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Region Kelheim
Donnerstag, 20. September 2018 31° 1

Natur

Mit Spielen zum „Waldkenner“

Bei den Waldjugendspielen steht der Spaß im Vordergrund, aber die Schüler lernen dabei einiges über Fauna und Flora
Von Maximilian Ledutke

Beim Ster-Schlichten sind Kraft und Kondition gefragt Foto: Ledutke
Beim Ster-Schlichten sind Kraft und Kondition gefragt Foto: Ledutke

Kelheim. Die Schüler feuerten bei der Disziplin Ster-Schlichten mit den Worten „Auf geht’s, schneller!“ sich gegenseitig an, damit sie die Bestzeit knacken können. Denn beim Ster-Schlichten ist es wichtig, dass die Drittklässler die Hölzer schnellstmöglich von einem Stapel zum anderen bringt. Je schneller die Klasse ist, desto mehr Punkte kann sie bei den Waldjugendspielen erreichen.

Es gibt auch noch weitere Disziplinen bei den 49. Waldjugendspielen, die vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg veranstaltet werden. Dabei nutzen jedes Jahr zahlreiche Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, im Rahmen eines Waldspazierganges mit einem Förster oder einer Försterin Antworten auf viele Fragen rund um unser „Grünes Drittel“ Wald zu erhalten.

Drei Stunden lang im Wald

Insgesamt nahmen an drei Tagen 1215 Drittklässler aus 55 Klassen im Landkreis Kelheim teil. Jede Klasse erkundet drei Stunden lang den Wald und ein Forstpate erklärt zugleich den heimischen Wald genauer.

Philipp Klein Foto: Ledutke
Philipp Klein Foto: Ledutke

„Alles hat mir Spaß gemacht.“

Philipp Klein, Drittklässler

Eine Disziplin ist zum Beispiel das Turmbauen. Dabei gibt es vier verschiedene Baumarten, die in Scheiben hergeschnitten wurden. Zwei Schüler rennen zu dem Haufen, jeder nimmt sich eine Scheibe, sucht die zugehörige Baumart und stapelt die Scheiben zu einem Turm. Das Ziel ist, dass die Kinder wissen, was die verschiedenen Baumarten unterscheidet und dass sie das, was sie in der Schule über den Wald gelernt haben, hier anwenden, erklärt Peter Enders, der Forstdirektor.

Welche Pflanze ist auf einer Cent-Münze abgebildet? Welcher Vogel ist auf diesem Bild zu sehen? Bei der Ratestaffel haben die Kinder Freude und finden die Antworten gemeinsam mit den Forstpaten. Dabei staunen auch der MZ-Reporter, der Forstdirektor und der Forstpate der Klasse, wie schnell die Schüler manch knifflige Fragen beantworten können. Da hilft den Kindern wieder, was sie in der Schule gelernt haben.

„Die Waldjugendspiele sind lehr lehrreich und unterhaltsam für die Schüler“, Gabriele Eisert, Lehrerin

„Der Wald ist in der dritten Klasse Thema im Unterricht“, sagt Peter Enders, „und immer mehr Schüler wissen nicht viel über den Wald. Deswegen gibt es die Waldjugendspiele, denn da lernt man spielerisch den Wald kennen und die Schüler können das, was sie im Unterricht lernen, auch einmal in der Praxis umsetzen. Die Kinder lernen unter anderem auch, was der Wald für die Menschheit tut und wie wichtig dies ist.“

Bei den Waldjugendspielen finden auch kleinere Spielchen statt. Dabei müssen sie beispielsweise erraten, welche Tiere Bilder zeigen, die im Wald versteckt sind. „Dadurch versuchen wir die Aufmerksamkeit der Kinder im Wald zu erhöhen und gleichzeitig kommen die Kinder zur Ruhe“, erklärt Peter Enders. Für jedes richtig erratene Bild bekommen die Schüler Punkte auf ihr Klassenkonto. Bei allen Disziplinen und Spielen werden fleißig Punkte gesammelt und die fleißigsten Punktesammler werden im Juli im Rahmen einer Siegerehrung mit Klassenpreisen und Urkunden bedacht.

Ja, wo ist sie denn? Eine Gruppe von Schülern ist auf der Suche nach der Bienenkönigin. Foto: Ledutke
Ja, wo ist sie denn? Eine Gruppe von Schülern ist auf der Suche nach der Bienenkönigin. Foto: Ledutke

Jede Klasse läuft beim Start in eine andere Richtung, damit es nicht zu lange Wartezeiten an den Spielstationen kommt. Mit einem Baumrätsel haben sie sich zuvor „warm gemacht“, erklärt Peter Enders, der bereits zum zweiten Mal bei den Spielen dabei ist. Auch Landrat Martin Neumeyer und Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann rätselten mit.

Wie jedes Jahr hat auch dieses Jahr der Bienenzuchtverein Kelheim eine Station bei den Waldjugendspielen. Dort können die Kinder Honig probieren und die Bienenkönigin suchen. Dabei lernen die Kinder, wie wichtig die Bienen für die Welt ist und können Honig schlecken. Das zaubert den Drittklässlern ein Grinsen ins Gesicht.

Spaß beim Lernen

Die Idee hinter den Waldjungendspielen ist, dass die Schüler der 3. Klassen im Landkreis Kelheim spielerisch über den heimischen Wald aufgeklärt werden und die Vernetzung und Verletzung des Ökosystems verstehen lernen. „Nur was man kennt, das schätzt man, und nur was man schätzt, das schützt man“, sagt Peter Enders.

Auch Lehrerin Gabriele Eisert von der Jakob-Ihrler-Schule in Ihrlerstein findet die Waldjugendspiele recht unterhaltsam und lehrreich, denn die Schüler können das Theoretische, was sie in der Schule gelernt haben, auch im Wald umsetzen.

Die Mädchen und Buben haben hier bei den Waldjugendspielen sichtlich sehr viel Spaß. „Alles hat mir Spaß gemacht“, sagt Philipp Klein, „vor allem das Spiel mit dem Baumscheibenstapel war sehr schön.“ Das fand auch seine Mitschülerin Rouaa Alkayali bei den Waldjugendspielen super.

Auch Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Horst Hartmann rätseln beim Baumartenraten mit. Foto: Ledutke
Auch Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Horst Hartmann rätseln beim Baumartenraten mit. Foto: Ledutke

Wie findet der Kelheimer Bürgermeister die Waldjugendspiele? „Die Aktion ist top,“ sagt Horst Hartmann, „wenn man bedenkt, wie viele Verantwortliche dahinterstehen und den Kindern versuchen, möglichst viel vom Wald und dem Umfeld näher zubringen. Es ist super zu sehen, dass so viel Kinder Spaß und Interesse zeigen.“ Er selbst erinnert sich auch noch, als er als Schüler bei den Waldjugendspielen war und ist fasziniert, dass es diese schon so lange gibt.

Um diese Waldjugendspiele auszurichten, werden jeden Tag im Schnitt 20 Forstpaten für die Schüler benötigt. Auch die Vorbereitungen seien aufwendig. Es gebe zu wenig Personal. Deshalb seien für die Waldjugendspiele fünf Förster, unter anderem auch Anwärter und Pensionisten im Einsatz und helfen beim Aufbau und bei den Rundgängen, erklärt Peter Enders.

Das war bei den Waldjugendspielen alles geboten:

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