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Auszeichnung

Natur und Inklusion verzahnt

Der Landkreis Kelheim vernetzt als Modellregion Naturschutz, Tourismus und Inklusion. Nun gibt es barrierefreie Info-Points
Von Gabi Hueber-Lutz

Florian Best (von rechts), Staatsminister Thorsten Glauber sowie Marion Huber-Schallner (vorne sitzend), Prof. Dr. Joachim Hammer und Landrat Martin Neumeyer kamen zur Vernissage der Info-Points nach Bad Abbach.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Florian Best (von rechts), Staatsminister Thorsten Glauber sowie Marion Huber-Schallner (vorne sitzend), Prof. Dr. Joachim Hammer und Landrat Martin Neumeyer kamen zur Vernissage der Info-Points nach Bad Abbach. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach. Naturschutz und Inklusion verzahnen – das ist ein Anliegen, dem künftig in den Tourist-Infos mehrerer Gemeinden im Landkreis Kelheim auf eine ganz besondere Art und Weise Rechnung getragen wird. Bei einer Feierstunde im Bad Abbacher Kursaal stellte der Landkreis in einer Vernissage Informationseinheiten über besonders schützenswerte Gebiete vor, die demnächst in den Tourist-Infos in Riedenburg, Essing, Kelheim, Abensberg, Bad Gögging und Bad Abbach beheimatet sind.

Auch der Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, war zu der Veranstaltung gekommen und betonte: „Der inklusive Gedanke beginnt vor der eigenen Haustür.“ Die Info-Points sind so aufgebaut, dass sie für Menschen mit den verschiedensten Behinderungen nutzbar sind. Herzstück ist ein I-Pad mithilfe dessen sich die Informationen, Erklärvideos und Interviews zu der jeweiligen Region abrufen lassen. Rollstuhlfahrer können sie bequem erreichen, für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen gibt es Untertitel, die Erläuterungen und Filme sind so gefasst, dass sie einfach zu verstehen sind.

Informative Kunstwerke

Den Machern ist dabei das Kunststück gelungen, sie so zu gestalten, dass sie optisch und inhaltlich für jeden, gleich welcher Altersstufe oder Auffassungsgabe, eine echte Bereicherung darstellen. Florian Best, Geschäftsführer des Tourismusverband im Landkreis Kelheim und Nicole Eberl von der Unteren Naturschutzbehörde stellten die einzelnen Inhalte vor.

In Riedenburg geht es dabei um die Entstehung der Wacholderheide, in Essing um das Leben am und im Fels, in Kelheim um die Entstehung des Naturschutzgebiets Weltenburger Enge, in Abensberg um die Abensauen und die Sanddünen, in Bad Gögging um das Heiligenstätter Moos und in Bad Abbach um die Oberndorfer Hänge. Die Informationseinheiten sind der Abschluss von Projekten die im Rahmen von „Modellregion Naturtourismus – Naturtourismus für Alle im Landkreis Kelheim“ umgesetzt wurden. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung des Staatsministeriums, die der Landkreis 2017 erhalten hat. Sie verbindet die Eckpunkte Tourismus, Natur und Inklusion. Dazu gehören Angebote in den Beherbergungsbetrieben und der Gastronomie, barrierefreie Erlebnis- und Freizeitangebote, barrierefreie Wanderwege und Aussichtspunkte und nun die barrierefreien Informationsmöglichkeiten. Staatsminister Glauber zeigte sich in seinem Grußwort überzeugt, dass es möglich ist, Naturschutz und Naturerlebnis zu kombinieren. Barrierefreiheit zu gestalten sei aber nochmals eine andere Herausforderung. Landrat Martin Neumeyer fasste das Ziel aller Bemühungen in vier Worte: „langfristig, lebendig, lebenswert und liebenswert“.

Der Landkreis sei ausgesucht worden für das Modell, weil er Tourismus, Natur und Inklusion verbunden habe, zeigte sich Neumeyer überzeugt. Prof. Dr. Joachim Hammer, der Behindertenbeauftragte des Landkreises bestätigte, dass Kelheim der einzige Landkreis in Bayern sei mit einer Koordinationsstelle für Inklusion.

Jeder Euro gut angelegt

Das sei nicht selbstverständlich. Von den Touristen könne man lernen, wie schön es vor der eigenen Haustür sei, zeigte sich Bad Abbachs stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika überzeugt. Am Ende der Präsentation wandte sich Prof. Hammer an den Staatsminister: Wenn er wieder einmal ein paar tausend Euro übrig habe, dann seien sie bei solchen Projekten besser verzinst als anderswo. Das Budget sei relativ schmal gewesen und er hoffe der Minister sei begeistert von dem, was er dafür bekommen habe.

Info-Points

  • Ort:

    Sie können in den Tourist-Informationen in Riedenburg, Essing, Kelheim, Abensberg, Bad Gögging und Bad Abbach zu den üblichen Öffnungszeiten genutzt werden. Die Präsentationen sind nicht nur für Touristen gedacht, sondern auch für Einheimische ab dem Kindesalter ein lohnendes Ziel.

  • Schatz:

    14 Naturschutz- und 17 FFH-Gebiete im Landkreis. (lhl)

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