahnen.“ Und das mit speziellen Steinen. Es soll laut Schmid ein Drainage-Pflaster zum Einsatz kommen. Das Wasser könne hier problemlos versickern. Was auch deshalb wichtig ist, weil es sich bei der Gillamoos-Wiese um ein Überschwemmungsgebiet handelt. Befestigt werden nicht nur die Fahrbahnen rund um die Festzelte, sondern auch in dem Bereich, in dem die Gewerbeschau stattfindet.

Die zweite große Teilmaßnahme ist die Neuorganisation der Stromversorgung. Wobei hier nicht gemeint sei, dass mehr Energie auf den Platz kommen müsse – oder auf andere Weise. Da sei in der Vergangenheit schon einiges geschehen. „Früher gab es eine Trafostation auf dem Gelände – mittlerweile sind es drei.“

Eine von mittlerweile drei Trafostationen auf dem Areal.
Eine von mittlerweile drei Trafostationen auf dem Areal.

Nein – einfach gesagt geht es Schmid darum, die Arbeit im Vorfeld leichter zu machen. „Es geht nicht mehr, die Kabel über das ganze Gelände zu ziehen.“ Noch sei es so, dass die Kabel durch eigens dafür angelegte Schächte gezogen werden, um etwa Anschlüsse für Zelte oder Fahrgeschäfte zu schaffen. Das sei mühsam. Oftmals stelle sich ganz zum Schluss heraus, das da oder dort noch ein zusätzliches Kabel nötig sei. Bisher sei es fast unmöglich, das dann noch zu verlegen, wenn der Schacht schon mit mehreren Kabeln belegt ist.

Neues System für die Kabel

Deshalb haben sich Schmid und seine Mannschaft ein neues System ausgedacht. Die Kabelschächte werden in die Fahrbahneinfassungen integriert. Sie seien oberirdisch zu öffnen. Die Kabel könne man dann bequem in die Schächte hineinlegen – und müsse keine mehr ziehen.

Die Zahl der auf dem Areal befindlichen Stellplätze ändere sich nicht. Das lässt Schmid auf Nachfrage unseres Medienhauses wissen. Allerdings werden laut Schmid ja die Zufahrten zu bisher nicht als Parkflächen genutzten Bereichen verbessert. Diese seien leichter erreichbar. Deshalb sei es denkbar, zumindest zeitweise mehr Parkplätze anzubieten.

Die Zahl der Parkplätze auf dem Gelände ändert sich nicht.
Die Zahl der Parkplätze auf dem Gelände ändert sich nicht.

Eher Detailfragen gilt es beim Wasser und Abwasser zu klären. Auch hier seien die Leitungen, die im Boden sind, durchaus ausreichend. Allerdings könnten etwa Lage und Zahl von Hydranten und Zapfstellen noch verbessert werden. Zum Beispiel seien die Anschlüsse für Zelte nicht immer hundertprozentig optimal. Nicht nur wegen der nicht einfachen Bodenverhältnissen und den diffizilen Leitungsgeschichten hat es die Baustelle Gillamoos-Wiese in sich. Denn verschiedene Eigentümer teilen sich das Areal.

Fest installierte Poller, die versenkbar sind, werden am Eingang eingebaut.
Fest installierte Poller, die versenkbar sind, werden am Eingang eingebaut.

Da ist nicht nur die Kommune im Boot. Das Areal, auf dem jedes Jahr das Hofbräu-Zelt steht, gehört besagter Brauerei. Der Bereich des Weißbierstadls ist Eigentum der Kuchlbauer-Brauerei. Außerdem ist ein Teil des Areals, auf dem der Gewerbemarkt stattfindet – zur Liebesinsel hin – in Privatbesitz. Selbstverständlich kann die Kommune da nicht so einfach auf deren Grund und Boden Arbeiten durchführen. Man sei in Kontakt. Probleme befürchtet Schmid aber ohnehin nicht. Denn die übrigen Eigentümer würden nur darauf warten, dass sich die Infrastruktur verbessere. Schmid hofft, dass er nicht die ganzen zwei Millionen Euro, die derzeit angesetzt sind, für die Baumaßnahme, die dann 2019 kommen soll, benötige. Er habe da eher die Summe von 1,5 Millionen im Blick. Wie auch immer – Fördergelder soll es geben. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl sei auf der Suche nach einem geeigneten Fördertopf. Es wäre nicht das erste Mal, dass Abensberg hier kreativ ist. Und Fördergelder an Land zieht.

Hier finden Sie weitere Artikel über Abensberg.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Weitere Aspekte der Massnahme

  • Poller:

    Auch in Zukunft werden am Haupteingang Poller platziert sein, um Fahrzeugen das Eindringen auf das Festgelände zu verwehren. So sagt es Hans Schmid. Sie sollen im Zuge der Arbeiten fest installiert werden. Da sie versenkbar sein werden, müssen sie nicht nach jedem Gillamoos entfernt werden.

  • Parken:

    An den Parkplätzen, die rund um die Gillamooswiese bereit stehen, wird im Rahmen dieser Maßnahme nichts gemacht. Überlegungen gebe es aber. So sagt Hans Schmid, dass er sich im Bereich Gaden zusätzliche vorstellen kann, die mittels Shuttle-Service mit dem Jahrmarkt verbunden werden könnten.

  • Wohnmobil:

    Die Forderungen, in Abensberg Wohnmobil-Stellplätze zu schaffen, kommt immer wieder auf. Jetzt sieht Schmid die Chance gekommen, solche anzulegen. Zehn davon werden Richtung Liebesinsel hin entstehen. Selbstverständlich stünden sie aber nur außerhalb des Gillamoos zur Verfügung.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht