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Region Kelheim
Montag, 23. April 2018 22° 8

Theater

Mord am Donau-Gymnasium

Das Oberstufentheater des Kelheimer DGK begeisterte mit „Mord streng biologisch“ – einem amüsanten Krimi aus der Provinz.
Von Emily Buchner

  • Die Schülerinnen Lena Schmidt, Hannah Geltl, Désireé Molnár und Vroni Tögel müssen in ihren Rollen auf der Bühne einen Mord aufdecken. Fotos: Buchner
  • Die neuen Leiterinnen des Oberstufentheaters: Ulrike Eckert und Claudia Meyer

Kelheim.Auf der improvisierten Bühne in der Turnhalle des Donau-Gymnasiums Theaterstimmung aufkommen zu lassen, bedarf großen Einsatzes, eines guten Licht- und Technikteams und hervorragender Darsteller. Dem Theaterteam ist es geglückt, das Publikum zu begeistern.

Pilar Sokol zum Beispiel, ist 17 Jahre alt und wenn sie auf der Bühne steht, ist sie komplett in ihrer Rolle. Wie sie selbst sagt, ist sie im „normalen Leben eher schüchtern“. Der Charakter, den sie bei der Aufführung des Oberstufentheaters verkörpert, ist das aber ganz und gar nicht.

Edith Zimmermann heißt ihre Figur, eine extrem extrovertierte und selbstsichere Person, die mit ihren Sprüchen im tiefbairischen Dialekt ihr gesamtes Heimatdorf aufmischt. Edith ist mit Bürgermeister (Maximilian Kreitmaier) und Pfarrgemeinderätin (Claudia Dannhorn) zur Neueröffnung eines Restaurants geladen. Was keiner weiß: die beiden neuen Wirtinnen (Steffi Schneider, Vroni Tögel) sind untergetauchte Zeugen eines Verbrechens. Schon am Eröffnungsabend werden sie deswegen von der Frau des Bürgermeisters (Hannah Geltl) erpresst.

Als die Bürgermeisterin tot aufgefunden wird, sind zunächst alle verdächtig und erst nach vielen Intrigen, Lügen und Wendungen, gelingt es, den Fall aufzuklären.

„Mord streng biologisch“ bedient sich in teilweise sehr karikativer Art und Weise althergebrachter Klischees und bricht sie dann unerwartet wieder auf. Ist die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, gespielt von Claudia Dannhorn, zu Beginn noch die verkorkste, teils naive, ins Alter gekommene Frau, tanzt sie am Ende des Stücks unter Drogeneinfluss anzüglich auf der Straße und hat einen Mord auf dem Gewissen.

Die Drogen stammen aus dem Garten eines Ökolandwirts (Fridolin Stöckel), der den Macho spielt, aber beim Anblick der Polizistinnen doch schnell weiche Knie bekommt. Und verkörpert Désireé Molnár zu Beginn noch die verwirrte Großmutter einer der Wirtinnen, so ist sie letztlich diejenige, die mit den Polizistinnen (Lena Schmidt und Hannah Geltl) dem Mörder der Bürgermeisterin auf die Schliche kommt.

Die Personen des Stücks sind durchaus schon im fortgeschrittenen Alter und der Gegensatz zu den Darstellern könnte nicht größer sein – die Schüler, die kurz vor dem Abitur stehen, schlüpfen in die Rolle von Personen, die verheiratet, verwitwet oder kriminell verfolgt sind – Erfahrungen, die von ihrem Alltag weit entfernt sind. Dennoch gelingt es ihnen, ihre Rollen glaubwürdig zu verkörpern.

Mit nur neun Schülern aus der 11. und 12. Jahrgangsstufe brachten die Leiterinnen des Oberstufentheaters Ulrike Eckert und Claudia Meyer das Stück auf die Bühne. Die beiden Lehrerinnen feierten mit der Aufführung ihre ganz persönliche Premiere: zum ersten Mal führten sie das Oberstufentheater durch die Höhen und Tiefen der Auftrittsvorbereitung. Der tosende Applaus am Ende und die Lacher während der Aufführung zeigten deutlich: die Aufführung kam sehr gut an.

Sich mit den Charakteren auseinanderzusetzen, hat Zeit und Kraft gekostet – aber man spürte, dass die Akteure ihre Rollen verstanden und angenommen haben. Sie haben nicht nur sich aus ihrem Alltag entführt, sondern 90 Minuten lang auch das Publikum.

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