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Medizin

Moderner Raum für Pflege-Auszubildende

In der Kelheimer Goldberg-Klinik wurde ein Ausbildungszimmer eröffnet.
Von Roland Kugler

Krankenpfleger Günter Gassner leitet die Auszubildende Nina Schels an der Pflegepuppe an.  Foto: Roland Kugler
Krankenpfleger Günter Gassner leitet die Auszubildende Nina Schels an der Pflegepuppe an. Foto: Roland Kugler

Kelheim.Am Mittwoch wurde in der Goldberg-Klinik erstmals ein speziell eingerichtetes Ausbildungszimmer eröffnet. Es ist mit modernen Gerätschaften ausgestattet, und bietet Auszubildenden einen Ort zum praktischen Üben, zum Lernen, und für Gespräche.

Pflege-Nachwuchs ist gesucht

„Es ist nicht einfach, im Bereich der Pflege Fachleute zu akquirieren“ sagte Landrat Martin Neumeyer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Goldberg-Klinik ist. Dass im Kelheimer Krankenhaus in den vergangenen Jahren die Zahl der Auszubildenden dennoch kontinuierlich gesteigert werden konnte, zeuge vom guten Ruf des Hauses, sagte Neumeyer. Nicht nur große Umbauten und Investitionen, „sondern auch Einrichtungen wie das neue Ausbildungszimmer sind es, die das Mosaik der Goldberg-Klinik ausmachen“, betonte Neumeyer.

Die wichtigste Gerätschaft des neuen Raumes ist eine Puppe. Kein Spielzeug, sondern ein lebensgroßer künstlicher Patient. Er liegt in einem Krankenbett, und ist technisch so ausgestattet, dass die Auszubildenden an ihm üben können, um für die Betreuung der Patienten vorbereitet zu werden. Sie können unter anderem lernen, wie man den Puls oder Blutdruck misst, oder eine Infusion legt. Dazu steht ein Arm mit Kunstblut zur Verfügung, um möglichst realitätsnahe Arbeitsbedingungen zu schaffen. „Vor allem bei sensiblen Themen, wie einen Blasenkatheter legen, ist es wichtig, wenn man vorher üben kann“, sagt Veronika Habicht-Blabl, stellvertretende Pflegedirektorin. Dazu steht auch eine Kamera neben dem Bett bereit, die bei Bedarf die Übenden bei ihrer Tätigkeit filmt. Das kann mit den Ausbildern dann anschließend am PC angesehen und besprochen werden. Doch nicht nur Auszubildenden, auch Praktikanten, Bufdis, und allen Angestellten der Klinik steht der Raum zur Verfügung. „Einer allein ist gar nichts, wir arbeiten hier alle im Team. Von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt“, sagt der ärztliche Direktor Dr. Norbert Kutz. „Und eine gute Ausbildung ist der wichtigste Grundstein für das ganze Berufsleben.“

Kamera filmt mit

An den PC-Arbeitsplätzen können die Azubis auch lernen und sich auf Prüfungen vorbereiten. Dafür stehen auch Fachbücher zur Verfügung, und eine weitere Puppe: ein Anatomie-Torso. Er veranschaulicht den Aufbau und das Innenleben des menschlichen Körpers. „Es ist ein geschützter Raum, hier können auch sensible Gespräche geführt werden“, sagt Pflegedirektorin Andrea Scheibenpflug. „Und wir haben auch ausländische Auszubildende, die manchmal sprachliche Schwierigkeiten haben. Hier können sie besser mit eingebunden werden.“ Das Ausbildungszimmer ist durch eine gemeinsame Initiative von Pflegedirektion, Praxisanleitern und Auszubildenden entstanden. „Herzlichen Dank für dieses Engagement. Das zeigt, mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wird“ freute sich Geschäftsführerin Dagmar Reich.

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Goldberg-Klinik

  • Umbauten:

    In den vergangenen Jahren gab es mehrere Renovierungen und Neuerungen im Krankenhaus: Die Notaufnahme wurde modernisiert, momentan wird der Eingangsbereich neu gestaltet.

  • Neubau:

    Der ehemalige B-Trakt des Krankenhauses wurde komplett abgerissen und wird neu gebaut. Die Arbeiten gehen gut voran, im März soll Richtfest sein. Fertigstellung ist für Mitte 2021 geplant.

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