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Region Kelheim
Samstag, 23. Juni 2018 18° 3

Nostalgie

Mit Musik geht auch das Dengeln besser

Das Sensenfest lockte viele Besucher nach Schweinbach. Sensenlehrer Georg Hahn zeigte den richtigen Schwung.
von Roswitha Priller

Im Takt geht`s leichter: Georg Hahn (r.) spielte ein flottes Lied auf der Ziehharmonika und Josef Rainer (l.) dengelte im Rhythmus dazu. Fotos: Priller
Im Takt geht`s leichter: Georg Hahn (r.) spielte ein flottes Lied auf der Ziehharmonika und Josef Rainer (l.) dengelte im Rhythmus dazu. Fotos: Priller

Wildenberg.Das Sensenfest in Schweinbach am vergangenen Sonntag war ein voller Erfolg. Mit großem Engagement hatten sich die Organisatoren vom CSU Ortsverband Wildenberg und CSU-Arbeitskreis Umwelt Landkreis Kelheim der Planung und Gestaltung des dritten Schweinbacher Sensenfestes gemacht.

Impressionen vom Schweinbacher Sensenfest 2018Sensenlehrer Georg Hahn demonstrierte die Arbeitsweise.  Fotos: Priller
Impressionen vom Schweinbacher Sensenfest 2018Sensenlehrer Georg Hahn demonstrierte die Arbeitsweise. Fotos: Priller

Mit dem oberbayerischen Biobauern und Sensenlehrer Georg Hahn hatten die Organisatoren einen fachkundigen Gast eingeladen. Als Schirmherr fungierte Hans Ritt (CSU, MdL). Bereits zwei Mal fand in Schweinbach ein Sensenfest im neu angelegten Regenrückhaltebecken statt. „Die Leute waren so begeistert von unserem Fest, dass wir es heuer unbedingt wieder machen wollten. Die Kulisse hier ist perfekt.“, so CSU-Ortsvorsitzender Winfried Roßbauer.

Arbeit im Takt

Dieses Jahr lag erneut der Schwerpunkt auf dem Vorführen der alten Kulturtechnik des Mähens mit der Sense. Aber zuvor wurde bei fröhlicher Musik das Werkzeug hergerichtet. „Das Dengeln muss man im Takt machen. Mir fallen dabei immer Lieder und Verse ein.“, sagte Hahn und griff zur Ziehharmonika. Und Josef Rainer nahm den Takt beim Dengeln gekonnt auf.

„Kinder, junge Leute und alle Interessierten sollen die Möglichkeit haben, zu sehen wie früher die Arbeit beim Heumachen vonstatten ging. Und auch einmal sehen, wie hart und anstrengend das war.“, erklärt Roßbauer die Motivation.

Wer die schweißtreibende Mähtechnik selbst ausprobieren wollte, bekam von Sensenlehrer Hahn die grundlegenden Tipps gezeigt. So ließ sich neben Landrat Martin Neumeyer auch der Schirmherr Ritt nicht lange bitten.

Anton Mies kontrolliert, ob Landrat Martin Neumeyer richtig wetzt. Fotos: Priller
Anton Mies kontrolliert, ob Landrat Martin Neumeyer richtig wetzt. Fotos: Priller

„Mit beiden Beinen fest am Boden stehen und dann mit einem gleichmäßigen Schwung arbeiten.“, gab Hahn die ersten Anweisungen. Zudem sei es wichtig, die Sense etwa fünf Zentimeter über dem Boden zu führen. Nach ein paar Trockenübungen zeigte Ritt durchaus ein gewisses Talent beim Mähen. Mit den alteingessenen Mädern, die jedes Mal beim Sensenfest ihre Handfertigkeit zeigen, konnte er allerdings nicht mithalten.

