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Ortsentwicklung

Neue Nutzung fürs Wirtshaus

Die Gemeinde hat nach einem Ortstermin in Dünzling nichts gegen eine andere Nutzung. Das letzte Wort hat das Landratsamt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Der Bauausschuss besichtigte das denkmalgeschützten Wirtshaus in Dünzling, in dem Arbeitnehmerwohnungen entstehen sollen. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Der Bauausschuss besichtigte das denkmalgeschützten Wirtshaus in Dünzling, in dem Arbeitnehmerwohnungen entstehen sollen. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach.Erst mal anschauen – so lautete die Meinung des Bauausschusses im September, als es um die Gaststätte Mühldorfer in Dünzling ging. Vor der jüngsten Sitzung war deshalb Ortstermin mit Unternehmer Dominik Schmid. Er möchte das denkmalgeschützte Wirtshaus künftig für Wohnungen nutzen, die unterschiedlich lang an Arbeitnehmer vermietet werden.

Der Ausschuss unter der Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Christian Hanika begutachtete die Stellplatzsituation in Dünzling und machte deutlich, dass man auf jeden Fall vermeiden möchte, dass der Marienplatz zugeparkt wird. Zehn Wohneinheiten mit Schlafzimmer, Nasszelle und Kochgelegenheit sollen in den Räumen der Wirtschaft entstehen. Der Knackpunkt ist die Frage, wie diese Wohneinheiten bewertet werden. Handelt es sich um abgeschlossene Wohnungen, braucht man entsprechend der Stellplatzverordnung von Bad Abbach zwölf Stellplätze, handelt es sich um einen Beherbergungsbetrieb, sind sieben Parkplätze nötig. Sieben Stellplätze können auf dem Areal untergebracht werden, zwölf nicht.

Landratsamt ist am Zug

Wie viele schlussendlich gebraucht werden, hat der Ausschuss aber gar nicht zu entscheiden, dafür ist das Landratsamt zuständig. Die Gemeinde musste darüber entscheiden, ob sie für eine andere Nutzung des Gebäudes ist. Dafür sprach sich der Ausschuss einstimmig aus. Sollte das Landratsamt feststellen, dass zwölf Parkplätze benötigt werden, kann der Antragsteller die zusätzlichen Stellplätze auch in einem engen Umkreis der Wohnungen kaufen oder bei der Gemeinde einen Antrag auf Ablöse stellen. Das müsste allerdings neu bewertet werden.

Gefahr

Die Mauer am Friedhof wird saniert

Das Gemäuer muss im Moment teilweise abgestützt werden.

Erneut einstimmig abgelehnt hat der Ausschuss eine andere Nutzungsänderung. Es geht um das Fotostudio, das in einem Haus in der Thomas-Mann-Straße wohl bereits seit 2017 betrieben wird. Wenn das Gewerbe nicht stört, könnte die Gemeinde es in dem Wohngebiet genehmigen. Bereits bei der letzten Sitzung wurde die Meinung vertreten, dass der laufende Verkehr bei dem Studio störe. Bei der Gemeinde ist auch eine Unterschriftenliste gegen das Fotostudio mit über 30 Unterschriften eingegangen, außerdem das Schreiben eines Anwalts. Offensichtlich stört das Gewerbe die Nachbarschaft durchaus.

Höher hinauf

  • Aufstocken:

    Für ein Anwesen am Mühlberg wurde die Aufstockung um ein Vollgeschoss beantragt. Wegen des Geländezuschnitts schaue das dann wie drei Geschosse aus, sagte der Geschäftsleiter im Rathaus, Georg Brunner.

  • Verschieben:

    Das Thema wurde vertagt, weil ein Anwaltsschreiben dazu nicht mehr rechtzeitig von allen Ausschussmitgliedern gesichtet werden konnte. (lhl)

„Wenn wir das genehmigen, schaffen wir einen Präzedenzfall“, befürchtete Hanika. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung beriet der Ausschuss über etliche Punkte aus dem Schreiben des Anwalts und darüber, ob die Gemeinde hier selbst Recherchen anstellen müsse. Nochmals auf der Tagesordnung stand auch das Dorfgemeinschaftshaus in Saalhaupt, das die dortige Vereinsgemeinschaft bauen will. Auch in Saalhaupt hat im letzten Jahr das letzte Wirtshaus zugesperrt. Die ursprüngliche Planung für das Haus musste verändert und das Gebäude etwas verschoben werden. Auch das wurde einstimmig genehmigt.

Häufung von Baustellen

Über die Zukunft des Geigl-Anwesens in der Bad Abbacher Kochstraße war sich der Ausschuss ebenfalls einig. In dem Mehrfamilienhaus sollen neun Wohneinheiten untergebracht werden. Die Kubatur des Gebäudes ändert sich nicht. Die benötigten 14 Stellplätze sind vorhanden. In dieser Ecke des Orts wird derzeit sehr viel gebaut.

Auch für das Haus genau gegenüber des Anwesens Nummer zehn hat der Ausschuss bereits einen Umbau genehmigt. Auf Anregung von Andreas Diermeier wird man sich mit beiden Bauherren an einen Tisch setzen, damit wegen der Bauarbeiten an beiden Seiten der Straße nicht plötzlich der Gehweg komplett fehlt.

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