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WELTENBURG.

Mit Wohnmobil in 80 Tagen um die Welt

Flaggenmeer im Klosterhof von Weltenburg: Die Rückkehrer der Challenge-Tour zeigten auch optisch, welche Länder sie bereist haben. Mit im Bild ist Abt Thomas Freihart. Fotos: lhl

VON GABI HUEBER-LUTZ, MZ

In 80 Tagen um die Welt: 31 Weltenbummler hatten sich am 6. Juni in 16 Wohnmobilen auf Weltreise begeben, neun Fahrzeuge mit 17 Teilnehmern schafften die ganze Tour. „Was ist denn da jetzt los?“, fragte ein erstaunter Tourist im Biergarten des Klosters Weltenburg, als am Samstagabend ein Corso von Wohnmobilen eintrudelte. „Wir sind in 80 Tagen um die Welt gefahren!“, bekam er zur Antwort. „Das ist ja eine Schau!“, war sein Kommentar.

Wüste Gobi – das härteste Stück

Sie erregten durchaus Aufmerksamkeit, die Globetrotter, die auf ihrer Challenge-Tour in 80 Tagen Deutschland, Amerika, China, die Mongolei, Russland und einen Teil Europas durchquert hatten. Neun der Fahrzeugen sind gestern wieder in München angekommen.

Am Samstagabend steuerten sie als vorletzte Etappe auf ihrer Reise das Kloster Weltenburg an. Die Weltenburger Klosterbrauerei hatte eines der Wohnmobile gesponsert. Der Verkaufsleiter Georg Eberwein ließ es sich nicht nehmen, die Tour im Kloster willkommen zu heißen. Auch Abt Thomas M. Freihart beglückwünschte die Fahrer zu ihrem Erfolg.

Am Steuer des Weltenburger Fahrzeugs saß der Hamburger Uwe Einsath. Den selbstständigen Kaufmann, der in jungen Jahren zur See gefahren war, hat es gereizt, die Welt einmal nicht vom Wasser aus kennenzulernen. Der 69-Jährige wollte aber auch beweisen, dass man in diesem Alter noch mithalten kann. „Das war eine Herausforderung. Ich wollte meinem Sohn und meinem Enkel zeigen, dass es der Opa noch drauf hat.“

Den größten Teil der Strecke musste er alleine im Fahrzeug zurücklegen. Sein Kompagnon wurde krank und ist von Peking aus nach Hause geflogen. „Da habe ich die Wüste und Sibirien allein gemacht“, sagt Einsath.

Das härteste Stück war die Durchquerung der Wüste Gobi und Russlands. Veranstalter Olaf Gafert schleppte ein liegen gebliebenes Wohnmobil mit durch die Wüste. Letztlich mussten sie aber aufgeben, und „das Wohnmobil steht heute noch in der Mongolei“. In Russland wurde die Zeit knapp. Weil sich die Schiffspassage der Fahrzeuge nach Peking verzögert hatte, blieben der Gruppe noch sechs Tage, um durch Russland zu kommen, bevor das Visum ablief. „Das sind Geschichten, die wird man später noch am Lagerfeuer erzählen“, ist sich Einsath sicher. Mit Ria Schwab und Renate Nessler aus Hannover hat es auch ein Frauenteam wieder nach Hause geschafft. Ihre wichtigste Erfahrung auf der Reise: „Am Anfang waren wir Einzelkämpfer, am Schluss waren wir ein Team.“

Einige Teilnehmer stiegen vorher aus. Die Klosterbrauerei hatte nach Los Angeles, Peking, Irkutsk, an den Baikalsee und nach Moskau flüssige Wegzehrung in Form ihres Bieres geliefert. Das letzte Fässchen hatten sich die Globetrotter allerdings aufgehoben.

Uwe Einsath würde jetzt am liebsten zu einer Tour von Alaska nach Feuerland aufbrechen, um mit der zurückgelegten Wegstrecke ein Kreuz zu markieren.

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