Im Takt geht`s leichter: Georg Hahn (r.) spielte ein flottes Lied auf der Ziehharmonika und Josef Rainer (l.) dengelte im Rhythmus dazu. Fotos: Priller
Im Takt geht`s leichter: Georg Hahn (r.) spielte ein flottes Lied auf der Ziehharmonika und Josef Rainer (l.) dengelte im Rhythmus dazu. Fotos: Priller

Mit Johann Haindl an der Spitze war die erste Länge schnell geschnitten. Auch der 94-jährige Anton Mies zeigte, dass er die Sense durchaus noch geschickt handhabt. Inge Haid aus Niederumelsdorf ist zwar eine schnelle Mäherin. Ihre Sense ließ sie sich lieber von Haindl wetzen. „Der kann es einfach besser und schneller als ich“, meinte sie lachend.

Zu der Reihe der Mäder gesellten sich dann nach und nach immer mehr Freiwillige dazu. „Ihr habt hier durchaus ein gutes Potenzial.“, lobte Hahn das engagierte Publikum und die Organisatoren.

Die Fans von landwirtschaftlichen Oldtimern kamen ebenso auf ihre Kosten. Denn auch das Mähen und Heumachen mit einigen über fünfzig Jahre alten Bulldogs samt Spezialanhängern wurde in Schweinbach; und auch das stieß auf großes Interesse der zahlreichen Zuschauern, die aus dem gesamten Umland gekommen waren. Einige stolze Oldtimerbesitzer hatten es sich nicht nehmen lassen, stilgerecht mit ihren Schmuckstücken nach Schweinbach zu tuckern.

Ein Besucher aus Offenstetten war wie viele andere auch nach Schweinbach gekommen, um altes Wissen aufzufrischen. „Ich kann zwar ganz gut mit der Sense umgehen, aber das Dengeln hat immer mein Opa übernommen“, erzählte er. Hier fand er fachkundige Anleitung. „Die Halbe Bier haben wir uns jetzt redlich verdient“, waren sich die fleißigen Mäder einig. Danach überließen sie den Bulldogs das Feld.

Vorsprung durch Technik von ’59

Richard Erl war mit seinem Holder Baujahr 1959 mit Seitenmähwerk schon um einiges schneller als die Mäder. Doch war auch hier zusätzliche Handarbeit gefragt. Florian Schneckenburger bekam den anstrengenden Job, mit einem Rechen den Schnitt wegzuziehen, damit sich nichts schoppte.

 Richard Erl tuckerte mit seinem Holder (1959) zum Mähen; Florian Schneckenburger musste mit einem Rechen den Schnitt wegziehen. Fotos: Priller
Richard Erl tuckerte mit seinem Holder (1959) zum Mähen; Florian Schneckenburger musste mit einem Rechen den Schnitt wegziehen. Fotos: Priller

Verschiedene altertümliche Anhänger zum Heuwenden samt Oldtimer-Zugmaschinen kamen anschließend zum Einsatz. Und verblüfften teilweise die Zuschauer ob ihrer einzigartigen Technik. So tuckerten ein 35er Ferguson Baujahr 1959 mit einem 24er McCormick Baujahr 1958 im Regenrückhaltebecken um die Wette. Johann Geigenberger zeigte parallel dazu den Einsatz eine

Die Halbe Bier hatten sich Inge Haid und Anton Mies redlich verdient. Fotos: Priller
Die Halbe Bier hatten sich Inge Haid und Anton Mies redlich verdient. Fotos: Priller

Das Zuschauen hatte Hunger und Durst gemacht, und so zogen die vielen Schaulustigen in den Biergarten beim Hochneder. Bei einer gemütlichen Brotzeit, vielen fachsimpelnden Gesprächen sowie Quetschn-Musik von Andreas und Thomas Datzmann klang der Abend aus. „Nächstes Jahr machen wir wieder ein Sensenfest. Die Leute sind richtig begeistert“, resümierten die Organisatoren erfreut. Die Sense kommt bei Naturliebhabern immer mehr in Mode. Vielleicht steht im nächsten Jahr ein Wett-Mähen auf dem Programm. Also fleißig üben!

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