mz_logo

Region Kelheim
Mittwoch, 19. September 2018 28° 1

Weltmission

Nächstenliebe fällt nicht vom Himmel

Bischof Joachim Ouédraogo tritt für die „Globalisierung der Menschenrechte“ ein - und trifft in Abensberg auf Mitstreiter.
Von Roswitha Priller

Bischof Joachim und Hanns-Peter Kirchmann im Gespräch mit den beiden syrischen Schwestern Yosra und Safa Alsalamh Almasalemah. Foto: Priller
Bischof Joachim und Hanns-Peter Kirchmann im Gespräch mit den beiden syrischen Schwestern Yosra und Safa Alsalamh Almasalemah. Foto: Priller

Abensberg. Als ein Höhepunkt seiner Bayernreise im Rahmen des Weltmissionsmonats führte Bischof Joachim Ouédraogo aus Burkina Faso Gespräche mit Mitgliedern von Helferkreisen, Pfarreiangehörigen und Flüchtlingen im katholischem Pfarrheim in Abensberg. Pastoralreferentin Astrid Habel und Bildungsreferent Gregor Tautz (KEB) freuten sich eine „bunt gemischte Gesellschaft“ im Pfarrheim begrüßen zu können. Angehörige aus insgesamt acht Nationen – neben Deutschland und Burkina Faso waren Afghanistan, Eritrea, Mali, Senegal, Pakistan und Syrien vertreten – saßen an der Kaffeetafel zusammen.

Bischof Joachim besuchte auch das Cabrini-Zentrum - eine ähnliche Einrichtung schwebt ihm auch für seine Diözese vor.

Bischof Joachim bezeichnete die Diskussion zwischen den Religionen (vor allem zwischen Christen und Moslems) als sein wesentliches Thema seit seiner Berufung zum Bischof vor 13 Jahren. Burkina Faso habe einen Sonderstatus, weil hier Christentum, Islam und Naturreligionen im friedlichen Miteinander lebten. Es gebe viele kulturelle Interaktionen wie beispielsweise gemeinsame Friedhöfe für Angehörige der unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Obwohl Burkina Faso zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehöre, stünde es auch immer wieder vor der Aufgabe, Flüchtlinge aus den Krisengebieten der angrenzenden Staaten Niger und Mali aufzunehmen. „Die Flüchtlinge sind in Camps untergebracht. Aber sie gehen mit den Einheimischen auf dem Markt zum Einkaufen.“

Die Märkte in Burkina Faso bildeten einen der Mittelpunkte des sozialen Geschehens, deswegen fände dort viel Integration statt. Das Aufeinandertreffen verschiedener Ethnien sei in Burkina Faso an der Tagesordnung. Das Land selbst beheimatet über 60 ethnische Bevölkerungsgruppen. Amtssprache ist wie auch in den Nachbarländern Französisch. Im Gespräch mit Helfern und Flüchtlingen betonte Bischof Joachim, wie nötig die „Globalisierung der Menschenliebe“ sei. Seit er Bischof sei, träumte und verfolge er den Traum einer Gesellschaft aus Gerechtigkeit und Liebe. „Nächstenliebe fällt nicht vom Himmel. Jeder muss sich bemühen, den anderen als Bruder und Schwester zu sehen.“, ermunterte er die Anwesenden. Bei allen interkulturellen Problemen solle man schlichtweg nicht aufgeben und nicht den Mut verlieren. „Können die Immigranten nicht eine Chance für mich oder mein Land sein?“, ist die Frage, die man sich immer wieder stellen solle. Alle Seiten müssten den gemeinsamen sozialen Korridor suchen, in dem man sich bewegen könne. Bischof Joachim regte mit teilweise provozierenden Denkanstößen zu verschiedenen Diskussionen an.

Christina Kranz-Kohl stellt die Arbeit des Helferkreises vor.

Ruth Aigner von der Fachstelle Weltkirche des Bistums Regensburg betonte die einzigartige Situation für Bischof Joachim in Abensberg, der im Rahmen der „Missio“-Aktion zum Monat der Weltmission im Oktober durch ganz Bayern reiste. „Es ist außergewöhnlich und sicherlich ein Höhepunkt von Bischof Joachims Reise, dass er hier in Abensberg in den direkten Dialog mit Flüchtlingen und Helferkreisen kommt.“, so Aigner. Die mehrjährige Verbindung zwischen Abensberg und Burkina Faso über die Kirchmann-Stiftung sei ein idealer Anlass gewesen, Bischof Joachim nach Abensberg einzuladen. Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann begrüßten Bischof Joachim sehr herzlich und übernahmen die Übersetzung sowie die Moderation der Gesprächsrunde.

Weitere Berichte aus Abensberg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht