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Bildung

Montessori-Schule ist jetzt ein Zuhause

Die Gemeinde verkaufte das Schulhaus in Altessing an die Einrichtung. Kommune und Schulfamilie profitieren, sind sich beide Seiten einig.
Von Walter Dennstedt

  • Das Schulgebäude in Altessing ist nun Eigentum der Montessori-Schule. Bislang war das Gebäude gemietet. Fotos: Dennstedt
  • So lernt man in der Schule.

Essing.Am Donnerstag, 13, März, um 13 Uhr war der Deal perfekt: Da unterzeichneten Andrea Rappl für die Montessorischule als Käuferin und Bürgermeister Jörg Nowy für die Gemeinde Essing als Verkäufer den Notarvertrag für den Kauf des Schulhauses.

Für eine nicht näher genannte sechsstellige Summe wechselte das Schulhaus seinen Besitzer. Geschäftsführerin Andrea Rappl und Bürgermeister Jörg Nowy informierten am Dienstagmorgen über die Neuerung.

Das Schulgebäude in Altessing wurde in den Jahren 1964 bis 1966 gebaut. Damals, so hat Nowy in der Chronik recherchiert, hat die Regierung darauf gedrängt, dass eine neue Schule gebaut wird. Zwar gab es in Essing eine Schule, aber die war jeweils mit Doppelklassen (heute würde man sagen jahrgangsgemischt) bestückt, zudem gab es nur zwei Schulträume, so dass ein Teil der Kinder drei Tage vormittags, die anderen drei Tage nachmittags kommen mussten. Und: samstags war Schule.

Im Jahr 1969 gab es zudem eine Schulreform: Die Hauptschule wurde auf neun Jahre verlängert. Das alles war Grund dafür, dass die Kommune, damals recht klamm, bauen musste. Und schon damals wurde gemutmaßt, dass das Gebäude aufgrund von Schülermangel unnütz war, wie Nowy alten Zeitungsberichten entnahm.

Nun, so ganz war es das nicht. Immerhin bis zum Jahr 2000 wurden in Altessing Kinder unterrichtet, die Schule als Grundschule genutzt. Doch dann kam die Hauptschule nach Ihrlerstein und 2002 verzeichnet die Chronik als das Jahr der Auflassung der Schule.

Bis zum Jahr 2008 stand das Gebäude leer. Damals war die Montessorischule, die in Biburg ihren Anfangsstandort hatte, auf der Suche und man wurde sich handelseins, das Haus zu mieten. Seither ist vieles passiert, die Schule wird intensiv von den derzeit über 61 Kindern und ihren Lehrern und Betreuern genutzt. Und sie wird gestaltet. Freilich, nun steht die energetische Sanierung an und die wird teuer: Würde sie die Kommune beauftragen, bedeute dies eine massive Mieterhöhung für die Montessori-Schule. So einigte man sich auf Kauf. Den Wert des Gebäudes ermittelte der Gutachterausschuss des Landkreises. Das war auch die Kaufsumme, den beide Parteien akzeptierten. Dabei versichert Nowy, dass man als Kommune auch weiterhin der Schule verbunden bleibe. Man habe bislang schon gut zusammengearbeitet, und daran soll sich in Zukunft nichts ändern. Und im übrigen sei man durch Mehrzweckhalle und Sportanlage „eh weiter miteinander verbandelt“, sagte Nowy.

Und er zeigt sich stolz auf die Schule: Das sei die einzige Montessorischule im Landkreis und unterstreiche als weiterer Mosaikstein das Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde. Andrea Rappl teilte mit, derzeit werden vier Klassenzimmer genutzt. Ziel sei es, mehr Schüler (derzeit 61) zu gewinnen und die Schule zweizügig auszubauen. Dabei sinke die oftmalige Hemmschwelle vieler Eltern proportional zur Information über die Inhalte der Montessori-Pädagogik. Montessori bedeute mitnichten nur Freiheit ohne Regeln, sondern gerade die Verantwortlichkeit sei Basis für echte Freiheit.

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