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Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 3

Interview

„Minigolf ist Kopfsache“

Bundesligaspieler Bernhard Lindner über Strapazen, kleine Kniffe und die mehr als schwierige Nachwuchsarbeit in seinem Sport.
von Benjamin Neumaier

Bernhard Lindner spielte lange Jahre in der Minigolf-Bundesliga. Foto: Heike S. Heindl
Bernhard Lindner spielte lange Jahre in der Minigolf-Bundesliga. Foto: Heike S. Heindl

Kelheim.Herr Lindner, sie spielten Bundesliga, waren im Nationalkader – kann eigentlich jeder Minigolf spielen?

Breitensportmäßig sowieso – Minigolf ist ein toller Zeitvertreib. Es braucht ein gewisses Bewegungstalent, etwas Ausdauervermögen und Ballgefühl. Minigolf ist aber vor allem Kopfsache. Man kann mit sieben oder acht Jahren beginnen– wie gut man wird, ist aber vor allem auch Trainingssache.

Was macht dann den Unterschied zwischen guten und sehr guten Spielern aus?

Ab einem gewissen Niveau sind Trainingsintensität, Ausrüstung und Ballkenntnis gleich, dann kommt es nur auf den Kopf an.

Das gilt wohl besonders in der Bundesliga. Sie haben lange dort gespielt. Vermissen sie den Leistungssport?

Wir spielen ja mit den Senioren Bayernliga. Das hat auch ein gutes Niveau. Erste und Zweite Liga waren einfach nicht mehr möglich – wir hatten zu wenige Spieler. Es wurden über die Jahre immer weniger. Das ist aber kein Wunder. Die Bundesliga zehrt an einem.

Inwiefern?

Wir fuhren oft mehr als 500 Kilometer zu Spieltagen. Das dauerte das ganze Wochenende inklusive Freitag und Rückreise oft erst am Sonntagabend und dann montags in die Arbeit. Da ging viel Urlaub drauf, Familienleben ist schwierig. Da muss man schon Enthusiast sein.

Ist das auch ein Grund, warum sich kaum Nachwuchs mehr findet?

Sicher, Minigolf als Sport ist zeitintensiv. Aber es hat auch als Breitensport stark nachgelassen – zumindest bei uns.

Haben Sie ein Erklärung?

Nein, nicht wirklich.

Schrecken hohe Kosten ab?

Nein, überhaupt nicht. Mit einem Schläger für 70 Euro und einem Ballset für 50 Euro, ist man voll dabei. Ein höherklassiger Turnierspieler kommt mit einer Ausrüstung für etwa 400 Euro voll aus.

Um Anfänger auf den Geschmack zu bringen: Gibt es ein paar einfache Tricks für kleine Erfolge?

Man stellt sich so zum Ball, dass die Spitzen der Füße und der Ball ein gleichseitiges Dreieck bilden. Die Knie sollten leicht gebeugt sein, die Ellbogen auch und nicht am Körper anliegen. Das ist die Grundstellung. Man stellt den Körper 90 Grad zur Richtung, in die man schlagen möchte und greift mit beiden Händen den Schläger – welche Hand oben ist, ist egal. Beim Schlagen hilft, an das Pendel einer Kuckucksuhr zu denken. Tick-Tack, Tick, Tack – der Schlag muss ruhig und gleichmäßig sein und vor allem: Nicht den Frauenfehler machen.

Wie bitte?

Der heißt im Fachjargon so. Wir sagen Frauenfehler, wenn man dem Ball zu früh hinterherschaut. Frauen tun das eben. Dadurch verdreht man die Schulter und verändert die Schlagrichtung. Außerdem ist es wichtig, nicht zu fest zu schlagen. Das wird oft überschätzt.

Hier geht es zur Mitgemacht-Serie

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