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Bürgerprotest

Mitterfeckinger sind gegen Gewerbegebiet

In der Waldsiedlung Mitterfecking soll ein Gewerbegebiet für zwei Unternehmen entstehen. Die Anwohner sind dagegen.
Von Bianka Lucius

Auf der Grünfläche unterhalb der Waldsiedlung könnten sich Handwerksbetriebe ansiedeln. Dagegen regt sich Protest. Foto: Kugler/MZ-Archiv
Auf der Grünfläche unterhalb der Waldsiedlung könnten sich Handwerksbetriebe ansiedeln. Dagegen regt sich Protest. Foto: Kugler/MZ-Archiv

Mitterfecking.„Wir wollen kein Gewerbegebiet in unserer Waldsiedlung!“ Dies ist die Kernaussage der am Donnerstagabend neu gegründeten Bürgerinitiative der Anwohner der Waldsiedlung in Mitterfecking. Ihr Vorsitzender ist Manfred Bittner. Der Anstoß für das Gewerbegebiet fiel in der Gemeinderatssitzung vergangenen November.

Bauinteresse mitgeteilt

Im vergangenen Jahr teilten ein Autowerkstattbetreiber, der seinen Sitz verlagern möchte, ein Fliesenlegerbetrieb und ein Sanitärbetrieb, welche Lagerhallen bauen wollen, ihr Bauinteresse Bürgermeister Christian Nerb mit. Die Grünfläche zwischen nördlich der Saaler Straße und westlich der Kreisstraße KEH 10 von Saal Richtung Hausen wurde als mögliches Bauland nach Rücksprache mit den Flächeneigentümern festgelegt.

Diese Fläche befindet sich 50 Meter entfernt von den angrenzenden Wohnhäusern der Siedlung. In der Novembersitzung stimmte der Gemeinderat einstimmig der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu. Jedoch unter dem Vorbehalt das erst durch ein Planungsbüro eine positive Aussage zur Durchführung vorliegen muss. In der folgenden Gemeinderatssitzung im Dezember wurde der positive Bescheid des Planungsbüros verlesen. Schon damals lagen dem Bürgermeister neun Beschwerdeschreiben von Bürgern gegen dieses Gewerbegebiet vor. Auch diese Einwände wurden vorgetragen. Einige Gemeinderäte äußerten jetzt ihren Widerstand gegen das Gewerbegebiet.

Knapper Entscheid – 11:10

Ganz knapp mit elf Stimmen für ein Gewerbegebiet in der Waldsiedlung und zehn Stimmen dagegen, wurde eine Entscheidung für den Bau gefällt. Doch 69 Anwohner der Waldsiedlung nehmen diese Abstimmung nicht hin und sind jetzt Mitglieder einer Bürgerinitiative, die sich gegen den geplanten Bau des Gewerbegebietes richtet. Die Anwohner mobil.

Sehr schnell wurde eine Whats-App-Gruppe gegründet. So berichtete Bittner, dass schon zwei Stunden nach dem Eintrag die ersten Protestplakate aushingen. Protestgründe sind, dass das Gewerbegebiet zu nah an den Häusern der Siedlung liegt, das es zu einer Zusatzbelastung durch Gewerbelärm und mehr Verkehr kommt. Weiter wird beanstandet, dass es keinen Bürgersteig gibt und die Bushaltestelle keine Pufferzone hat. Auch von einem Wertverlust der Grundstücke und Häuser reden die Bürger. Öfters sagen die Redner der Bürgerinitiative, dass sie nicht gegen die Gewerbetreibenden sind, viele sind deren Kunden. Die Firmen aber wo anders ihr Gewerbegebiet bauen sollten. Etwa 90 Leute füllten den Gastraum des Gasthofes Zeller in Mitterfecking.

Auch Fürsprecher anwesend

Nicht nur Gegner des Gewerbegebietes waren anwesend, sondern auch Fürsprecher. Das Gemeinderatsmitglied der CSU, Matthias Rieger, hatte für die Ängste der Waldsiedlungsbewohner volles Verständnis. Wofür er aber kein Verständnis zeigte, war die Art und Weise, wie dies zum Ausdruck gebracht wurde. „Dies geschieht teilweise in einer militanten Form, angefangen mit Diffamierungen und Nötigungen, angefangen beim Bürgermeister über die Gemeinderäte bis hin zu Privatpersonen, die mit dieser Sache gar nichts zu tun haben“, sagte er. Dieses Verhalten, das durch einige Mitglieder der IG an den Tag gelegt werde, zeuge von keiner vernünftigen Streitkultur.

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Des Weiteren empfindet er die Gründung einer Bürgerinitiative für diesen Zeitpunkt zu früh. Dies begründete Rieger: „Da keine Fakten über die Erschließung vorliegen, weil wir noch keine Konzepte der Bauherren haben. Lasst uns erst mal die Konzepte erstellen und sie euch präsentieren.“

Für die Belange interessiert?

So sprach schon ein Bürger über die Giebelhöhe einer Lagerhalle, während ein anderer ihn darauf hinwies, dass es noch gar keine Baupläne gibt. Dem anwesenden Bürgermeister warf Bittner vor: „Wir hatten nicht das Gefühl, dass sich der Bürgermeister für unsere Belange interessiert. Obwohl er dies in der ersten Sitzung gesagt hatte.“

Nerb entgegnete: „Es ist die Pflicht eines Bürgermeisters, seine Bürger anzuhören. Ich habe in der Sitzung gesagt, wenn die Immission für die Bürger nicht aushaltbar wäre, dann wird kein Gewerbegebiet gebaut. Wir haben den Antrag vom Landratsamt prüfen lassen mit dem Ergebnis, dass an dieser Stelle eine Bebauung möglich ist, wenn der Lärmschutz geprüft wurde.“

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