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Interview

Mitten aus dem vollen Leben

Kunstexpertin Dr. Petra Skiba über unterschiedliche Betrachtungsweisen von afrikanischer und westlicher Kunst.
Von Wolfgang Abeltshauser

Dr. Petra Skiba wählte die Bilder für die Ausstellung aus - mit im Bild von links Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann sowie Meada Mounajed. Foto: Abeltshauser
Dr. Petra Skiba wählte die Bilder für die Ausstellung aus - mit im Bild von links Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann sowie Meada Mounajed. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Die Kunstfreunde dürfen sich freuen. Am 10. März wird die Ausstellung zum Begegnungsprojekt „Traum und Wirklichkeit“ der Kirchmann-Stiftung eröffnet. Interessante Bilder von hoher künstlerischer Qualität warten. Kuratorin der Schau ist Kunsthistorikerin Dr. Petra Skiba. Sie hat die Auswahl der Werke getroffen. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt nach eigenem Bekunden auf der Kunst des ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Einige Jahre war sie im Kunsthandel tätig. Immer wieder arbeitet sie im museumspädagogischen Bereich Sie will ihren Mitmenschen Kunst näherbringen. Über gemeinsame Kontakte zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit kamen Hanns-Peter Kirchmann und sie vor zehn Jahren im Vorfeld des ersten Kunstprojekts in Abensberg zusammen.

Wie sind Sie selbst zur zeitgenössischen afrikanischen Kunst gekommen?

Von 1996 bis 2015 war ich die Kunstbeauftragte der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die GIZ veranstaltete pro Jahr eine Kunstausstellung. Ziel war, den Dialog mit der Kultur anderer Länder zu vertiefen. Die Künstler kamen aus Ländern, mit denen die GIZ zusammenarbeitet – auch aus Afrika. Bei den Ausstellungen wurde darauf Wert gelegt, die verschiedenen Spielarten zeitgenössischer Kunst zu zeigen. Aus den Veranstaltungen – die Verkaufsausstellungen waren – wurde über die Jahre hinweg eine Sammlung aufgebaut. Für die Ausstellungen als auch den Aufbau der Sammlung war ich zuständig. Über meine Arbeit für die GIZ kam ich mit dem Ehepaar Kirchmann in Kontakt.

Gibt es den grundsätzlichen Unterschied zwischen Kunst aus Europa und Afrika?

Gibt es bei den afrikanischen Künstlern die typische Technik- und Stilwahl?

Es gibt sicher viele Unterschiede. Aber ein wichtiger ist, dass bei der zeitgenössischen Kunst aus Afrika eine sehr starke Bezugnahme auf traditionelle Themen sowie die soziale und politische Lage in den Ländern stattfindet.

In der Malerei variiert der Stil je nach Land bzw. Region. So gibt es große Übereinstimmung in vielen westafrikanischen Ländern. Die Techniken sind je nach Genre vergleichbar. Die Finanznot der Künstler führt zu bestimmten Stilprägungen, indem etwa in Westafrika häufig Stoffreste in die Bilder eingearbeitet werden. Gerne werden auch Naturmaterialien verwendet. Die Bildhauerkunst ist insgesamt stark vertreten.

Wie steht die afrikanische Kunst qualitativ im Vergleich zur europäischen?

Afrikanische zeitgenössische Kunst ist bei internationalen Ausstellungen – wenn man auf die Documenta oder Kunstbiennalen schaut – auf einer Stufe mit der westlichen Kunst. Hier wie da gibt es sicherlich Unterschiede. Da viele afrikanische Künstler Autodidakten sind, gibt es bei der Ausbildung Unterschiede, was aber nicht die Qualität der Kunst schmälert. Nach der „Qualität“ wird immer nur aus westlicher Sicht gefragt. Denn wo werden weltvergleichende Qualitätsurteile gefällt? Natürlich aus amerikanischer und eurozentrischer Sicht!

Wie ist Ihr Meinung über traditionelle afrikanische Kunst und Kunsthandwerk?

Einflüsse der traditionellen afrikanische Kunst und des Kunsthandwerks auf die zeitgenössische Kunst gibt es auf jeden Fall. Das kann man so allgemeingültig nicht beantworten. Das hängt auch von den unterschiedlichen Regionen ab.

Spielt afrikanische Kunst in der Ausbildung in Europa von Künstlern und Kunsthistorikern eine Rolle?

Eher selten. In meinem Studium – lange her – war das gar kein Thema.

Gibt es in Afrika überhaupt eine Ausbildung für Künstler?

Ja, es gibt in vielen Ländern Kunsthochschulen. Viele Künstler bilden sich aber über Workshops, Auslandsaufenthalte – zum Beispiel Artist in Residence – weiter.

Wie intensiv ist der Blick von Galeristen hierzulande auf die afrikanische Kunst? Gibt es da vielleicht sogar Spezialisten auf diesem Gebiet?

Es gibt in Deutschland immer mehr Galerien, die zeitgenössische afrikanische Kunst vertreten. Oft aber gepaart mit angewandter Kunst. Etwa seit 1990 – nach der Ausstellung „Magiciens de la terre“ im Centre Pompidou in Paris (1989) – gibt es eine sehr viel breitere Aufmerksamkeit für zeitgenössische Kunst aus Afrika. Was als Entwicklung im Bereich der Musik schon viele Jahre klar erkennbar war, lässt sich heute auch auf die bildende Kunst übertragen. Veränderte Strukturen, maßgeblich die Zusammenarbeit der Museen und Ausstellungszentren auf nationaler und internationaler Ebene, haben dafür gesorgt. Selbstverständlich sind heute auch auf den weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen wie der „Documenta“ in Kassel und der „Biennale di Venezia“ Künstler aus afrikanischen Ländern vertreten.

Afrikanische Kunst in Abensberg.

Gibt es in Afrika so etwas wie ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst?

Ein Zentrum gibt es nicht, Südafrika ist ein wichtiges Land. Zum Beispiel gibt es eine Biennale in Johannesburg.

Haben Sie selbst afrikanische Kunst zu Hause?

Bilder und Holz- wie Linolschnitte aus Tansania, Uganda, Senegal.

Hier finden sie weitere Artikel über das Kunst- und Begegnungsprojekt Traum und Wirklichkeit.

Hier finden Sie weitere Artikel über Abensberg.

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  • Poller:

    :Auch in Zukunft werden am Haupteingang Poller platziert sein, um Fahrzeugen das Eindringen auf das Festgelände zu verwehren. So sagt es Hans Schmid. Sie sollen im Zuge der Arbeiten fest installiert werden. Da sie versenkbar sein werden, müssen sie nicht nach jedem Gillamoos entfernt werden.

  • Parken:

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  • Wohnmobil

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Ein Stück Afrika kommt nach Abensberg

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